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Die Erziehung unserer Kinder

Ich glaube, es gibt kaum ein Thema, bei dem wir Frauen unsere emotionale Belastung so spüren wie bei unerwarteten Auseinandersetzungen mit dem Partner über die Erziehung unserer Kinder. Die Diskussionen darüber führen zu einem Gefühl der Ohnmacht, das wir vorher nicht kannten. Du denkst, wer ist dieser Mensch, mit dem ich dachte, dass es eine gute Idee war, mich für die nächsten Jahrzehnte zu binden, fühlst dich nicht ernst genommen, falsch verstanden. Als Mutter bist du eh gestresst und jetzt bist du auch noch wütend – weil: die Lösung bei Konflikten und Meinungsverschiedenheiten bei der Erziehung ist selten direkt da.

Ich möchte heute aber nicht über unterschiedliche Auffassungen über Erziehungsstile, sondern die Wut als Mama schreiben. Ich brauchte nur ein Ventil, um mich aufs Thema stimmlich einzugrooven.

Meine eigene Wut im Blick haben

Wut kann ein gesunder und nützlicher Ausdruck von Emotionen sein. Wut ist eine natürliche Reaktion auf unerfüllte Bedürfnisse. Wenn wir wütend sind, schauen wir nicht weg. Sie zeigt uns, was nicht gut für uns ist.

Was habe ich sie verteufelt, die Wut, wenn sie sich mal gezeigt hat, seit ich Mama bin. Wenn ich es nochmal machen könnte, würde ich meine Wut ernst nehmen. Nicht erst als Mama. Sondern viel früher. Ihr zuhören. Statt mich dafür zu verteufeln. Weil die Wut erst entsteht, darauf kann ich mich bei mir verlassen, wenn ich den Fehler ausgiebig vorher bei mir gesucht habe. Davon überzeugt war, dass es rein mein eigenes Unvermögen ist, dass zu inneren und äußeren Konflikten führt. Das Problem: wenn wir in der Phase der Hoffnung darauf warten, zufrieden mit etwas zu werden, was uns unglücklich fühlen lässt, kann die Wut sich überhaupt erst entwicklen. Ausdehnen. Und dann, wenn wir wirklich nicht mehr wegschauen können, macht sie plötzlich Sinn. Aber – und darum soll es im heutigen USCHI-LETTER gehen: dass wir, wenn wir wütend sind, den Finger auf uns und nicht den anderen zeigen. Egal, welche Auslöser dafür sorgen, wir sind verantwortlich dafür, wie wir mit anderen kommunizieren.

Fähigkeiten zur Wutbewältigung

Wut wird zum Problem, wenn sie aggressiv, zu häufig oder nicht angemessen ausgedrückt wird.

Vielen von uns wurde beigebracht, dass Wut die einzige Möglichkeit sei, unsere Bedürfnisse zu befriedigen, wenn wir nicht gehört werden. Wir haben uns an Erwachsene gewöhnt, die wütend werden, ihre Stimme erheben, verbale und/oder körperliche Gewalt anwenden, wenn “wir nicht hören”. Sich ohne Aggression durchzusetzen ist ein Masterskill, den die wenigsten von uns erlernt haben.

Im Rahmen meiner Therapie habe ich gelernt, meine Wut frühzeitig zu erkennen. Wenn du schreist, ist es zu spät. Wir müssen die Warnzeichen lesen lernen, die uns zeigen, dass wir wütend werden, damit wir die Situation schnell verändern können.

Häufige Vorboten sind Hitzegefühl, Rötung, Kopfschmerzen, geballte Fäuste, erhobene Stimme, Auf- und Abgehen, Übelkeit, Verstummen, Zittern und Streitlust. Wenn wir die übersehen, verliren wir die Fassung. Wenn wir unsere Auslöser kennen, verringern wir die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Wut außer Kontrolle gerät.

Radikale Akzeptanz und Zurückziehen

Oft ist es am besten, einen Auslöser zu vermeiden. Das kann bedeuten, wir müssen unseren Lebensstil, unsere Beziehungen oder unseren Tagesablauf zu ändern. Heikle Gespräche führen, während wir müde, hungrig oder verärgert sind, ist nie eine gute Idee. Da es aber nicht immer möglich ist, Auslöser zu vermeiden, brauchen wir einen Plan, wenn wir uns der Wut stellen müssen.

Sobald wir unsere Wut bemerken, müssen wir umgehend eine Auszeit umsetzen. Vorübergehend die Situation und den Ort verlassen, die uns wütend macht. Wenn andere beteiligt sind, ihnen erklären, dass wir ein paar Minuten allein brauchen, um uns zu beruhigen. Wenn jemand eine Auszeit nimmt, vereinbaren beide Partner, das Problem zu verlassen und wiederzukommen, sobald beide die Gelegenheit hatten, sich abzukühlen. Probleme lösen sich meist nicht, wenn mehrere Personen wütend sind.

  • Planen mit Deinem Partner genau, wie Auszeiten ablaufen sollen. Jeder sollte die Gründe für Auszeiten verstehen (eine Gelegenheit, sich abzukühlen – nicht, einem Problem aus dem Weg zu gehen).

  • Was werdet ihr beide während der Auszeiten unternehmen? Plant Aktivitäten in verschiedenen Räumen oder an verschiedenen Orten. Die oben stehende Liste mit Ablenkungen ist ein guter Ausgangspunkt.

  • Plane, in 10 Minuten bis einer Stunde zum Problem zurückzukehren. Wichtige Probleme sollten nicht ewig ignoriert werden, aber aus einem heftigen Streit entsteht nichts Gutes.

  • Denke an die Konsequenzen: Was wird Deine nächste, aus Wut getriebene Handlung bewirken? Wird Streiten den anderen davon überzeugen, dass Du Recht hast? Wirst Du nach dem Streit glücklicher sein?

Das sollte helfen, um Dich vom Ort der Wut zu entfernen. Am Besten ist, Du begibst Dich in Bewegung und fängst an zu laufen, oder Treppen zu steigen oder zu springen, wenn Du den Ort nicht verlassen kannst. Die bei der Bewegung in Deinem Gehirn freigesetzten Chemikalien erzeugen ein Gefühl der Entspannung und des Glücks, das die Wut vertreiben kann.

Action or/and Breath

Sobald Du den Ort verlässt und sei es nur, um Dich einen Meter davon zu entfernen, hast Du einen riesigen Schritt auf Dich zugemacht. Ablenkung ist das Ziel, Zeit zu gewinnen. Wenn Du Dich zwischen 10 und 20 Minuten lang ablenken kannst, hast Du eine bessere Chance, auf gesunde Weise mit Deinem Ärger umzugehen. Denke daran: Du kannst später immer noch zum Ursprung Deines Ärgers zurückkehren – Du legst das Problem vorerst nur beiseite.

Du kannst:
Spazieren gehen, ein Buch lesen, Sport treiben, Musik hören, einen Film ansehen, einem Hobby nachgehen, laufen gehen, putzen oder aufräumen, im Garten arbeiten, zeichnen oder malen, basteln, kochen oder backen, ein Spiel spielen, Fahrrad fahren, schreiben oder Tagebuch schreiben, ein langes Bad nehmen, ein Instrument spielen, eine Freundin anrufen, Gewichte heben, schwimmen gehen, in der Natur wandern, fotografieren, mit einem Haustier spielen, ein Zimmer umräumen

Natürlich weiß ich als Mutter von drei Kindern, dass keine dieser Varianten möglich sein kann in dem Moment. Aber was immer geht, es ist reine Übungssache ist: sich wegdrehen, sagen, dass ihr später redet, Dich mind. drei Meter entfernen und eine Minute atmen.

Zähle deine Atemzüge:
Halte dabei deine Hand auf deinen Bauch. Atme tief durch die Nase ein, sodass sich die Hand auf deinem Bauch hebt. Halte die Luft in deinen Lungen und atme dann langsam durch den Mund aus. Dabei spitzt du die Lippen, als würdest du durch einen Strohhalm pusten. Das Geheimnis liegt in der Langsamkeit: Halte die Zeit für Einatmen (4 s), Pause (4 s) und Ausatmen (6 s) ein. Stell Dir vor, Du bist gerade am Strand, siehst unheimlich heiß aus und blickst in den Sonnenuntergang.

Nach der Auszeit

Nimm Dir nach einem Wutanfall einen Moment Zeit, um Deine Erfahrungen zu sammeln (gedanklich oder schriftlich). Das hilft, Muster, Warnsignale und Auslöser zu erkennen:

  • Was geschah vor dem Wutanfall? Wie hast Du Dich gefühlt? Warst Du gestresst, hungrig oder müde?

  • Beschreibe die Fakten des Geschehens. Welche Ereignisse haben Deinen Ärger ausgelöst? Wie hast Du reagiert und hat sich Deine Reaktion im weiteren Verlauf des Ereignisses verändert?

Was waren Deine Gedanken und Gefühle während des Wutanfalls? Siehst Du im Rückblick etwas anders als im Eifer des Gefechts?

Sobald Du Dich beruhigt hast, kannst Du Deine Frustration ausdrücken. Ruhig, klar, nicht konfrontativ. Wenn Du Deiner Wut Ausdruck verleihst, aber sie ohne Wut besprichst, vermeidest Du ähnliche Probleme in der Zukunft und stärkst Deine Resilienz als Mutter. Yeahi!

Ich fasse zusammen: Durch eine Auszeit, Dich vom Triggerort entfernen, tiefes Atmen, Gedanken aufschreiben und Deine Wut, wenn Du ruhiger bist, erklären, entwickelst du eine Strategie, die dir dabei hilft, deine Emotionen in den Griff zu bekommen und eine harmonischere Beziehung zuhause zu fördern.

Was macht Dich wütend? Bist Du noch mitten dabei, zu lernen, mit Wut umzugehen oder bereits Profi in der Wutauszeit?

Un Beso

Deine Uschi

Sujet USCHI LETTER

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