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die eigenständige linie

von sofie

das grundelement der zeichnung ist die linie – sie ist eines der ältesten gestaltungsmittel der kunst. sie kann gerade, zackig, kurvig, wellig, verwickelt, verknotet, horizontal, diagonal, eingerollt, zart, kräftig, lang oder kurz sein.

schon in prähistorischen höhlenzeichnungen entstanden bilder zunächst aus linien. im laufe der kunstgeschichte wurden sie jedoch weit mehr als ein werkzeug, um gegenstände abzubilden: die linie selbst wurde zum ausdruck von bewegung, stimmung und persönlichkeit.

insbesondere künstler:innen der moderne interessierten sich für die eigenständigkeit der linie, zum beispiel paul klee. er verstand die linie nicht als bloße kontur, sondern als sichtbare spur von bewegung und ausdruck.

paul klee: pädagogisches skizzenbuch. bauhausbücher 2. münchen: albert langen verlag, 1925, S. 6.
paul klee: pädagogisches skizzenbuch. bauhausbücher 2. münchen: albert langen verlag, 1925, S. 7.

eine aktive linie, die sich frei ergeht, ein spaziergang um seiner selbst willen, ohne ziel.1

eine linie also, die einen spaziergang macht! für klee konnte die linie lebendig, verspielt, neugierig oder entschlossen sein. wie findest du das?

eine linie ist eine linie ist eine linie

wer mich kennt, weiß: spielerisches experimentieren und zielloses ausprobieren liebe ich. deswegen gibt es heute wieder eine kurze übung für zwischendurch, die auf den ersten blick keinen zweck erfüllt und eigentlich zu nichts führt. oder etwa doch?

wir orientieren uns an paul klees „um seiner selbst willen, ohne ziel“. wir üben uns dabei in einer zeichnerischen geste und horchen auf unsere intuition. das ist immer gut. kein richtig, kein falsch. lass’ dem prozess (und der linie!) die möglichkeit, dich zu überraschen. und jetzt schnapp’ dir ein blatt papier und einen stift deiner wahl.

Sujet kreativtechniken

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