Powerfrau. Überall begegnet uns dieses Wort.
In Headlines. In Panels. In LinkedIn-Posts.
Aber: Hast du jemals „Powermann“ gelesen?
Nein? Komisch. Warum eigentlich?
Weil „Power“ bei Männern als Grundeinstellung gilt.
Macht, Stärke, Durchsetzungsfähigkeit – das ist kein Zusatz,
das ist bei Männern Standard. Der starke Mann ist kein
Sonderfall. Er ist die Norm (also gedanklich).
Und die „starke“ Frau? Die bekommt ein Etikett.
Weil sie angeblich aus der Reihe tanzt. Weil Stärke bei Frauen benannt werden muss. So als wäre ihre Stärke und Kompetenz überraschend. Als wäre Durchsetzungsfähigkeit eine Ausnahmeerscheinung bei Frauen.
„Powerfrau“ klingt wie ein Kompliment – ist aber oft ein Marker für: nicht selbstverständlich. Also lass uns den Spieß umdrehen.
Ab heute streichen wir „Powerfrau“. Nicht, weil Frauen keine Power hätten – sondern weil sie sie selbstverständlich haben.
Und wenn wir schon mit Labels arbeiten wollen, dann bitte konsequent:
Wie wäre es, wenn wir Männer, die wirklich Außergewöhnliches leisten, einfach mal „Powermann“ nennen.
Wir markieren die Ausnahme und heben durch das Label
hervor, wenn ein Mann heraussticht. Und den Rest …
also jene ohne „Power“ lassen wir einfach normal sein.
Denn Stärke ist kein Geschlecht und Power
weder weiblich noch männlich.
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Ende Mai erscheint ein Journal für Frauen.
*Foto von Julee Juu (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) auf Unsplash (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)