Passer au contenu principal

Die ersten vier Erkenntnisse des Jahres

Eigentlich schreibe ich an jedem Monatsende eine Reflexion. Im vergangenen Newsletter war es noch nicht so weit, da der Januar noch nicht vorbei war und jetzt habe ich keine Lust mehr, weil der Januar schon wieder so lange her ist. Außerdem ist im ersten Monat des Jahres so viel passiert. Ich habe ein Dokument dazu auf meinem Rechner angelegt, aber das ist so lang, dass ich es euch nicht zumuten möchte. Deshalb machen wir das diesmal anders und ich habe die vier für mich relevantesten Erkenntnisse zusammengestellt, die mir seit Jahresbeginn zugeflogen sind:

Vom Herumliegen bekomme ich Rückenschmerzen

Wenn ich Rückenschmerzen habe, denke ich oft, das würde vom Volleyball kommen. Dann gehe ich nicht zum Training, weil ich meine, ich müsste mich schonen und mein Körper wird immer fester. In den vergangenen Monaten ist mir aufgefallen, dass ich beim Beachvolleyball fast nie Schmerzen habe. Ich bin auf die unterhaltsamen Aktionen auf dem Feld konzentriert und bewege mich sehr natürlich – tatsächlich natürlicher, als wenn ich spazieren gehe. Meine Winterschuhe haben für die aktuellen Bedingungen auf den Straßen die perfekte Sohle, aber ich kann schlecht darin abrollen und habe immer mal wieder einen entzündeten Zeh. Als ich vergangene Woche beim Osteopathen war und wir gemeinsam analysierten, warum meine Hüfte sich wieder so verschoben hat, kamen wir drauf, dass ich im November und Dezember fast vier Wochen krank war, viel gelegen und eine ziemlich ungesunde Haltung auf der Couch eingenommen hatte.

Eigentlich weiß ich ja wie wichtig Bewegung bei Themen mit Bandscheibe und Nerven ist, vor allem, weil ich 2022/23 fast ein Jahr damit zu tun hatte, aber trotzdem habe ich erstmal wieder meinen Lieblingssport verantwortlich gemacht. Also geht es jetzt wieder regelmäßig an den Ball und im Fitness-Studio weniger aufs Laufband, sondern lieber an die Geräte oder in den Pilates Kurs, um auch die Stützmuskulatur aktiv zu halten. Und vielleicht kann ich mich sogar überwinden, mal wieder Schwimmen zu gehen. Brrrr.

Im Hallenbad natürlich, nicht draußen. :)

Bei meiner Freundin kann ich mein Thema viel klarer sehen

Im vergangenen Jahr ist aus einer ebay-Bekanntschaft eine Freundschaft geworden. Dafür bin ich aus unterschiedlichen Gründen sehr dankbar. Einer ist die irre Parallele, die wir zwischen ihren Beziehungsthemen und meinen beruflichen Themen entdeckt haben. Angefangen hat es damit, dass ich ihr von einer kuriosen Situation erzählte, in der mein Auftraggeber unser Arbeitsverhältnis abrupt beendete, nachdem ich eine klarere Kommunikation erbeten hatte. Sie hatte eine ähnliche Situation mit einem Mann erlebt. Auch fiel uns auf, dass wir beide mit unterschiedlichen Menschen ein sich wiederholendes Thema erleben. Als ich sie fragte, ob sie sich an eine Zeit davor erinnern könne, als dieses Lebenssegment noch leichter und unbelasteter war, stieß sie auf einen Schlüsselmoment. Auch ich habe so einen Schlüsselmoment in meinem beruflichen Leben. Das Gespräch hatten wir im Mai 2025. Direkt danach habe ich diese Seite und meinen Newsletter gestartet. Wir tauschen und nun regelmäßig aus, reflektieren unsere Erlebnisse und vergleichen unsere Triggerpunkte. Vergangene Woche haben wir uns wieder getroffen: Ich haderte damit, einen Auftrag anzunehmen oder abzulehnen, der sich nicht stimmig anfühlte. Sie grübelte, ob sie in eine Beziehung weiter Energie investieren sollte. Wieder war das darunterliegende Gefühl das gleiche, wir stellten uns gegenseitig Fragen und gingen beide gestärkt und voller neuer Erkentnisse auseinander. Es ist so hilfreich, mit anderen Augen auf ein Thema zu blicken, denn der berufliche Bereich, der sich bei mir zuweilen wacklig und unstet anfühlt, ist bei ihr eine Bank. Das Liebesleben, das bei ihr der Schmerzpunkt ist, ist mein Fels. So können wir dasselbe Thema in einen anderen Kontext setzen und kommen dadurch auf ganz andere Ideen, als wenn wir jede in unserem eigenen Brei herumrühren würden. 

Bild von unserem Treffen im Mai 2025 am Grunewaldsee.

Manchmal ist es vorausschauender, nicht zu planen

In der vergangenen Woche hatten wir zu Hause eine Mädchen-WG. Mein Partner David war auf Dienstreise in den USA und Emma, Hannah und ich gestalteten die Ferienwoche zu dritt. Dabei fiel mir auf, wie oft unsere Pläne sich änderten. Die Balance zwischen Planung und Spontaneität ist bei uns häufig ein Thema, besonders dann, wenn David und ich versuchen, unsere Unternehmungen und Verabredungen auf die der Mädels anzupassen und deren Pläne sich ändern. Da ist die Begeisterung immer groß.

Dadurch, dass ich allein verantwortlich war, habe ich mich intensiver beobachtet und bemerkt: Es stresst mich mehr, wenn ich versuche, die Absprachen, die die Mädels mit ihren Freunden treffen, mit ihnen und für sie zu konkretisieren, als wenn ich abwarte, bis sie sie selbst Klarheit haben und ich dann schaue, was wir umsetzen können. Interessanterweise entstehen manche Konflikte um Dinge, die am Ende gar nicht stattfinden. Ein Beispiel: Beim Frühstück gerieten Emma und Hannah aneinander, weil sie unterschiedliche Vorstellungen hatten, welchen Film sie abends schauen wollten. Mir fiel ein, dass wir die Woche über gut damit gefahren waren, von Moment zu Moment zu entscheiden. Erstens war noch gar nicht klar, ob Emma überhaupt da sein würde, und zweitens ändert sich die Stimmung über den Tag, so dass ein morgens gewählter Film abends vielleicht gar nicht mehr passt. Der Frieden war wieder hergestellt und der Abend lief entspannt.

Klare Entscheidungen im Moment

Im chinesischen I Ging und somit auch im Human Design gibt es eine Energie, die sich „Intuitive Weisheit“ nennt. Ich habe diese Energie sehr stark definiert, David auch. In ihrer positiven Ausprägung beschreibt sie die Fähigkeit, den Raum zu lesen und im Moment klare Entscheidungen zu treffen. Im Schatten liegt hier die Angst vor dem Morgen und davor, die Zukunft nicht kontrollieren zu können. Mir ist aufgefallen, dass die Angst bei uns oft aus der Sorge entsteht, etwas nicht ermöglichen zu können – gemeinsame Zeit, Wünsche der Mädels, ein gutes Familiengefühl.

Vorausgrübeln oder spontan entscheiden?

Der Weg von der Angst zurück zur Gabe der Intuition liegt darin, ein Stück Kontrolle abzugeben. Diese Woche habe ich das bewusst ausprobiert. Wenn Pläne nicht spruchreif waren, bin ich nicht in die Organisation eingestiegen. Emma wollte am Freitag eventuell wegfahren, hatte aber noch keine finalen Infos. Mir war klar: Nachfragen würde nur Stress erzeugen – bei ihr und bei mir. Ich habe für mich entdeckt, dass es für alle Seiten am angenehmsten ist, wenn ich mich raushalte, bis sie alles geklärt hat. Dann bin ich auch viel entspannter, im Moment zu reagieren, weil ich mich nicht schon tagelang mit dem Thema gestresst habe. Und falls es zu kurzfristig ist, als dass wir das Vorhaben umsetzen könnten, ist es eben so. Das war auch für Emma kein Problem. Wie gut zu wissen. Oft entsteht Stress, weil wir uns auferlegen, alles möglich machen zu müssen. Dabei übernehmen wir manchmal zu viel Verantwortung – und sind am Ende weniger hilfreich. Mir haben diese Erkenntnis und die Auseinandersetzung mit der Energie auch nochmal für meine eigenen Pläne und Vorhaben geholfen. Ein bisschen weniger Kontrolle, ein bisschen mehr Raum für Magie und im Zweifel weiß ich ja, dass ich im Moment intuitiv gute Entscheidungen treffen kann. (Für alle Human Design-Addicts: Es ist Gene Key 57.)

Ich muss nicht überall mitspielen

Meine Arbeit ist eine Mischung aus kompletter Selbstständigkeit und Einsätzen als Freelancerin in fremden Strukturen. Manchmal werde ich Monate im Voraus gebucht, manchmal springe ich kurzfristig ein. Dieser Teil fühlt sich für mich erstaunlich ähnlich an wie das Einspringen bei einer Beachvolleyball-Runde. Sogar der Informationsfluss gleicht sich. Am liebsten ist mir eine klare Anfrage: Möchtest du am Tag X einspringen? Wir spielen bei Y, mit Z, es kostet Betrag X. Wenn ich dann noch weiß, wo ich hinmuss und ob ein Warm-up inkludiert ist, bin ich happy.

Fehlen diese Infos, weiß ich nicht, wozu ich Ja sage. Genau das erlebe ich auch bei beruflichen Anfragen. „Kannst du Donnerstag und Freitag einspringen?“ – ohne Uhrzeiten, ohne Honorar, ohne Info zur Vorbereitung. Diese Details muss ich mir oft mühsam erfragen oder selbst setzen. Das ist wichtig für mich, denn ich habe erlebt, dass ein kalkulierter Tagessatz deutlich überzogen wurde, ohne dass klar war, wie mit den Mehrstunden umgegangen werden soll. Und wenn sich das Gefühl einstellt, dass es vor allem darum geht, möglichst viel Leistung für möglichst wenig Geld herauszupressen, weiß ich: Das ist nicht meine Umgebung.

Trotzdem fiel mir ein Nein lange schwer – vor allem dann, wenn schon mehrere Abstimmungsrunden gelaufen waren oder die andere Seite unter Zeitdruck stand und einfach nur ein schnelles Ja wollte. Das kann ich auch nachvollziehen. Doch, genau wie ich bei einer Beachvolleyball-Runden „nein“ sagen darf, wenn die Bedingungen sich so weit ändern, dass es nicht mehr das ist, was ich zugesagt habe (was ich früher übrigens nie gemacht habe), darf ich auch Aufträge ablehnen. Fühlt sich übrigens nicht ganz gleich gut an, denn gehe ich nicht beachen, spare ich Geld, lehne ich einen Auftrag ab, verzichte ich auf Geld. Doch, das ist auch etwas, das ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe. Ich stelle mir häufiger die Frage: “Gibt es über das Geld hinaus etwas, das mich an dem Auftrag reizt, das für mich ein Win ist? ” Und wenn ich ein „hell no“ habe, sage ich nicht zu. Bin gespannt, wie lange das gut geht.

 

Ach übrigens, wenn ihr meine Arbeit unterstützen möchtet, könnt ihr hier Mitglied von ninjaswelt werden, hihi.

Sujet everyday stories.

0 commentaire

Vous voulez être le·la premier·ère à écrire un commentaire ?
Devenez membre de ninjaswelt et lancez la conversation.
Adhérer