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Kolumne #1 Willkommen im Schreibraum von „Trotzdem glücklich“

In den letzten Wochen habe ich mich immer wieder dieselbe Frage gefragt:

Soll ich das wirklich machen? Soll ich wirklich eine Kolumne gründen? Einen Ort schaffen, an dem Menschen dafür bezahlen, meine Texte zu lesen?  

Und noch viel mehr: Wer bin ich eigentlich, so etwas überhaupt anzubieten?  

Vielleicht kennst du solche Gedanken. Diese Mischung aus Vorfreude und Zweifel. Aus Aufbruch und Angst. Aus dem Gefühl, dass etwas in einem wachsen möchte und gleichzeitig die Sorge, ob man dem überhaupt gerecht werden kann.  

Genau dort stand ich in den vergangenen Tagen.  

Denn je konkreter diese Kolumne wurde, desto größer wurde sie plötzlich in meinem Kopf. Auf einmal war da nicht mehr nur die Idee, regelmäßig Texte zu veröffentlichen. Auf einmal ging es um etwas viel Größeres.

Um die Frage, was ich eigentlich der Welt mitgeben möchte. Was aus all den Jahren nach Leonie entstanden ist.  

Aus Leonies Leben. Aus ihrem Tod. Aus dem Verlust Merle, unserem kleinen Sternchen. Aus hunderten Gesprächen mit trauernden Menschen. Aus vier Jahren als Trauerrednerin. Aus unzähligen Stunden des Schreibens. Und irgendwann bemerkte ich etwas…  

Vielleicht versuche ich die ganze Zeit, die falsche Frage zu beantworten.

Denn die Frage war nie: Kann ich jede Woche den perfekten Text liefern? Kann ich Menschen immer helfen? Kann ich jedem gerecht werden?  

Die eigentliche Frage lautet: Kann ich regelmäßig ehrlich schreiben? Kann ich sorgfältig schreiben? Kann ich tief schreiben?

Und plötzlich wurde mir klar: Das tue ich längst. Seit Jahren.

 

Nicht, weil ich beschlossen habe, Autorin zu sein, sondern weil Schreiben immer mein Weg war, die Welt zu verstehen.

Eigentlich wollte ich mal so werden wie Carrie Bradshaw 😊 Mit einem Kaffee in der Hand in einem schönen Café sitzen und über das Leben schreibend nachdenken.  

Dass ich irgendwann ausgerechnet durch den Tod über das Leben schreiben würde, hätte ich damals nicht geahnt.

 

Heute sitze ich Menschen gegenüber, deren Welt gerade auseinandergebrochen ist. Menschen erzählen mir von Liebe. Von Schuld. Von Hoffnung. Von Versöhnung. Von Verlust. Von all den Dingen, die ein Leben ausmachen. Und je länger ich diese Arbeit mache, desto mehr wird mir klar: 

Ich schreibe eigentlich gar nicht über den Tod. Ich schreibe über das Leben. Über das, was Menschen einander hinterlassen. Über das, was bleibt. Über die kleinen und großen Mitgebsel, die wir aus Begegnungen, Beziehungen und Abschieden mitnehmen können.

 Vor einer Weile wurde mir wieder bewusst, wie sehr mich diese Arbeit verändert hat.

In wenigen Tagen bin ich seit vier Jahre Trauerrednerin. Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich einmal vor hunderten Menschen stehen und Lebensgeschichten erzählen würde, hätte ich vermutlich laut gelacht. Oder geweint. Wahrscheinlich beides.  

Denn die Wahrheit ist: Ich wollte nie Rednerin werden. Referate in der Schule habe ich gehasst. Auf meiner eigenen Hochzeit hat mein Mann die Dankesrede gehalten, weil ich mich davor gedrückt habe.

Und heute?  Heute darf ich Familien begleiten, wenn ihre Welt auseinandergebrochen ist.

Was ich in diesen vier Jahren gelernt habe, hat allerdings wenig mit Reden zu tun. Ich habe gelernt zuzuhören. Ich habe gelernt, dass eine gute Rede nicht aus schönen Worten entsteht, sondern aus echtem Verstehen. Aus dem Mut, hinzuhören. Aus dem Wunsch, ein Leben wirklich sehen zu wollen.

 Und vielleicht ist genau daraus dieser Schreibraum entstanden. Nicht aus Expertise. Nicht aus einem Businessplan heraus. Nicht aus einer Marketingstrategie, sondern aus hunderten Begegnungen mit dem echten Leben. Mit all seiner Schönheit und all seinem Schmerz.  

In den vergangenen Jahren haben mir immer wieder Menschen geschrieben. Sie haben erzählt, dass sie sich verstanden fühlen. Dass sie sich weniger allein fühlen. Dass ein einzelner Satz sie tagelang begleitet hat.  

Und manchmal sitze ich vor solchen Nachrichten und denke: Vielleicht unterschätze ich selbst, was hier längst entstanden ist. Vielleicht schaue ich zu oft auf das, was noch nicht da ist und zu selten auf das, was längst gewachsen ist:  

Mehr als 17.500 Menschen begleiten mich mittlerweile auf Instagram. Es gab Interviews. Podcasts. Zeitungsartikel. Onlinevideobeiträge.  Und darauf darf ich auch ein bisschen stolz sein, oder? Denn nichts davon ist “erkauft”, sondern langsam über die Jahre hinweg gewachsen.

Aber wenn ich ehrlich bin, dann ist nichts davon der Grund für diese Kolumne. Der Grund ist viel einfacher. Instagram ist schnell geworden. Laut. Flüchtig. Ein Text verschwindet zwischen Reels, Werbung und Algorithmen.  

Dabei sehne ich mich nach etwas anderem. Nach Tiefe. Nach Langsamkeit. Nach Gedanken, die bleiben dürfen. Nach Worten, die nicht nach 24 Stunden verschwinden. Nach einem Ort, an dem wir nicht funktionieren müssen. Sondern einfach Mensch sein dürfen. 

Genau deshalb gibt es diesen Schreibraum. Als Begleitung für Menschen, die lernen müssen, mit einem Verlust zu leben. Für Menschen, die jemanden begleiten. Für Menschen, die sich für das interessieren, was zwischen den Zeilen eines Lebens sichtbar wird.

Vielleicht ist dieser Schreibraum aber weniger ein Neuanfang als eine Rückkehr. Denn tatsächlich habe ich ihn bereits im Jahr 2023 geöffnet. Damals entstanden bereits fast 40 Texte, Kolumnen und Gedanken über Trauer, Familie, Weiterleben und das, was Menschen trägt, wenn das Leben anders kommt als geplant.

Dann kam unser Regenbogenmädchen zur Welt und mit ihr eine Zeit, in der andere Dinge wichtiger waren als regelmäßiges Schreiben. Nicht weil mir die Worte ausgegangen wären, sondern weil das Leben mich an anderer Stelle gebraucht hat.  

Heute, über eineinhalb Jahre später, spüre ich wieder, dass es Zeit ist. Zeit, diesen Raum mit neuen Gedanken zu füllen. Zeit, all das zusammenzuführen, was in den letzten Jahren gewachsen ist.

Und vielleicht auch Zeit, dem Schreiben den Platz zu geben, den es in meinem Leben schon immer haben wollte.

Wenn du Teil der Wegbegleitung wirst, erhältst du deshalb nicht nur Zugang zu allen neuen Texten, sondern auch zum gesamten bisherigen Archiv mit fast 40 bereits veröffentlichten Beiträgen.

Hier werde ich nun also über Verlust schreiben. Über Hoffnung. Über Familie. Über Gesundheit. Über Mutterschaft. Über Trauer. Über Liebe. Über Neuanfänge. Über ganz normale Montagmorgen. Über Schildkröten im Garten. Über das Leben nach dem Leben, das wir eigentlich geplant hatten.

 

Möchtest du Teil meiner Wegbegleitung werden?

In deiner Mitgliedschaft findest du regelmäßig neue Kolumnen, persönliche Texte, Schreibimpulse, Rituale und kleine Mitgebsel für die Seele. Für Menschen, die selbst trauern. Für Menschen, die andere begleiten. Und für alle, die sich nach mehr Tiefe sehnen als zwischen Reels, Algorithmen und 24-Stunden-Storys Platz hat.  

Monatliche Wegbegleitung: 8 € pro Monat, jederzeit kündbar Jährliche Wegbegleitung: 84 € pro Jahr (entspricht 7 € pro Monat und die ließt 2 Monate gratis mit)  

Die Wegbegleitung kann auch verschenkt werden, vielleicht an jemanden, dem Worte gerade guttun könnten, wenn die eigenen fehlen.  

 

Schön, dass du hier bist & Willkommen bei

„Trotzdem glücklich – Die Kolumne vom Weiterleben“.  

Deine Tatjana

Wichtiger Hinweis

Ich bin Trauerrednerin, Trauerbegleiterin, Autorin und selbst verwaiste Mama. Alles, was du hier liest, basiert auf persönlichen Erfahrungen, fachlichem Wissen aus meiner Arbeit sowie den vielen Begegnungen mit Menschen, die ich in schweren Lebenssituationen begleiten durfte. Diese Kolumne ersetzt keine Psychotherapie, keine medizinische Behandlung und keine psychologische Beratung. Sie versteht sich als schreibende Begleitung, als Impulsgeber und als Ort für Gedanken, die vielleicht dabei helfen können, den eigenen Weg durch schwere Zeiten ein wenig besser zu verstehen.

 

 

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