
Nach dem Holocaust gründen jüdische Überlebende um Abba Kovner die Gruppe Nakam – „Die Rächer“. Ihr Ziel: Vergeltung für die sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden. Rund 50 junge Frauen und Männer schließen sich Nakam an. Ihr erster Plan: das Trinkwasser deutscher Städte vergiften. Als dieser scheitert, entwickeln sie eine neue Strategie. Ein Mitglied der Gruppe Nakam ist Leibke Distel. Er überlebt Ghetto, Lager und Todesmarsch – und wird zum Schlüsselmann für die Umsetzung des Plans. Er heuert in einer Nürnberger Bäckerei an und streicht dort mit zwei weiteren Nakam-Mitgliedern im April 1946 Arsen auf 3.000 Brote, die an Nazi-Gefangene verteilt werden. Danach fliehen sie. Jahrzehntelang wird über die Aktion geschwiegen, bis sich in den 1980er Jahren das erste Mal Mitglieder der Nakam-Gruppe dazu äußern. Wie konnte die Vergiftung von mehreren tausend Menschen so lange ein Geheimnis bleiben?
Redaktionelle Mitarbeit: Katja Radermacher
Angesprochene Quellen:
Dina Porat: "Die Rache ist Mein allein": Vergeltung für die Schoa: Abba Kovners Organisation Nakam. 2021.
Thies Marsen und Jim Tobias: Die Gruppe Nakam. Giftanschlag auf SS-Leute. 13.04.2021. Deutschlandfunk Kultur.
Alle Fotos und noch mehr Infos zum Fall findet ihr auf Instagram unter @wasschmecktdahinter -https://www.instagram.com/wasschmecktdahinter/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
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