Der 60. ISU Kongress ist am Freitag mit den Wahlen für den Vorstand und die Komitees zuende gegangen. Dabei gab es ein paar Überraschungen. Jetzt tagt der neue Vorstand. Mit Spannung wird erwartet, ob und was der neue ISU Vorstand über eine mögliche Zulassung (oder weitere Nicht-Zulassung) der russischen und belarussischen Sportlerinnen und Sportler entscheidet.

ISU-Präsident Jae Youl Kim hatte keinen Gegenkandidaten und wurde per Applaus im Amt bestätigt (es gab also keine Abstimmung, bei der unzufriedene Mitglieder sich hätten enthalten oder mit nein stimmen können). Der Ungar György Elek, ein ehemaliger Eistänzer und seit 2022 im Vorstand, setzte seinen Aufstieg fort und wurde klar vor dem bisherigen Amtsinhaber Benoît Lavoie, Fabio Bianchetti und der Außenseiterin Ubavka Novakovic Kutinova zum neuen 1. Vizepräsidenten gewählt.
Bei der Wahl für den Vorstand setzten sich von der Eiskunstlauf-Seite Tina Lundgren (USA), Tatsuro Matsumura (Japan), Benoît Lavoie (Kanada), Susan Lynch (Australien) und Fabio Bianchetti (Italien) durch. Nicht gewählt wurden das bisherigen Mitglied Susanna Rahkamo (Finnland) sowie die neuen Kandidaten Robin Cousins (Großbritannien), David Molina (Frankreich), Jimmy Stryhn Meier (Dänemark) und Oleksandr Volkov (Ukraine).
Rettstatt unterliegt Cesaro
Die neue Chefin des ISU-Eistanzkomitees ist die Italienerin Michela Cesaro. Sie schlug den Amtsinhaber Shawn Rettstatt (USA) deutlich mit 78 zu 37 Stimmen. Rettstatt war nach einigen Eistanz-Entscheidungen in der vergangenen Saison umstritten. Die Mitglieder des Eistanz-Komitees sind jetzt Marie Bowness (Kanada), Marcin Kozubek (Polen) und Csaba Balint (Ungarn). Rettstatt scheiterte auch hier und ist nun gar nicht mehr im Komitee, ebenso ging das frühere Komitee-Mitglied Alla Shekhovtseva aus Russland leer aus.
Leena Laksonen aus Finnland hatte keinen Gegenkandidaten und ist die Vorsitzende des Kunstlauf-Komitees. Die Mitglieder sind Daniel Delfa (Spanien), Leah Bates (Australien), Feng Huang (China) und Kerstin Kimminus (Deutschland). Nicht gewählt wurden Julia Andreeva (Russland), Cornel Gheorghe (Rumänien), Paolo Pizzocari (Italien) und Albert Zaydman (Israel).
Die Schweizerin Nina Bischoff gewann die Wahl zur Vorsitzenden des Synchron-Komitees. Jennifer Betts (Kanada), Karin Sherr (USA) und Ida Hellström (Finnland) sind die Mitglieder.
Für die Disziplinarkommission gab es nur so viele Kandidaten wie Plätze, so dass Eugen Larasser (Deutschland) zusammen mit seinen Kollegen seine Arbeit in der Kommission fortsetzen wird.
Die Offiziellen sind für den neuen olympischen Zyklus bis 2030 gewählt.
Im Anschluss an den Kongress tagt nun der neue ISU-Vorstand. Es wird u.a. erwartet, dass eine Entscheidung fällt, ob russische und belarussische Sportler/innen wieder zugelassen werden oder eben nicht und wenn ja, in welcher Form.
Quellen: Live Blog auf der ISU Webseite (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Livestream (noch abrufbar): Freitag, 12. Juni, Tag 3 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Photo: ISU Webseite