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Niemand hasst andere Menschen von Geburt an wegen ihrer Hautfarbe

Nelson Mandela

🎨 Jeden Dienstag wird Kunst lebendig. Durch eine sorgfältige Auswahl der Werke lernst du, mit anderen Augen zu sehen. Kunst gehört dem, der sich traut, sie zu fühlen.

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Liebe Kunstfreundin, lieber Kunstfreund,

hast du schon einmal Bilder aus dem 16. bis 18. Jahrhundert gesehen, auf denen edle Herren oder Damen sehr detailliert im Vordergrund dargestellt sind, während im Hintergrund ein schwarzer Diener viel kleiner zu sehen ist? Schau dir zum Beispiel das Bild „Marquise Elena Grimaldi” von Van Dyck (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) aus dem Jahr 1623 an.

Damit wollten diese Leute ihre Macht demonstrieren und damit angeben, dass sie exotische Diener hatten. Außerdem wollten sie zeigen, dass ihre Haut im Gegensatz zu der des schwarzen Menschen viel weißer war. Dadurch wurden rassistische und manchmal auch sexuelle Stereotypen verstärkt, denn die beiden Figuren standen sehr nah beieinander. Die Fantasie der Maler trug dazu bei, das Bild in eine dekorative Fantasie zu verwandeln.

Die Darstellung schwarzer Menschen in der Kunst hat sich im Laufe der Zeit verändert. Heute zeige ich dir einen kurzen Überblick, in dem einige Werke die Würde der porträtierten Personen, ihren Widerstand gegen Unterdrückung, ihre körperliche Stärke oder die Art und Weise, wie sie ihre Selbstbestimmung und Sichtbarkeit in aktuellen Erzählungen feiern, in den Mittelpunkt stellen.

Denn es gibt nie nur eine Art zu sehen oder darzustellen. Oft sind in Bildern Identität, Geschichte und Macht miteinander verflochten.

Präsenz und Würde

Auf dem Bild ist eine schwarze Frau zu sehen, die auf einem Sessel sitzt, den Betrachter würdevoll anschaut und ihre rechte Brust zeigt.
Marie Guillemine Benoist. Porträt einer schwarzen Frau. 81×65 cm. 1800. Louvre-Museum.

Bei der Ausstellung im Pariser Salon von 1800 waren die Besucher von einem ganz besonderen Porträt überrascht. Die Malerin Marie Guillemine Benoist (1768–1826) zeigte ein Einzelporträt einer schwarzen Frau, was zu dieser Zeit äußerst ungewöhnlich war. Außerdem schaute die Frau den Betrachtern direkt in die Augen und zeigte so ihre Präsenz und Würde.

Wie du vielleicht weißt, hatten Frauen damals keinen Zugang zu akademischer Bildung. Benoist war jedoch Schülerin der bekannten Malerin Elisabeth Vigée Le Brun sowie des Malers Jacques-Louis David und schaffte es, sich als Porträtmalerin in der französischen High Society einen Namen zu machen. Es war ziemlich mutig von ihr, dieses Porträt wie eine der Damen zu malen, die sie normalerweise porträtierte.

Das Gemälde wurde vom französischen Staat erworben und ist im Louvre ausgestellt. Die Identität des Modells wurde nicht veröffentlicht. Heute geht man davon aus, dass sie Madeleine hieß und 1784 aus Guadeloupe nach Frankreich kam. Zehn Jahre später wurde die Sklaverei in den französischen Kolonien abgeschafft und sie wurde freigelassen. Benoist malte sie im Jahr 1800. Die endgültige Abschaffung der Sklaverei erfolgte fast ein halbes Jahrhundert später, im Jahr 1848.

Es handelt sich um ein Dreiviertelporträt einer Frau, die in einem Sessel sitzt. Sie trägt einen weißen Turban und ein weißes Kleid, was einen starken visuellen Eindruck hinterlässt.

Außerdem ist ihre rechte Brust zu sehen. Neuartig ist jedoch ihr direkter und selbstbewusster Blick auf Augenhöhe mit dem des Betrachters, der in Gemälden von Dienstboten bis dahin noch nie zu sehen war.

Schwarze Menschen wurden nicht immer so dargestellt. Im Folgenden kannst du sehen, wie sie ihren Schmerz, ihre Menschlichkeit und ihre Forderungen zum Ausdruck brachten. Werde jetzt Mitglied um weiterzulesen.

Sujet Geheimnisse der Kunst

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