Am Donnerstag bin ich in Hannover bei pro-TZ und stelle dort ein Benchmarking aus 22 regionalen Titeln vor. Eine Sache darf ich daraus teilen: Die Branche ist positiv gestimmt. 87 % geben an, eher optimistisch oder sogar sehr optimistisch auf die Paid Content Entwicklung in den nächsten 3 Jahren zu blicken.
Ein Treiber für die positive Entwicklung werden Paywalls bleiben. Ziemlich genau vor einem Jahr habe ich auf LinkedIn ein Benchmarking mit Paywalls geteilt. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) Seitdem hat sich in Sachen Struktur, Nutzerführung & Angebotsführung viel getan – deshalb wird es Zeit für ein Update.
Dazu habe ich erneut ein Miro-Board mit 40+ Verlagen aus Deutschland und Österreich, den USA, UK, Frankreich, den Niederlanden und Skandinavien erstellt:
(S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)👉 Zum Miro-Board mit Paywall-Bibliothek (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Im heutigen Deep Dive teile ich 5 Punkte, die ich dabei besonders auffällig fand. 👇
Deep Dive: Paywalls 2026 – diese 5 Dinge fallen auf
1. Es wird viel getestet!
Beim Vergleich mit den Paywalls aus 2025 merkt man direkt: Es gibt keinen Stillstand. Rund 2/3 der betrachteten Paywalls sehen anders aus als vor einem Jahr.
V. a. Layout und Wordings haben sich verändert: Viele Verlage haben z. B. ablenkende Elemente wie Marken-Icons oder auch Füllwörter stark reduziert.
Wenn Du mir schon länger folgst, weißt Du, dass das meine grundsätzliche Empfehlung bestätigt: Eine Paywall ist nie fertig – ständiges A/B-Testen darauf bringt Dein Wachstum voran.
2. Ausführlich vs. minimalistisch
Unter den betrachteten Verlagen erkennt man mittlerweile 2 Stoßrichtungen:
Etwas längere Paywalls mit mehr als einem Angebot und einer Auflistung von Benefits.
Komplett minimalistische Paywalls, die so schnell wie möglich in den Checkout führen.
Interessant zu beobachten: Insbesondere deutsche (und österreichische) Verlage tendieren zu längeren Paywalls mit mehreren Angeboten. Dagegen setzen erfolgreiche skandinavische, britische und amerikanische Verlage zum Großteil auf komplett reduzierte Paywalls.
Bei der Reduzierung gibt es noch Abstufungen, doch viele große Verlage nutzen nur noch Headline und CTA (z. B. Wall Street Journal, The Atlantic, The New Yorker, Aftenposten).
Wenn Du das noch nie getestet hast, ist ein Test der gegenüberliegenden Strategien auf jeden Fall zu empfehlen. Beachte hierbei aber auch Punkt 3.
3. Zusätzliche Seite zwischen Paywall und Checkout
Ebenfalls eine spannende Neuerung: Rund 50 % der stark reduzierten Paywalls leiten nicht direkt in den Checkout, sondern zuvor auf eine Landingpage, die die Nutzer:innen zuerst abholt. Die Zwischenseite dient hier vor allem auch als Angebotsauswahl.
Die Idee dahinter: Die Paywall ist sehr kurz und forciert eine schnelle Entscheidung, die Angebotsauswahl wird erst dahinter gelegt. Hier scheint es große Unterschiede in den Zielgruppen zu geben – was auch für Dich einen Test interessant machen könnte.
4. Kürzere Anreißtexte
Eins ist über alle Paywalls hinweg klar zu erkennen: Die Anreißtexte vor der Paywall werden immer kürzer – z. T. beginnt diese schon direkt nach dem Artikelbild.
Der Hintergrund: Wenn Nutzer:innen das Gefühl haben, dass sie bereits viel von einem Artikel lesen konnten, nimmt die Abschlusswahrscheinlichkeit ab. Durch einen kürzeren Anreißtext dagegen rückt die Paywall viel schneller ins Sichtfenster.
5. Probe-Abos als Standard – mit Ergänzung
Probe-Abos bleiben das Standard-Angebot – auch bei internationalen Benchmarks. Im Vergleich zum Vorjahr kommen daneben aber auch zusätzliche Kurzabos (auf der Paywall selbst oder auf Zwischenseiten) hinzu.
Besonders die großen nationalen Titel – ZEIT, SPIEGEL, SZ und Handelsblatt – bieten neben dem klassischen Probe-Abo mittlerweile eine weitere rabattierte Kurzabo-/Jahresabo-Form an. Zum Teil ist diese zweite Platzierung auch je nach Abo-Affinität dynamisiert.
Fazit – diese 5 Paywall-Trends können Dich 2026 inspirieren
Was auf einer Paywall funktioniert, lässt sich natürlich nicht pauschalisieren. Trotzdem lohnt es sich, auf dem Laufenden zu bleiben und zu schauen, was andere machen.
In meinem Miro-Board habe ich 5 spannende Trends entdeckt, die Du nutzen kannst:
Paywalls entwickeln sich kontinuierlich weiter – v. a. bei Wording und Layout hat sich im letzten Jahr viel getan.
Es zeichnen sich zwei Stoßrichtungen ab: längere vs. stark reduzierte Paywalls (allerdings dann nicht unbedingt über alle Services hinweg).
Teilweise holen Landingpages zwischen Paywall und Checkout die Nutzer:innen ab und bieten unterschiedliche Angebote an.
Anreißtexte vor der Paywall werden kürzer.
Probe-Abos bleiben der Standard, es kommen jedoch Kurzabos hinzu.
👉 Du siehst: Es gibt einige wertvolle Anregungen von nationalen wie internationalen Verlagen, von denen Du Dir genügend für neue Tests abschauen kannst. Denn am Ende findest Du nur in der Praxis heraus, welche Paywall-Maßnahmen wirklich für optimale Ergebnisse sorgen.
Ich hoffe, mein Miro-Board hat Dich inspiriert, Deine eigene Paywall weiter zu optimieren. Du wünschst Dir Unterstützung oder konkrete Handlungsempfehlungen zu Deiner Paywall? Dann schreibe mir gerne über LinkedIn (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) oder an sascha@sub-growth.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).