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Die weiße Hochzeit

Hintergrund

Die weiße Hochzeit, ist Tag 0, der Tag der Hochzeit.

Weiß ist die klassische Farbe, sie symbolisiert die Reinheit, die Unschuld und den Neuanfang. Obwohl sie bis ins 1900 Jahrhundert nur dem Adel vorbehalten war. Davor trug die Braut ihr bestes Kleid. Erst später entwickelte sich das weiß zu dem klassischen Hochzeitskleid, welches wir jetzt kennen.

Der Hintergrund

Während meiner Recherche ist mir bewusst geworden, wie hoch der Stellenwert einer Hochzeit in der Gesellschaft immer noch ist, obwohl 1/3 davon wieder geschieden werden. Und das, auch wenn man als Frau nicht unbedingt dem klassischen Lebensmodell folgt, doch bestimmt Erwartungen diesbezüglich an einen herangetragen werden. Nicht herangetragen, sondern es wird davon ausgegangen dass der Name des Mannes angenommen wird. Das in weiß geheiratet wird, das Essen, die Tischdeko, alles folgt einem geheimen Plan, der seit immer schon steht, und der von jedem mit wirklich nur dezenten Abweichungen befolgt wird. Wenn eins dieser Dinge von dem Brautpaar verneint wird, kommt direkt ein: Aber es ist euer Tag, es wäre doch Schade wenn... Ja genau, es ist unser Tag. Das Brautpaar darf entscheiden, wie die Hochzeit aussieht, wie gefeiert wird, welche Tischdeko, und wer welchen Namen annimmt oder eben nicht. Gerade als Frau kam es mir so vor, als ob noch so viel unglaublich altes traditionelles denken in den Köpfen vieler Menschen vorherrscht, was mich in der heutigen Zeit mehr als erschreckt hat.

Versteht mich bitte nicht falsch, wenn ihr den Namen eures Mannes annehmen wollt, in weiß ganz klassisch heiraten wollt, ist das voll okay. Dagegen spricht überhaupt nichts, nur gegen die Annahme das es so immer so gemacht werden muss.

Die Entstehung

Blut, es haftet immer noch so viel Blut von Frauen an Hochzeiten. Die Basis sollte eine Blutfontaine sein. Dazwischen transparente Schläuche, ungefüllt. Sie haben etwas von leere, von Krankenhaus, von künstlicher Ernährung. Für die erzwungene Künstlichkeit, dieses Statussymbol, das eine Hochzeit ist, dafür habe ich viel mit Plastikperlen gearbeitet, es sollte teilweise etwas billiges haben. Die Blumen, das zarte, sie sind konserviert unter Blasen, ähnlich Seifenblasen, etwas fragiles, dass auch platzen kann. Die Blüten sind rot, die Liebe, aber auch Blut, dazwischen weiße Schmetterlinge, Leichtigkeit, aber gefangen unter der Plastikkuppel.

Die Kugeln sind mit rotem Faden vernäht, ich habe keinen Klebstoff genutzt, es sollte alles am seidenen Faden hängen. Ich habe auch bewusst lose Fäden dazwischen gespannt. Ein Netz aus Adern, aus Blutgefäßen, Verdickungen, sie können reißen, oder verstopfen.

Der Griff, dort wo der Strauß gehalten wird ist mit weißem Satinband umwickelt, dieses wurde grob mit roten Nähten zusammengebunden. Die Naht ist sichtbar unter dem Schutzmantel aus silbernen Nieten. (Die Nieten sind aus Plastik, es tut beim tragen nicht weh.)

Sonstiges

Da ich gerne lese empfehle ich euch das Oma Heft 3 - Warum trägst du den Ring nicht - von Lina Thiede

https://www.lina-thiede.com/oma-hefte/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Der Faden

Der Faden ist eine Kurzgeschichte aus meiner Sammlung die Ende des Jahres erscheinen soll.

Lektorat: Daniela Umlauf (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Korrektorat: Carsten Moll (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Sujet Hochzeitssträuße

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