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Das mystische Gänseblümchen

Das Gänseblümchen (Bellis perennis) ist nicht nur eines unserer ältesten Unkräuter, er dürfte auch zu den bekanntesten Pflanzen in unseren Breitengraden gehören. Ursprünglich stammt es aus dem Mittelmeerraum, gilt aber auch in Mitteleuropa als etabliert und heimisch. Hier findet man es auf Wiesen und Wegen, aber auch an Bahndämmen und in Parkanlagen.

In der Mythologie findet man sowohl im Christentum als auch in der nordischen, römischen und keltischen Kultur klare Bezüge zum Gänseblümchen. Für Christen steht es für Unschuld, Reinheit, Keuschheit, Treue und Vertrauen. Man kennt sie bei uns unter anderem als Marienblümchen, weil sie der Jungfrau Maria gewidmet wurde. Man glaubte, dass einen der Verzehr von drei Gänseblümchen vor Fieber, Zahnschmerzen und Augenbeschwerden schützt. Ich habe dieses Jahr bereits drei Gänseblümchen gegessen und hatte trotzdem Fieber und trage eine Brille. Die Wirkung darf also angezweifelt werden.

In der nordischen Mythologie kennt man die Göttin Freya, die für Liebe, Schönheit und Fruchtbarkeit gilt. Es steht für Fruchtbarkeit, den Neubeginn und für die Anwesenheit des Sonnengottes Baldur. Weiße Blüten mit gelber Mitte standen für die Sonne und das kindliche und reine Wesen der Natur.  Wissenschaftliche Belege liegen natürlich nicht vor.

Bei den Römern soll der Gott der Jahreszeiten und der Gärten eine besondere Neigung zu Gänseblümchen gehabt haben. Auch hier glaubte man in Verbindung mit der Pflanze an Erneuerung und den Neubeginn. Bei den Kelten glaubte man, dass sich ein Mädchen in ein Gänseblümchen verwandelte, um es vor unerwünschter Aufmerksamkeit zu schützen. Dadurch war das Gänseblümchen das Symbol für Liebe und Schutz.

Zurück ins heute und zurück zu den wissenschaftlichen und botanischen Fakten. Das Gänseblümchen wächst dort, wo es mindestens ein bisschen Sonne gibt. Sie zeigt nährstoffreiche Böden und ansonsten anspruchslos. Sie erreicht Höhen von nicht mehr als 15 Zentimetern, meistens wird sie jedoch vorher abgemäht. Wenn man ihre Blüte betrachtet, ist eindeutig, dass sie zu den Korbblütlern gehört.

Für die Verbreitung der Samen sorgt der Regen oder Schuhe bzw. Tierpfoten.

Auch wenn sie über wenig Pollen und wenig Nektar verfügt, hat sie für die Insektenwelt eine enorme Bedeutung. Insgesamt sind es fast 100 Arten. Dazu gehören nicht nur „Allerweltsinsekten“, sondern auch die stark gefährdete Flockenblumen-Langhornbiene, die Mohn-Sauerbiene, der zweibrütige Scheckenfalter oder der Kohl-Zaunrüssler.

Das Gänseblümchen ist eine alte Heilpflanze, die nicht nur gegen Husten, sondern auch bei Wunden, Hautleiden und rheumatischen Erkrankungen helfen. Hier zu kann man ein Öl ansetzen und dann von außen Anwenden. Getrocknete, aber auch frische Blüten lassen sich als Tee aufbrühen. Das soll gegen Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit helfen und dazu das Blut reinigen.

Quellen:

Gänseblümchen – Wikipedia (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Gänseblümchen - bestimmen, pflanzen und verwenden (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Symbolik und Bedeutung von Gänseblümchen – Symbolopädie (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Gänseblümchen: Bedeutung und Symbolik der Blume (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Gänseblümchen / Bellis perennis (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Sujet Botanik