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Politik im Realitätscheck

Liebe Politik-Fans

Ehre, wem Ehre gebührt – heisst es doch so schön. Darum wollen wir in dieser Newsletter-Ausgabe zuerst einmal auf einen Leitartikel von Çiğdem Akyol in der linken „Wochenzeitung WOZ“ hinweisen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). In diesem wichtigen Text mit dem Titel “Sparen bis zur Ahnungslosigkeit” geht es um die globale Medienbranche – darunter um den Kahlschlag bei der “Washington Post”. Die Traditionszeitung und wichtige Stimme aus dem US-amerikanischen Machtzentrum gehört Jeff Bezos, Gründer des Onlineversandhändlers Amazon. Die “Washington Post” spielte eine entscheidende Rolle bei der Aufdeckung der Watergate-Affäre. Nun müssen Hunderte Journalistinnen und Journalisten gehen. It's so sad, wie US-Präsident Donald Trump sagen würde. Und das meinen wir völlig unironisch.

Doch kommen wir zurück von der deprimierenden Lage in der Medienwelt in die Niederungen der Lokalpolitik. In der 26. Folge des Rathuus-Podcasts hat Lorenz Steinmann einen Einblick in seine tägliche Arbeit gegeben. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) Er erzählt, was ein Journalist so erlebt, der über den Stadtzürcher Kreis 1 schreibt und den amtierenden Stadträtinnen sowie Stadträten für seine Wahlberichterstattung mehr als Wohlfühlfragen stellen will.

Menschen im Mittelpunkt

Eine traurige Nachricht erreichte uns diese Woche: Karl Lüönd ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Der Journalist war ein gefragter Experte und Interviewpartner, wenn es um die Schweizer Medienbranche ging. Lorenz hat einen berührenden und persönlichen Nachruf geschrieben, der sich auch für Personen zu lesen lohnt, die Lüönd nicht kannten. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) Denn zumindest eine Zeit lang hatte Karl Lüönd grossen politischen Einfluss im Raum Zürich. Er war 1982 Mitbegründer der “Züri-Woche”. Dieses Boulevardblatt leitete er 17 Jahre lang als Chefredaktor, zeitweise auch als Verleger.

Damals war diese bürgerlich eingefärbte Gratis-Wochenzeitung eine Instanz in Zürich und hatte eine Auflage von 250’000 Exemplaren. Politikerinnen und Politiker – meist des linken Spektrums – mussten wöchentlich zittern, wenn wieder Kritik der „Züri-Woche“ auf sie hereinprasselte.

Ausserdem hat SP-Kantonsrätin Birgit Tognella-Geertsen aus Wangen-Brüttisellen unseren Rathuus-Fragebogen ausgefüllt. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) “Ich verstehe mich als Sozialpolitikerin mit sozialliberalem Gedankengut. In manchen Bereichen argumentiert mir die Juso teilweise zu polemisch”, sagt die Sozialdemokratin, deren Lieblingsrestaurant das “Mère Catherine” in der Altstadt ist. “Es ist längst eine Institution in Zürich und begeistert mich seit über 40 Jahren mit französischer Küche. Dort habe ich vor 39 Jahren meinen 20. Geburtstag gefeiert und dieses Restaurant gibt es immer noch.”

ÖV auf dem Prüfstand

Zum Schluss wollen wir auf einen Artikel von Pascal Turin verweisen. Er hat über den öffentlichen Verkehr geschrieben. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) Die SP will nämlich eine an der Urne in der Limmatstadt erfolgreiche Idee in den gesamten Kanton exportieren. Geht es nach den Sozialdemokraten, sollen Erwachsene für das Jahresabonnement für eine bis zwei Zonen des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) nur noch 365 Franken bezahlen. Wenig überraschend winkt der Regierungsrat ohne Begeisterung ab.

Doch unabhängig davon, wie viel ein ÖV-Abo für ein bis zwei Zonen zukünftig kosten wird, machen sich bürgerliche Politikerinnen und Politiker Gedanken über die generelle Zukunftstauglichkeit des Zürcher ÖV-Systems. Sie haben deshalb einen Vorstoss mit dem Titel „ZVV unter Wachstumsdruck: Wie lange trägt das heutige System?“ eingereicht.

So, das war’s für heute.

Liebe Grüsse

Lorenz Steinmann und Pascal Turin

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