Nicht alles, was sich gut anfühlt, ist schon Umsetzung.
Und nicht alles, was langsam wächst, ist ineffizient.
Manches will nicht gemacht, sondern begleitet werden.

Vor ein paar Tagen ist mir etwas aufgefallen, das ich gerne mit dir teilen möchte: Wir sind schnell geworden (haha, das ist nichts Neues)
. Ein Klick – erledigt. Das gute Gefühl, etwas getan zu haben, stellt sich sofort ein. Das ist nicht schlecht. Aber ich habe das Gefühl, dass uns Konsum von etwas abhält. Auch im Business. Ganz subtil. Aber mit großer Wirkung.
Denn gleichzeitig schauen wir immer weniger hin. Wir konsumieren Lösungen, ohne wirklich in Beziehung mit ihnen zu gehen. Ohne zu prüfen, ob sie zu uns passen. Ohne ihnen Zeit zu geben, sich in uns zu setzen. Das geschieht aber in meiner Wahrnehmung weniger aus einem Bewusstsein heraus, sondern aus eine alten Konditionierung: Wir kennen es nicht anders und haben es so gelernt. Und: Noch gibt es wenige Alternativen.
Denn viele dieser Lösungen sind mit Wissen umgesetzt. Sie entstehen aus dem Kopf heraus. Und ja - es sind wunderbare Frameworks oder Konzepte. Sie geben Sicherheit und Halt.
Aber sie enthalten keine Weisheit.
Wie Weisheit entsteht
Weisheit entsteht dort, wo nichts ist. Sie wächst aus dem Ausprobieren und der Erfahrung. Aus dem mutigen Dableiben, wenn es langsamer wird. Wenn scheinbar nichts „passiert“ – oder wir mit Schatten konfrontiert werden.
Weil aber Weisheit fehlt - oder anders gesagt: weil die Dinge aus dem Verstand begrenzt sind, sind so viele Umsetzungen nicht nachhaltig. Sie tragen uns ein Stück und brechen dann weg. Weil sie nicht auf unserer Essenz aufbauen. Nicht auf dem, was uns wirklich entspricht.
Echte Umsetzung braucht Zeit. Einen Prozess, der Aufmerksamkeit erfordert. Präsenz. Und die leichte Hand eines Gärtners. Aber eben auch Erfahrung. Mitzubekommen, was sich entwickeln will. Den Entwicklungsprozess unterstützen. Und dann fügen sich die Dinge wie von selbst ineinander.
Aus der Praxis
Selbst erlebt: Letztes Jahr war ich sehr im Umsetzungs- und Hustlemodus. Habe sehr strategisch gedacht. Es war fürchterlich anstrengend. Und ich habe viel Arbeit umsonst gemacht. Und habe auch meine Ruhe nicht finden können.
Seit einigen Monaten bin ich wieder in meiner Ruhe. Handele aus ihr heraus. Und Dinge fügen sich. Zum Beispiel habe ich seit Ewigkeiten einen YouTube Kanal. Ich weiß schon gar nicht mehr, warum ich ihn mal eröffnet habe. Er hin immer lose im Feld rum. Auch in meiner Neustrukturierung hatte ich ihn überhaupt nicht auf dem Plan. Und letzte Woche war er plötzlich da und wollte zum Leben erweckt werden.
Wie kam das?
Für meinen neuen Podcast „The Next Evolution“ teste ich gerade ein neues Setting und eine neue Software. Sie erstellt aus dem Podcast automatisch kleine Clips. Mit Untertitel und allem drum und dran. Und mit einem Klick kann ich sie sowohl bei Insta als auch in YouTube Shorts hochladen. Richtig fancy.
Dann war aber die Frage: Wohin leite ich Interessierte? Und dann war schnell klar, dass mit einem zweiten Klick auch die öffentlichen Podcastfolgen dort landen werden. Naja, und dann ergab sich, dass der Kanal ein kleines Makeover brauchte. Und innerhalb ganz kurzer Zeit war der Kanal eingebunden in mein Business Ökosystem. Sicherlich nicht als Hauptkanal. Aber als eine Möglichkeit zu mir zu finden.
Ich bin mir sicher: Hätte ich den Kanal strategisch geplant, hätte ich deutlich mehr Zeit aufwenden müssen. So geschah es einfach und fühlt sich total stimmig an. Und die Zeit wird zeigen, wie es mit ihm weitergeht.
Reflexionsfragen für dich
– Wo konsumierst du gerade Lösungen, statt sie wirklich zu verkörpern? (Achtung, diese Frage kann gefährlich werden)
– Welche Umsetzung fühlt sich für dich anstrengend an und wo fließt es, wenn du loslässt?
– Was liegt vielleicht schon lange „lose im Feld“ und wartet darauf, aus deiner Ruhe heraus seinen Platz zu finden?
Herzliche Grüße
Simone