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Werte Steadys,

Ich denke, ich sollte mich mal wieder melden, das hab ich lange nicht getan. Aber ich hab sowieso lange nicht recht was getan, denn die letzten vielen Monate waren schwierig. Der Gang der Dinge mit sehr alt gewordenen Eltern und welchen Rucksack man dabei schleppt, voll mit schwierigen Emotionen - ich muss sicher einigen von Euch nichts erzählen.

Jedenfalls hatte ich wohl damit verbunden viel zu lange das, was Autoren die gefürchtete ‚Schreibblockade‘ nennen, nur dass es bei mir eher eine Zeichenblockade war, die sich so äusserte, dass ich bei meinem NIBELUNGEN-Epos, das schon so lange auf dem Zeichenbrett liegt, jede Nase, die ich zeichnete, gleich misslungen fand! Immer dachte ich, dass es noch besser geht, falsche Entscheidungen hin und her und ich fing dann an, immer dieselben Szenen nochmal zu überarbeiten und nochmal und nochmal! Mein innerer Kritiker, den ich sonst sehr schätze, drehte frei, und gegen den permanenten Widerstand und diese Selbstzweifel kam ich nicht mehr an. Und dann ging eine Weile gar nichts mehr. Da war keine Erzählfreude, ich fand mich uninspiriert und kam einfach nicht weiter.

Gleichzeitig glaubte ich aber nach wie vor an die Idee und wusste, das kann gut werden. Mir sagte auch eine Stimme, dass das, was ich da mache, so schlecht gar nicht sein kann.! Aber ich guckte auf die Zeichnungen und war massiv unzufrieden.

Also schlechte Laune und Depri, nur die KONRAD UND PAUL-Serie zum Advent ging mir überraschend erfreulich flott von der Hand. Gut zu wissen, dass die kleinen, schnellen Sachen auch während einer Schaffenskrise besser fluppen als die langen Comicromane.

Aber nun: Die Familientragödie hatte Anfang des Jahres ihr trauriges Ende - und ich atme auf. Der Frühling tut’s auch dazu. Ich arbeite wieder mit Lust und Ehrgeiz und will das Ding in diesem Jahr fertig kriegen. Darum nur vereinzelt Lesungen und beim Comicfestival in Erlangen werde ich diesmal auch nicht sein. Ich muss mich erden.   

Was ich vor allem sagen will: Ihr sollt wissen, dass das, was ihr bei STEADY macht, wirklich sinnvoll ist. Wohl auch für andere Künstler. Man kommt mit der Unterstützung besser über die Runden, auch wenn das kreative zeitweise nicht so aus einem herausströmt. Klar, es läuft nicht immer geschmeidig, auch einige Bücher vorher waren schon herausfordernd. Aber so eine lang anhaltend angezogene Handbremse hatte ich noch nie und möchte das auch nicht nochmal erleben.

Trommelwirbel, Tusch: Nun bin ich bei Siegfried und der Drachenszene! Aber da ich digitaldoof bin oder STEADY wieder irgendwas am System geändert hat, muss ich den Drachen nachtragen. Ich kann hier grad keine Bilder posten. :/ Man weiss es nicht.

DANKE und habt gute Frühlingstage, ohne Tragödien!

Euer König

 

   

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