Manchmal muss man sich einfach leer machen, um sich mit Neuem zu befüllen.

Und dann kamen die Herbststürme. Erst ein leiser Windzug, der um die Ecke bog und mir ungebremst eine Haarsträhne in mein Espressotässchen pustete, dann flog meine Brille vom Tisch, am Ende fegte eine Böe mit einer solchen Wucht über die Maximilianstraße, dass es um ein Haar den Sonnenschirm neben mir aus der Verankerung hob. Da saß ich gerade draußen an der Hauswand bei Feinkost Käfer, eingewickelt in eine Fleecedecke, voll von meinem kleinen Leben, und frühstückte ein Malzbrot. Gerade noch Sonne und blauer Himmel, das Licht war so schön, zogen mit einem Mal graue Wolken auf. Menschen liefen mit hastigen Schritten und hochgezogenen Schultern über die Straße, ein Pärchen hielt sich aneinander fest, Blätter tanzten synchron durch die Luft. Unter meiner Decke beobachtete ich das Schauspiel: wie der Herbst aufmuckte, als wäre er ein Drachen, den man gereizt hat. Jede Sturmböe eine Prophezeiung, jeder Atemzug ein Innehalten, jeder Blick ein leises Adieu. Von einer Sekunde zur nächsten war der goldene Oktober vorbei. Ich zahlte, aber statt hysterisch