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Ein spooky (!) Spiel: Seance of Blake Manor

Ich weiß, ich weiß, Halloween ist vorbei. Aber vielleicht wollt ihr die spooky, spoopy Jahreszeit noch nicht so ganz loslassen. Zumindest mir geht es so nachdem ich The Séance of Blake Manor gespielt habe.
Tatsächlich war ich mir erst unsicher, ob ich es wirklich empfehlen möchte. Denn der Anfang dieses gothisch-gruseligen Detektiv-Adventures hat mich nicht so richtig überzeugt.
Warum?
Weil das zweite Tutorial-Level voraussetzt, dass man ein ganz bestimmtes Beweisstück findet, um einen Mordplan zu vereiteln. Doch der Papierfetzen liegt etwas unscheinbar am Fuß eines Kamins.
Zwar gibt es auch einen Button, um Beweisstücke zu highlighten, doch weil der Kamin ebenfalls untersucht werden kann, ist der Papierfetzen schwer zu finden.
Das Ergebnis: ein verfrühtes Game Over und ein verzweifelter Dennis, der - in Marcus-Richter-Manier - immer verzweifelter “och bitte!!!” vor sich hinmurmelt.

Dank eines Playthroughs auf YouTube habe ich es dann doch aus dem Tutorial geschafft und kann jetzt sagen: Spielt The Séance of Blake Manor! Spielt das vor allem, wenn ihr Obra Dinn (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) und Golden Idol (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) liebt.
Weil:
Die Story: Als Detektiv untersuche ich das Verschwinden einer gewissen Evelyne Deane in einem irischen Anwesen/Hotel im ausgehenden 19. Jahrhundert. Das Problem: Fast jeder Hotel-Gast hat geheimen Beef mit Evelyne und fast jeder Hotel-Gast ist ein kompletter Weirdo mit Faible für Magie, Okkultes, Blutrituale und blutige Rache.
Die Spielmechanik: Um rauszufinden, was mit Evelyn passiert, muss ich die Geheimnisse der Gäste und des Hotels aufdecken. Der Clou: fast jede einzelne Aktion lässt die Uhrzeit um jeweils eine Minute vorrücken. Und je nachdem wie spät es ist, verändert sich das Spiel. Die Verdächtigen wandern im Anwesen umher; irgendwann werden Speisen serviert; die Bar eröffnet. Um den Fall zu lösen, muss ich den vollen Terminkalender der Verdächtigen im Blick behalten. Wenn ich trödele, kann ich scheitern. Und dann gibt’s Tote. Ja, das ist ein bisschen stressig, aber eben auch extrem spannend, non-linear und anders als jedes andere Detektiv-Spiel, das ich bisher gespielt habe.
Der Stil: Dieses Spiel trieft nur so vor gothischer Grusel-Atmo. The Séance of Blake Manor lehnt sich visuell ganz stark an den ikonischen Stil von Mike Mignolas Hellboy-Comics an. Lieben wir. Aber noch viel spannender für mich: es geht hier vor allem um irische Geschichte. Spooky Doorway, das Studio hinter dem Spiel, setzt ganz auf irische Folklore und Legenden. Ich liebe sowas. Denn in jedem Moment merkt man, wie persönlich dieses Spiel ist.
Ich bin noch nicht ganz durch. Vielleicht erzähle ich euch noch mal im Podcast davon, wenn ich Evelyne Dean gerettet und/oder daran gescheitert bin. Aber ich bleibe dabei: Lasst euch nicht vom etwas unglücklichen Tutorial von diesem Spiel abbringen. Glaubt dem Hype. The Séance of Blake Manor (PC/Steam (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)) hat das Zeug zum Kult-Hit.
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