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StreetLetter #10: Ein kurzer Exkurs zum Wimmelbild

Herzlich willkommen zur nun schon zehnten Ausgabe des StreetLetter! Eigentlich sollte er schon früher kommen, aber eine Erkältung war noch hartnäckiger als ich. Immerhin, die Sonne scheint, und mit dem Frühling häuft sich spürbar die Aktivität in der Szene. Auch bei halbkranken Rekonvaleszensspaziergängen kann man die Kamera mitnehmen, und so hat sich auch auf meinem Instagram wieder ein bißchen was getan.

Ich wollte ja nun schon immer mal etwas über Wimmelbilder schreiben, die ich so nenne, weil ich auch in ungefähr 20 Semestern Kunstgeschichte keinen korrekteren Begriff dafür beigebracht bekommen habe. Leider gelingen Wimmelbilder nur selten wirklich gut, aber wenn mir eins gelingt, mach ich einen Sekt auf. Eines, das mir schon vor vielen Jahren passierte, ist das hier:

Überall was los, niemand überlappt sich, alle Elemente und Figuren fein in alle Ecken verteilt, da hatte ich ehrlich mehr Glück als Verstand. Wimmelbilder sind auch etwas anderes als Bilder mit vielen Layern, bei denen Rahmen und Spiegelungen und Durchblicke hintereinandergestaffelt werden. Bei Wimmelbildern spielt sich oft alles auf einer einzigen Ebene ab (hier dem Minigolfplatz im Tropical Islands in Brandenburg).

Ein anderes phantastisches Wimmelbild spülte es mir letztens in die Instagram-Timeline, es ist dieses hier:

andrea.klausner (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

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Ihr könnt es anklicken und in groß anschauen, es ist wirklich super, es paßt hier alles. Sowas kann man auch nicht herbeiführen, man kann nur Situationen erkennen lernen, in denen sich so ein potentielles Wimmelbild-Tableau entfalten könnte, und dann muß man halt warten. Meistens wird es nix, aber ganz selten einmal bildet sich die exakt richtige Konstellation von Personen. Wenn die dann auch noch farblich so schön passen wie hier, dann ist Sechser im Lotto.

Ganz phantastische Wimmelszenen kann übrigens auch Heike Frielingsdorf, wie hier etwa:

heikefrielingsdorf (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

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Wenn man nicht die Möglichkeit hat, eine Szene per Vogelperspektive wimmeln zu lassen, so hilft ein Hilfsgerüst, um Personen auf mehreren Ebenen anzuordnen. Das kann, wie bei Andrea Klausner oben ein Baugerüst sein, oder auch das Dach einer Haltestelle. Hauptsache man bekommt die Leute irgendwie übers Bild verteilt, denn meistens stehen die schwerkraftbedingt alle am Boden rum, und einander und uns im Weg. Bei Heikes Bild macht auch die ein oder andere Überschneidung nichts aus. Auch deshalb, weil die Farben so gut verteilt sind. Das Braun, das Rot bilden einen ganz eigenen Rhythmus, der sich durch das Bild zieht.

Übrigens: Auch neutraler Hintergrund ist okay. Siehe hier:

mattu1 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

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Es hilft übrigens auch, wenn die Figuren möglichst unterschiedliche Körperhaltungen einnehmen. Auf allen hier gezeigten Bildern stehen die nicht einfach so herum, die klettern und hocken und bücken sich und fallen auf den Hintern. Je mehr Getümmel, desto besser.

Wie immer hilft da nur, den Blick zu schärfen für das Potential einer Szene, die sich vor einem entfaltet. Und dann: warten, vielleicht einen Schritt nach rechts oder links gehen, vielleicht etwas bücken oder auf ein Mäuerchen stellen. Hauptsache, alle sind im Bild und staffeln sich hübsch. Ohne Komposition wird so eine Massenszene schnell beliebig.

Zugegeben, ich mag solche Bilder besonders gern, ich kann sie lange anschauen und darin spazieren gehen. Es passiert viel, und man entdeckt immer noch etwas, was einem bisher entgangen ist.

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Die guten Bilder

bettinakardell (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

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dinuxm (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

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andi.lauer (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

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