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Neuer Kraftstoff entdeckt: Kamensky mit Öl und Tauben unterwegs!

Geduldig war ich in letzter Zeit an der Leinwand beschäftigt. Keine fürs Kino, sondern eine große Leinwand auf der Staffelei. Genau – neben meinen Filmen beschäftige ich mich verstärkt mit Ölmalerei. Der digitale Gärtner setzt auf analoges Öl (Leinöl mit Farbpigmenten vermengt). Die Arbeit auf der Leinwand eröffnet mir einen intensiven Zugang zur Welt, die sich deutlich von der Gestaltung am Computer unterscheidet: Die monatelange Beschäftigung mit einem langsam entstehenden Gemälde verändert fortwährend den Blick und hat für mich neue und sehr überraschende Themenfelder geöffnet. Daran möchte ich Dich jetzt gerne teilhaben lassen!

Das in den vergangenen vier Monaten entstandene Gemälde trägt den Titel „Compianto alle ore 0:00”. Es setzt sich mit den gesellschaftlichen und individuellen Kräften zeitgenössischer Medien auseinander. Das chaotisch anmutende Szenario spielt in einem nächtlichen Museum.

Als Gegenpol zur turbulenten Masse der Gegenwart erscheint im Hintergrund Botticellis „Compianto sul Cristo morto“ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Weitere Bezüge auf das Renaissance-Gemälde sind in die Menschenmenge eingewoben.

Marshall McLuhans The Medium Is The Massage (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (sic!) und seine frühe Analyse zur Entwicklung der Medien gaben dem Werk einen entscheidenden Impuls. In diesem Sinne versteht sich das Gemälde auch als malerische Fortführung meiner bisherigen Beschäftigung mit Öffentlichkeit und medialer Wahrnehmung.

Das Werk ist in einer gräulichen Farbwelt angelegt — von mir „Grisaille des pigeons“ (Tauben-Untermalung) genannt. Auf den ersten Blick erscheint das Bild nahezu monochrom. Bei näherer Betrachtung beginnt die Farbigkeit aus der grauen Masse hervorzutreten. Wusstest Du, dass sich für uns graue Tauben selbst womöglich viel bunter sehen?
Wenn Du Näheres zum Gemälde erfahren möchtest, lass es mich einfach wissen. Ich freue mich, von Dir zu lesen!
Mehr Infos als PDF findest Du hier zum Download:



Übrigens male ich bereits am nächsten Gemälde in 120 × 160 cm weiter. Lassen wir uns gemeinsam überraschen, was in den kommenden Wochen und Monaten entsteht.
Es bleibt utopisch – so läutet es in Wiesbaden! 🔔
Ich wurde in die schöne hessische Landeshauptstadt eingeladen, um im Rahmen des WDC (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) eine Utopie an der Ringkirche zu gestalten. Entstanden ist ein ganz besonderer Film, der erstmals vor ein paar Monaten am Ort des Geschehens – der Ringkriche – vorgeführt wurde. Das war ein sehr schönes Erlebnis ☺️ Den Film kannst Du nun online sehen – und hören. Let’s ring the utopian bell!
Ein großer Dank für die Gestaltung des gemeinsamen Projekts gilt Jutta Kühn-Mertens, Rebecca Wilhelm, Dr. Thomas Schultz-Krutisch und Johanna Diehl!
https://www.youtube.com/watch?v=F7PFpIaxZIg (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Termine
19.03.2024 – 31.01.2027 ⸺ Zeitgeschichtliches Forum Leipzig (danach im Haus der Geschichte Bonn), Ausstellung
Ab Oktober ⸺ Neuer Film für Ausstellung in Frankfurt, TBA
Transkription des Briefs
Utopia, Juli ’26
Please, wo bleibt die Post, Jan?!
Sorry, war auf der Suche nach Öl …
Die Briefe aus Utopia reisen darum im Tempo
der Postkutsche. Ach was, es ist nicht mal so
schnell wie während der römischen Antike.
Dort haben Briefe immerhin nur etwa drei
Wochen von Rom nach Colonia Claudia Ara
Agrippinensium (den Jüngeren als Kölle bekannt)
gebraucht. Nicht mal auf elektronischem Wege
schaffe ich diese Geschwindigkeit. Als römischer
Bote wäre ich also völlig ungeeignet. Me paenitet!
Vielleicht geht’s etwas flotter mit Öl?
In dubio falsum. Dennoch, mein Antrieb ist
von nun an ölig. Ein wundervoller Kraftstoff.
Auch wenn’s damit noch langsamer geht
– und die Briefe aus Utopia auf sich warten
lassen: Öl ist nachhaltig!
Wie schön, dass Du so geduldig mit mir bist. Danke.
Dein Jan
