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Hot in the city.

Das Bild ist ein dreiteiliger Comic.

Panel 1:
Ein Mann mit Brille, Anzug und blauem Hemd zeigt mit dem Finger und sagt:
„Your problem is you are so anti-car!“
Eine Frau mit kurzen roten Haaren und grünem Shirt antwortet:
„No, I’m not.“

Panel 2:
Der Mann sagt: „You are. You hate cars!“
Die Frau erwidert:
„I don’t. I just hate road accidents, road deaths, death and ill health caused by pollution, congestion, inadequate public transport, paved front gardens, pavement parking, car-dominated development and urban sprawl.“

Panel 3:
Der Mann sagt: „Exactly. All of which are caused by cars.“
Die Frau antwortet: „You said it!“
Fühlst du das auch?

Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe, ihr habt die heiße Woche besser hinter euch gebracht als ich. Ich bin definitiv Team Frühling und kann es immer weniger verstehen, dass so viele Menschen sich dagegen wehren, unsere Städte durch weniger Autos endlich klimaresilienter zu machen. Wenn ich auf dem Rad an Autos vorbeifahre, schlägt mich deren Hitze manchmal echt fast vom Sattel. Zudem berichten auch viele, dass der Umgang auf der Straße miteinander an heißen Tagen noch übler ist als sonst eh schon.

Ab einer Temperatur von 28 oder 29 Grad Celsius sind wir nicht mehr in unserer Komfortzone; die liegt für Mitteleuropäer in der Regel bei 22 bis 25 Grad. Alles darüber wird als zu warm empfunden und dann beginnt der Stress für den Körper. Die Blutgefäße erweitern sich, das Herz schlägt schneller, und auch das Hormon Vasopressin wird verstärkt ausgeschüttet. Vasopressin dient dazu, Flüssigkeit im Körper zu halten. Als Nebeneffekt erhöht dieses Hormon leider auch die Aggressivität von Menschen. Insgesamt wird also bei Hitze unser gesamtes sympathisches Nervensystem in Alarmstimmung versetzt. Das alles führt dazu, dass wir uns unwohl fühlen und deutlich gereizter sind als bei kühleren Temperaturen.

https://www.swr.de/leben/gesundheit/macht-hitze-aggressiv-das-sagt-die-wissenschaft-100.html (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Der Deutschlandfunk hat mich vor ein paar Tagen zu meiner Vision befragt - und gleich zur Forscherin ernannt. Aber irgendwie bin ich das ja auch 😊

Gesellschaft ohne Auto? Mobilitätsforscherin Katja Diehl im Gespräch

https://www.deutschlandfunk.de/gesellschaft-ohne-auto-mobilitaetsforscherin-katja-diehl-im-gespraech-100.html (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Mario Sixtus schaut in die Kamera, daneben das Cover unseres gemeinsamen Buches und der Hinweis, dass es bis zum 7.9. versandkostenfrei mit Signatur bestellt werden kann. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Bis zum 7.9. versandkostenfrei signierte Exemplare bestellen!

Heute habe ich wieder zwei sehr unterschiedliche, aber somit auch hoch spannende Interviews exklusiv für euch online gestellt (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre): Heiner Monheim und das Doppelinterview mit Julien Figur und Finn Peters.

Heiner ist großartig in Sachen Klartext - ich hatte ihn auch schon im Podcast zur geplanten Einstellung der so genannten Bäderbahn.

Für mein Buch “Raus aus der AUTOkratie - rein in die Mobilität von morgen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)” habe ich übergreifender mit ihm gesprochen.

🚗 Die „heilige Kuh“ Auto – warum wir immer wieder vor die Wand laufen
Nach Jahrzehnten Verkehrswendearbeit: Heiner Monheim im Klartext

„Es gibt im Kopf eine Blockade, sich eine Welt mit weniger Autos vorstellen zu können. Der ländliche Raum dient als Alibi – hinter ihm verstecken sich alle.“

  • Tabu Auto: Politik, Verwaltungen und sogar Verkehrsunternehmen trauen sich allenfalls Mini-Änderungen zu – vor allem im ländlichen Raum.

  • Geschichte der Wellen:

    • 1960er: Fußgängerzonen – umkämpft, aber durchgesetzt.

    • 1970er: Renaissance des Fahrrads – gegen massiven Widerstand.

    • Modellprojekte für Verkehrsberuhigung – inspiriert aus Holland.

  • Bremser Bundespolitik: Statt Regeln für Ride-Sharing, Carsharing & Co. zu schaffen, blockiert der Bund jahrzehntelang.

  • Falscher Fokus: Milliarden für U-Bahn-Tunnel, um oben Platz fürs Auto zu schaffen – während Busse, Bahnen und Radinfrastruktur verfallen.

  • Verpasste Chancen: Schweiz, Holland, Skandinavien zeigen, wie’s geht – integraler Taktfahrplan, Shared Space, Mautsysteme, mutige Parkpolitik.

„Das Auto muss vom Raubtier zum Haustier domestiziert werden.“

  • Kultureller Rückschritt: Deutschland war mal Bahn-, Straßenbahn-, Fahrrad- und Fußgängerland – bis Politik und Planung alles dem Auto unterwarfen.

  • Heute: immer größere, schwerere und dreckigere Autos – und eine Politik, die lieber antriebsfeilscht als Systemwende wagt.

„Das fällt uns jetzt auf die Füße.“

Im Gespräch mit den beiden jungen Busunternehmern Julien Figur und Finn Peters haben wir über ein meiner Meinung nach leider völlig vernachlässigtes Verkehrsmittel gesprochen:

🚌 Der Reisebus – unterschätzter Klima- und Mobilitätsretter

Der Reisebus ist heute schon das nachhaltigste motorisierte Verkehrsmittel – nachhaltiger sogar als die Bahn, wenn er gut ausgelastet ist. Doch gesellschaftlich spielt er oft nur die Rolle des „Verkehrshindernisses“. Dabei ersetzt ein einziger Bus rund 50 Autos auf der Straße.

Julien Figur betont:

„Wir müssen den Reisebus nicht als Problem, sondern als Teil der Lösung sehen – egal ob für Klassenfahrten, Festivals oder Firmen-Shuttles.“

Finn Peters sieht ein Imageproblem:

„Mobilität darf in den Köpfen vieler nichts kosten – und deshalb wird ihr Wert unterschätzt.“

Reisebusse leisten weit mehr als nur CO₂-Einsparung:

  • Sozialer Kitt – sie verbinden Menschen, bringen Umsatz in ländliche Regionen und fördern Gruppeninteraktion.

  • Flexibilität – sie fahren genau dort hin, wo sie gebraucht werden, unabhängig von Fahrplänen und Schienen.

  • Eventhebel – An- und Abreise machen oft 60–80 % der Event-Emissionen aus.

Doch die Branche kämpft:

  • Fahrermangel & hohe Eintrittsbarrieren – der Führerschein D kostet rund 10.000 € und wird selten gefördert.

  • Fehlende Lobby – kein gemeinsames Marketing, keine politische Gleichstellung mit Bahn (Mehrwertsteuer auf 7 %).

  • Traditionslast – viele familiengeführten Betriebe haben kaum Ressourcen für Innovation oder Nachhaltigkeit.

Die Vision:
Luxuriösere, serviceorientierte Reisebusse, On-Demand-Shuttles nach MOIA-Prinzip, vegane Reisen, VIP-Buszugänge bei Festivals – und eine neue Wertschätzung für die Fahrer*innen als „Piloten der Straße“.

„Der Weg kann das Ziel sein – selbst der Arbeitsweg.“ – Finn Peters

Fazit:
Wer ernsthaft über Mobilitätswende spricht, darf den Reisebus nicht am Rand stehen lassen. Er ist ein leiser, aber entscheidender Hebel – für Klima, Komfort und Gemeinschaft.

Was war noch so los in dieser Woche?

Bahnchef Richard Lutz muss gehen

Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin wird in den kommenden Wochen gesucht – und könnte auch aus Österreich oder der Schweiz kommen. Ende September will der Verkehrsminister seine Bahn-Pläne vorstellen. Die Sanierung wird zeitlich gestreckt.

https://www.klimareporter.de/verkehr/bahnchef-richard-lutz-muss-gehen (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Spannend an dieser Personalie fand ich die Formulierungen des Bundesverkehrsministers, der sich so anhörte, als sei die Bahn KEIN Staatskonzern mit Gewinnausrichtung. Meiner Meinung nach ist eine Personalie zu verändern selten die Lösung eines Problems. Ich wünsche mir eine Person, die Personal und Fahrgäste gleichermaßen im Fokus hat. Am liebsten aus der Schweiz oder Österreich, die sehr viel mehr Ahnung von der Pflege einer guten Bahn haben. Dann wiederum bräuchte es aber auch einen Verkehrsminister, der vor allem den finanziellen Fokus auf die Bahn legt. Den haben wir aber nicht, sondern bis heute Verbrennerbelohnungen für Dienstwagenmenschen.

Aber nunja. Wir werden sehen.

Ich war dazu auch jüngst im Deutschlandfunk - die arbeiten echt gern mit mir :D

Wie kommt die Bahn aus der Kritik? – Interview Katja Diehl, Mobilitätsexpertin

https://www.deutschlandfunk.de/wie-kommt-die-bahn-aus-der-kritik-interview-katja-diehl-mobilitaetsexpertin-100.html (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Und damit zu den Links der Woche.

Der Weg zum sicheren autonomen Fahren ist noch weit. Während Waymo mit seiner riesigen Datenbasis und dem multimodalen Sensoransatz technologisch oft als führend angesehen wird, kämpft auch dieses System mit den teils unvorhersehbaren Tücken des REALEN Verkehrs.

https://t3n.de/news/musk-macht-sich-ueber-waymo-lustig-eigentor-1699856/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Meine Gedanken zum autonomen Fahren:

  • Ich will das nicht in der Stadt, weil es dafür weiter netzabdeckende Fahrspuren geben müsste, die von “spontanen Handlungen” aka. Rad- und Fußverkehr bereinigt werden müssten

  • Ich will das nicht als Kannibalisierung bestehender “Gemeinwohlsysteme” der Mobilität

  • Ich sehe viel Potenzial für den ländlichen Raum, befürchte aber, dass Daseinsvorsorge und verträglichere Logistik Kapitalisten nicht interessiert…

Im aktuellen Podcast war Ed Niedermeyer ähnlicher Meinung.

"Autonomous vehicles shouldn't be private cars. If they could deliver this-it would be a nightmare of cosmic proportions." (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Und ich frage mich auch, wie Straßen aussehen könnten, wo viele autonome Fahrzeuge UND Kinder sich bewegen. Die aktuelle Statistik von Verkehrscrashes mit Kindern hat mich geschockt, die Zahlen steigen. Ich hoffe, dass ich mit meinen Freundinnen aus Österreich bald viel von Kommunen gebucht werde, um Kindermobilität zu verbessern. Es ist so leicht!

2024 waren 27.260 Kinder Opfer von Straßenverkehr, der nicht auf ihre Lebensrealität Rücksicht nimmt.

Mich macht das ehrlich gesagt täglich fertig. Die Kleinsten werden am meisten durch unsere erwachsene Autowelt bedroht. Anstatt eine kindgerechte Umgebung zu schaffen, erziehen wir Kinder “verkehrsgerecht” - was nichts anderes bedeutet als ihnen jedwede spontane Handlung in der Nähe von Straßen ab- und ihnen anzutrainieren, dass sie nie darauf zählen können, dass Erwachsene im Auto Rücksicht auf sie nehmen. Auch an Zebrastreifen und an Ampeln nicht.

Hier im Artikel findet ihr weitere Infos - aber auch die Lösung: Das Workshopformat, das ich mit Freundinnen aus Österreich entwickelt habe, um kindgerechte Räume zu schaffen, die immer auch gute Räume für alle sind. Lasst uns die Revolution für die Schwachen beginnen! <3

https://katja-diehl.de/2024-waren-27-260-kinder-opfer-von-strassenverkehr-der-nicht-auf-ihre-lebensrealitaet-ruecksicht-nimmt/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Social Interactions on three streets. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Und die Grundlagen sind schon so lange bekannt.

In late 1969, Donald Appleyard (a professor of Urban Design at University of California, Berkeley) conducted a study to investigate the effect of traffic volume on the livability of residential streets in San Francisco; the study was reported in his book “Livable Streets”.

https://www.pps.org/article/dappleyard (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

"Good urban design must be for the poor as well as for the rich."

"People have always lived on streets. They have been the places where children first learned about the world, where neighbors met, the social centers of towns and cities, the rallying points for revolts, the scenes of repression... The street has always been the scene of this conflict, between living and access, between resident and traveler, between street life and the threat of death."

Wie nur ankommen gegen all die Lügen?

A “critical assessment” report commissioned by the Trump administration to justify a rollback of US climate regulations contains at least 100 false or misleading statements, according to a Carbon Brief factcheck involving dozens of leading climate scientists.

https://interactive.carbonbrief.org/doe-factcheck/index.html (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Auf dem luftigen Holzweg

Der Koordinator der Bundesregierung für Tourismus und maritime Wirtschaft, Christoph Ploß (CDU) fordert die Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit. Plus: "Um Deutschland auch für den Luftverkehr wieder attraktiver zu machen, sollten luftverkehrsspezifische Steuern, Gebühren und Abgaben gesenkt werden", heißt es in dem Papier.

https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/bundesregierung-legt-f%C3%BCnf-punkte-plan-f%C3%BCr-tourismusbranche-vor/ar-AA1JHioh (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Geneva offers free public transport to tackle pollution spike

https://news.az/news/geneva-offers-free-public-transport-to-tackle-pollution-spike (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

An etlichen Berliner Hauptrouten soll bald wieder Tempo 50 erlaubt sein.

https://www.tagesspiegel.de/berlin/wieder-tempo-50-statt-30-berliner-senat-beschliesst-kommende-woche-aufhebung-von-tempolimits-14163806.html (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

In der Schweiz wurde ein Mann zu einer Geldstrafe von 90.000 Schweizer Franken (95.500 Euro) verurteilt, weil er mit 77 km/h in einer 50er-Zone geblitzt worden war.

Mir gefällt diese Meldung, weil die Strafe am Einkommen des Täters ausgerichtet wurde. Für mich ein sehr viel sinnvollerer Weg als die z. T. eh sehr geringen Strafen in Deutschland.

https://www.stern.de/panorama/schweizer-muss-95-500-euro-strafe-zahlen---wegen-27-km-h-zu-viel-35963148.html#:~:text=In%20der%20Schweiz%20werden%20Tempoverst%C3%B6%C3%9Fe,2000%20Schweizer%20Franken%20pro%20Tag (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Bleibt gesund und zuversichtlich!

Danke für euren Support <3

Eure

Katja

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