Du liest Wie du nicht den Verstand verlierst – der Newsletter gegen mentalen Dauerlärm. Heute: Eine Weihnachtsausgabe über Geschenke, die das Leben unkomplizierter machen.

Hi!
Ich weiß nicht genau, warum ausgerechnet die Bundeswehr-Uni seit 2018 jedes Jahr eine repräsentative Weihnachtsstudie (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)macht. Aber so ist es. Dieses Jahr erfahren wir aus der Studie zum Beispiel, dass Weihnachtswichtel einen deutlichen Aufschwung erleben und sich immer mehr Menschen vorstellen können, Gurken an den Christbaum zu hängen. 59 Prozent sind jedoch noch gegen Weihnachtsgurken. Außerdem erfahren wir, dass viele Weihnachtsbriefe mittlerweile mithilfe von Künstlicher Intelligenz geschrieben werden. Falls du also einen verdächtig perfekt formulierten Weihnachtsgruß bekommst, weißt du Bescheid.
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Wenn ich mir von der Bundeswehr einen Weihnachtstrend wünschen könnte, dann wäre es der, dass Menschen weniger Kram verschenken, den meine Oma „Stehrümchen“ nannte. Also Dinge, deren einziger Sinn es ist, Platz einzunehmen und rumzustehen. In die gleiche Kategorie fallen für mich Geschenke, die man nie benutzen wird, bei denen man aber ein schlechtes Gewissen hat, wenn man sie wegwirft oder weitergibt. Weihnachten ist in dieser Hinsicht eine besonders schwierige Zeit. Freunde von mir, die auf 50 Quadratmetern wohnen, bekamen einmal von einer russischen Verwandten einen riesigen Samowar geschenkt. Ich selbst besitze zu viele Edelsteine von wohlmeinenden, esoterischen Menschen, die meine Aura aufbessern wollten.
Schokolade und Schildkröten
Meine Oma hat irgendwann ein Stehrümchen-Verbot erteilt. Ich finde das gut. Weniger nutzlosen Kram zu besitzen halte ich für den inneren Frieden wichtig.
Viel besser als Stehrümchen sind Geschenke, die die Mental Load der Empfänger reduzieren. Hier kommt also eine Liste mit Dingen, die ich selbst gerne benutze oder verschenkt habe, weil sie das Leben unkomplizierter machen. Manche kann man verschenken. Manche schenkt man sich vielleicht besser selbst.
Diese Ausgabe ist ein kleines Weihnachtsgeschenk von mir und komplett ohne Paywall zu lesen – auch wenn du kein zahlendes Mitglied meines Newsletters bist. Wobei: Eine Mitgliedschaft für Wie du nicht den Verstand verlierst könntest du natürlich auch verschenken … Mitglieder lesen alle Ausgaben ohne Bezahlschranke, ermöglichen diesen Newsletter und haben Zugriff auf das komplette Archiv. Hier geht es zur Geschenk-Mitgliedschaft. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Und jetzt zur Liste. Die enthält übrigens keine Affiliate-Links. Niemand bezahlt mich dafür, dass ich diese Dinge empfehle. Ich nenne bei allen Empfehlungen die ungefähren Preise – natürlich sind die je nach Händler unterschiedlich.
1. „Restlbox“ von Zotter. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Hilft Schokolade, das Leben unkomplizierter zu machen? Ich finde schon. Besonders, wenn sie hervorragend ist und aus der österreichischen Schokoladenmanufaktur Zotter kommt. Die stellt neben Klassikern wie Schichtnougat auch irre Sorten wie „Felsenbirne auf Butterbrot“ und „Käse + Mango“ her. Gut schmecken sie alle, allerdings sind Zotter-Schokoladen auch ziemlich teuer (rund 5 Euro für 70 Gramm). Meiner Verfressenheit und meiner Sparsamkeit gleichzeitig entgegen kommt daher die „Restlbox.“ Für derzeit 29,90 Euro kriegt man 1 Kilo (!) „Schoko-Mischung mit Schönheitsfehlern“. Die Box ist oft ausverkauft. Also am besten bestellen, wenn es sie gibt.
2. Für Kinder (vielleicht aber auch für die Eltern): Tranquil Turtle. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) Wenn man diese Schildkröte in einem dunklen Zimmer einschaltet, projiziert sie einen Meereslichteffekt in den Raum. Wie das aussieht, ist schwer zu beschreiben, daher hier ein Bild:

Dazu spielt die Kröte wahlweise Wellenrauschen oder beruhigende Musik ab. Das ist ziemlich betörend. Mein Mann und ich haben die Schildkröte, die um die 60 Euro kostet, seiner Nichte geschenkt. Nicht nur die Kleine ist verrückt danach, sondern auch die Mutter macht seitdem besonders gerne Mittagsschlaf.
3. Entkoffeinierte Kaffees von Coffee Circle. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Ich gehörte zu den Menschen, die mit Koffein ein bisschen aufpassen müssen, sonst folgen große Nervosität und bittere Reue. Der Decaf von Coffee Circle ist so gut, dass selbst Kaffee-Snobs darüber nicht die Nase rümpfen. Er ist sogar bio-zertifiziert, weil man ihm das Koffein besonders schonend abnimmt – per Wasser-Entkoffeinierung nämlich. Dabei wird das Koffein von der Bohne abgespült. Ein Kilo kostet zwischen 40 und 50 Euro, je nach Sorte. Kapseln gibt es auch. Übrigens, einen der Gründer von Coffee Circle habe ich mal für den Detektor.fm (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) Podcast Feinkost interviewt. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
4. Wo wir schon beim Kaffee sind: Aeropress Kaffeebereiter. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) Ich wäre vielleicht gerne ein Kaffee-Snob, aber dafür fehlt mir die Energie. Ich will nicht ständig eine Siebträgermaschine nachjustieren müssen. Trotzdem habe ich Ansprüche an Kaffee. Die erfüllt für mich seit einem Jahrzehnt dieses einfache Gerät, das rund 30 Euro kostet und das ich dauernd verschenke. Erfunden hat die Aeropress vor zwanzig Jahren der US-Wissenschaftler Alan Adler, der eigentlich aerodynamische Spielzeuge entwickelt. Die Aeropress ist kein Spielzeug, aber sie macht sehr guten Kaffee – so gut, dass sie selbst in sehr hochnäsigen Kaffee-Boutiquen verkauft wird. Und man braucht für dieses Gerät keinen Herd, nur einen Wasserkocher. Es schafft nur eine Tasse auf einmal, dafür geht die Zubereitung schnell. Man schüttet gemahlenen Kaffee und heißes Wasser in einen Plastikzylinder und drückt dann das Wasser durch das Kaffeepulver und einen Filter. Das war’s. Im Internet kann man auch irre komplizierte Anleitungen finden –„rühre dreimal im Uhrzeigersinn und dann eine Vierteldrehung gegen den Uhrzeigersinn“. Ich mache das nicht. Der Kaffee wird trotzdem sehr gut.
5. Notizbücher von Paper Republic. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) Das schönste deutsche Wort ist nicht Liebe, sondern Komplexitätsreduktion. Paper Republic stellt dafür diese hübschen Bücher her. Wenn man sie vollgeschrieben hat, kann man einfach neue leere Seiten nachfüllen. Ist der Gedanke nicht romantisch, Jahre, vielleicht Jahrzehnte mit dem gleichen Notizbuch durchs Leben zu wandeln? Jetzt müsste ich nur noch eine Lösung dafür finden, dass ich meinen Stift ständig verliere.
6. Miracle Balm (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Diese „Wundersalbe“ ist ein sehr gutes Geschenk für Menschen, die keine Lust haben, sich das Gesicht mit allen möglichen Makeup-Pasten zu bestreichen – die aber trotzdem ab und zu ein bisschen frischer aussehen wollen. Für 46 Euro kriegt man bei Jones Road einen Topf von 50 Gramm, der lange, sehr lange hält. Wenn man beim Verschenken die falsche Farbe erwischt, ist das nicht schlimm, Umtausch ist erlaubt. Wichtig ist nur, dass man sich ein Video darüber ansieht, wie man das Zeug benutzt. Sonst sieht man aus, als hätte man sich das Gesicht mit Speck eingerieben. Hier (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) erklärt Make-Up-Legende und Jones-Road-Gründerin Bobbi Brown, wie man den Balm benutzt.
7. Dreame L10 Ultra Gen. (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Eigentlich haben mein Mann und ich klare Vereinbarungen für den Haushalt: Ich bringe nie den Müll raus, er putzt nie die Dusche. Aber wir haben unterschiedliche Vorstellungen davon, wie viele Staubklumpen durch die Wohnung wehen dürfen, bevor es zu viel wird. Dieses Problem löst für uns nun dieser Saugwischroboter. Er saugt klaglos die Hochflorteppiche, wischt das Laminat und überwindet mit etwas Anlauf auch die höhere Türschwelle zum Bad. Der Roboter ist mit einem Herstellerpreis von 499 Euro ein sehr teures Geschenk. Aber er kann für großen Frieden in einem Haushalt sorgen.
Wenn man den Roboter direkt beim Hersteller kauft, kostet der deutlich mehr als bei vielen anderen Händlern, vergleichen lohnt sich also.
Übrigens, in Rüthen im Sauerland kam es neulich (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) zu einem größeren Polizeieinsatz, weil ein Nachbar verdächtige Lichtbewegungen in einem Haus gesehen hatte. Das Licht kam allerdings nur von einem Saugroboter, der seine Kreise durchs Haus zog und dabei einsam vor sich hinleuchtete.
Mein Roboter leuchtet zum Glück nicht.
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Bis nächste Woche!
Deine Theresa
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