Liebe Politikinteressierte
Wer austeilen kann, muss auch einstecken können. Menschen sind tolerant, wenn sie andere Meinungen gelten lassen. Das eigene Weltbild ist nicht die Welt. Ja, das klingt alles abgedroschen, aber leider reagieren wir heute immer sensibler, wenn wir uns mit Meinungen auseinandersetzen müssen, die so gar nicht unserer persönlichen Einstellung entsprechen. Da sind auch wir von Rathuus nicht davor gefeit. Doch genau darum setzen wir in unserem Online-Politikmagazin auf Vielfalt. Das zeigt sich exemplarisch in dieser Woche.
So haben wir uns Felix E. Müllers (74) Streitschrift „Schafft die Pensionierung ab“ gewidmet. Die Lektüre des 160-seitigen, handlichen Buchs lohnt sich für Politikerinnen und Politiker aller Couleur. Der ehemalige „NZZ am Sonntag“-Chefredaktor möchte nämlich nichts weniger als die Pensionierung ganz abschaffen. Klar, dass seine Forderung nicht bei allen auf Gegenliebe stösst. Aber: Dass manchmal die Autorensicht eines Akademikers mit wohl sehr gutem Finanzpolster spürbar ist, stellt kein Problem dar. Denn Müller überrascht mit Sichtweisen oder zumindest mit Beobachtungen, die auch von gemässigten Sozialdemokraten stammen könnten.
Das Buch ist übrigens ganz normal im Buchhandel erhältlich – dies einfach als Hinweis für alle, die noch verzweifelt ein Last-Minute-Geschenk suchen. Wer mehr wissen will, klickt hier. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Die Kleinpartei EDU hält sich bereits seit 50 Jahren
Wir stellen ausserdem Thomas Lamprecht (59) vor. Wir haben den Kantonsrat der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU) in „Lienis Kafi“ in Bassersdorf getroffen. Der EDU-Kantonsrat und Vizepräsident der EDU Schweiz setzt sich für Kleinunternehmen, Eigenverantwortung und traditionelle Familienwerte ein. Die EDU wurde vor 50 Jahren gegründet. Im Mai fand in Huttwil im Kanton Bern eine grosse Jubiläumsfeier statt.
Dass sich die EDU als kleine Partei so lange halten konnte, liegt wohl unter anderem an der treuen Wählerschaft. „Wer uns wählt, weiss, für welche Werte wir stehen“, so Schreinermeister Lamprecht. Ihm sei der Glaube wichtig. „Die christlichen Werte haben unser Land geprägt – doch das geht zusehends vergessen.“ Dass er mit seinen christlich-konservativen Ansichten bei einigen durchaus aneckt, nimmt der Politiker in Kauf. Hier geht es direkt zum Porträt. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Grünen-Gemeinderat Maggi: „Ich mag keinen Smalltalk“
Unser indiskreter Rathuus-Fragebogen setzt den Schlusspunkt dieses Newsletters. Ausgefüllt hat ihn dieses Mal Luca Maggi (35) von den Grünen. Der Stadtzürcher Gemeinderat führt ein Rechtsberatungs- und Treuhandbüro mit Fokus auf Arbeitsrecht sowie nachhaltiger Unternehmensführung und ist Sicherheitsverantwortlicher beim FC Zürich. Der Politiker stört sich lokal an horrenden Mieten und global am stetigen Rechtsrutsch.
Auf die Frage, ob er seiner Partei schon immer treu war oder ob er schon mal Abwanderungsgelüste hatte, antwortete Maggi augenzwinkernd: “Für einen Fussballfan gilt: man darf alles wechseln, ausser seinen Verein. Nein, im Ernst, ich hatte noch nie Abwanderungsgedanken von den Grünen – auch wenn ich die AL in der Stadt Zürich ebenfalls sehr mag.” Das Interview ist nur einen Klick entfernt. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Zum Schluss noch dies: Weil wir uns erst am 26. Dezember wieder per Newsletter lesen werden, wünschen wir bereits heute frohe Festtage und eine möglichst besinnliche Zeit.
Liebe Grüsse
Lorenz Steinmann und Pascal Turin