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FOCUS.

Musik aus strukturschwachen Regionen

Ox-Interview von Frank Weiffen

Auch wenn sie in den knapp sechs Jahren ihres Daseins innerhalb des Punkrock-Kosmos schon mit Kollegen wie SONDASCHULE und ROGERS auf der Bühne standen, spielten sich FOCUS. aus Riesa (auf halbem Weg zwischen Dresden und Leipzig) erst im vergangenen Jahr in den – sic! – Fokus vieler Menschen. Als Support nämlich für FEINE SAHNE FISCHFILET auf deren Erfolgstour durch die großen Hallen. Somit ist es wohl an der Zeit, einmal mit Sänger und Songschreiber Eric Zieger zu klären, warum sie diesen in Suchmaschinen-Hinsicht aberwitzigen Namen tragen, wie es in der Heimat so aussieht in Sachen Musikszene, was er auf seinem täglichen Weg zur Arbeit so macht und wie es zu einem Song wie „Thor-Steinar-Fresse“ kam.

Bandmitglieder von FOCUS.
Foto: Malte Tonn

Eric, ich sah euch erstmals im Dezember in Düsseldorf im Vorprogramm von FEINE SAHNE FISCHFILET, schaute mir nach dem Konzert gleich mal euren Backkatalog an, stieß dabei auf „Kein Album“ von 2023. Und stellte fest, dass darauf lauter Songs enthalten sind, die etwas negieren: „Kein Intro“, „Kein Limit“, „Kein Fan“ ... Seid ihr wirklich eine Band, die so negativ und gegen alles und jeden ist?

Nein, haha. Eigentlich sind wir genau das Gegenteil. Wir sind sehr positive Menschen. Das Album heißt nur deswegen „Kein Album“, weil wir am Ende der Aufnahmen merkten: Okay, wir haben jetzt ganz schön viele potenzielle Songtitel, die mit „Kein“ anfangen, nämlich sechs – da liegt es nahe, die Platte auch entsprechend zu nennen. Zumal wir keine Alternative hatten. Es war also bloß ein witziger Gedanke. Bei uns ist es meistens so, dass wir irgendeine dumme Idee haben und die dann umsetzen. Wobei ich sagen muss, dass dieser seltsame Titel letztlich sogar seine Berechtigung hat. Denn speziell diese Platte war und ist für uns nicht nur ein Album, sondern viel mehr. Wie erzählen darauf viele Geschichten, die tatsächlich passiert sind. Somit ist „Kein Album“ eher eine Aneinanderreihung von Tagebucheinträgen. Damit hat die dumme Idee dann auch wieder Sinn ergeben und war gar nicht so dumm.

Sind eure Alben, von denen es bislang zwei gibt, denn generell und immer wie Tagebucheinträge?

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