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Generation Deutschland will sich “professionalisieren” - was bedeutet das?

Hi,

weil gerade viele über ihn sprechen, wollen auch wir das kurz machen: “Alexander Eichwald (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)”. Ein Mann mit diesem Namen hielt bei der Neugründung der AfD-Jugendorganisation “Generation Deutschland” in Gießen eine Bewerbungsrede für ein Amt im Vorstand - im Tonfall von Adolf Hitler. Er sprach von “Liebe und Treue zu Deutschland” als “nationale Pflicht”, davon, “die deutsche Kultur vor Fremdeinflüssen zu schützen”.

Direkt danach wurde er noch von einem Anwesenden gefragt, ob er ein “V-Mann” sei, ein eingeschleuster Geheimdienstmitarbeiter. Ob das in dem Moment schon strategisch geplant war - keine Ahnung: Aber genau in diese Richtung argumentiert seither die AfD. Sie distanziert sich, schmeißt ihn aus dem Stadtrat in Herfort und erklärt, NS-Vokabular habe in der AfD keinen Platz. “Er [Eichwald] hat uns alle in den Dreck gezogen”, sagte ein lokaler AfDler dem WDR. Ähnliches wiederholte AfD-Chef Tino Chrupalla.

Natürlich war der Auftritt skurril, natürlich war er auch beängstigend, sollte er ernst gemeint und keine Satire gewesen sein (auch das wird diskutiert).

Aber er sollte ein Nebenschauplatz sein und bleiben.

Wir dürfen AfD und Generation Deutschland nicht erlauben, sich auf diese Weise selbst zu verharmlosen. Denn genau das will sie bezwecken, indem sie sich nun mit viel Getöse abgrenzt: Sie benutzt die offensichtliche NS-Anleihe als Kontrast, um die eigene Radikalität harmlos erscheinen zu lassen.

Wenn wir uns, wenn sich die Medien, immer wieder auf nationalsozialistische Äußerungen stürzen, um damit die rechtsextreme AfD zu “überführen”, hat diese damit leichtes Spiel. Es ist einfach, sich vom historischen Faschismus zu distanzieren und sich selbst damit ungefährlich zu zeichnen.

Denn das ist die AfD nicht: Die Partei verkörpert einen Gegenwarts-Autoritarismus, steht für Diskriminierung, hat ethnische Homogenitätsfantasien, will “Remigration” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Wenn wir uns jetzt auf Eichwald konzentrieren, übersehen wir, was in Gießen passiert ist: Gewählt wurden in großer Zahl extrem rechte Funktionäre - allen voran Jean-Pascal Hohm, um den es heute auch im Newsletter geht.

Und der hat die Eichwald-Posse auch schon perfekt ausgenutzt. Der dpa sagte er: “Egal ob linker Provokateur, V-Mann oder einfach verrückt - wer so auftritt, hat in der AfD und ihrer Jugendorganisation nichts verloren.”

Diese Strategie ermöglichen die Medien der AfD erst: Sich von Hitler-Imitationen abgrenzen und gleichzeitig Kader wählen, die das autoritäre Projekt vorantreiben

Achja, Eichwald erhielt übrigens trotzdem noch 12 Prozent der Stimmen.

In diesem Sinne: Bleib achtsam und alles Gute,

Newsletter

Um was gehts?

“Wir werden uns professionalisieren. Wir werden einen vernünftigen medialen Auftritt hinlegen. Wir werden seriös kommunizieren und so anschlussfähig werden für noch breitere Schichten in der Gesellschaft.”

Das sagt Jean-Pascal Hohm im Interview mit dem Spiegel – woraufhin der Reporter die Nachfrage stellt: “Also rechtsextreme Inhalte besser verpacken?”

Hohm: “Wir haben keine rechtsextremen Inhalte. Das, was wir fordern, ist in der Mitte der Gesellschaft verankert. Ich bin kein Rechtsextremist.”

Das Muster ist bekannt: Die eigene Ideologie wird als “Mitte” gerahmt, um Kritik abzuwehren. Wer so spricht, verschiebt nicht nur Begriffe, sondern erklärt die eigene Radikalität zur Normalität.

Um das zu zeigen, schauen wir uns diese Woche an, was Jean-Pascal Hohm sagt, wenn er nicht gerade mit demokratischen Leitmedien spricht und welche Rolle er seit Jahren für die extreme Rechte einnimmt.

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Wer ist Jean-Pascal Hohm?

Er ist der - ohne Gegenkandidat:in - gewählte Vorsitzende der neu gegründeten AfD-Jugendorganisation “Generation Deutschland”. Nach der Wahl sagte er, er wolle diese zur “Jugendbewegung des Optimismus und der Zuversicht” machen [1].

Auch das zeigt wieder: der 28-jährige Hohm gibt sich betont gemäßigt, bürgerlich, glatt. Eine Oberfläche, die er pflegt, um seine Ideologie und seine Netzwerke unsichtbar zu machen.

→ Hohm steht damit für eine neue Generation, die in extrem rechten Kreisen politisch sozialisiert wurde und die Radikalität und Bürgerlichkeit kombiniert. Diese Selbstinszenierung ist kein Widerspruch, sondern Strategie.

Das führt schon jetzt dazu, dass ihn beispielsweise der Focus als “Posterboy der AfD” und die AFP als “Rechtsaußenpolitiker” verharmlosen - so verschwindet Radikalität hinter Auftreten.

Die meisten Medien aber ordnen Hohm anders ein, sie nennen ihn etwa “rechtsextremen Schwiegersohn” (Correctiv) oder “selbstverständlich rechtsextrem” (t-online).

Denn das ist er.

Seit Jahren agiert er in der extrem rechten Szene und ist dort bestens vernetzt. Schon 2014 war er einer der Mitgründer der Jungen Alternative in Brandenburg (die JA wurde später in ganz Deutschland als gesichert rechtsextrem eingestuft).

Hohm machte außerdem ein Praktikum beim völkischen Lobbyverein “Ein Prozent”, der laut CEMAS extrem rechte Aktivist:innen schult und vernetzt, Propaganda filmt, diese auf Social Media ausspielt und rechte Projekte finanziell unterstützt [2].

Den Leiter des Vereins, Philip Stein, nennt Hohm einen “Freund” und trat schon öfter gemeinsam mit ihm auf - auch in dessen Podcast [3]. In einem widerspricht er beispielsweise auch nicht, als über ihn gesagt wird, dass er viele Freunde bei der Identitären Bewegung habe. Mit einem reiste er 2018 nach Italien und besuchte dort die neofaschistische “Casa Pound”-Bewegung.

Auch wenn er nach eigenen Angaben nicht selbst Aktivist bei der IB war, sei diese “schwer in Ordnung”. Hohm wirbt seit Jahren für eine enge Zusammenarbeit der AfD mit ihr - trotz offiziellem Unvereinbarkeitsbeschluss.

Was heute innerhalb der AfD kein Skandal mehr ist, war aber 2017 noch Grund genug, dass Hohm kurzzeitig seine Mitarbeiterstelle in der Landtagsfraktion verlor: Er war dabei gefilmt worden, wie er mit dem damaligen Anführer der IB Berlin-Brandenburg Robert Timm ein Fußballspiel besuchte. Sie standen dabei nahe einer neonazistischen Hooligangruppe, die versuchte, den Platz zu stürmen, die “Parolen wie ‘Arbeit macht frei’ und ‘Zecken, Zigeuner und Juden’” rief und den Hitlergruß zeigte [4].

Hohm war damals nicht zufällig da. Er ist Fußballfan (Energie Cottbus) und als solcher unterhält er laut der “Rechercheplattform zur Identitären Bewegung” Kontakte zur “lokalen Fußball- & Neonaziszene” (über die extrem rechte “Erlebniswelt” Fußball haben wir vor kurzem zwei (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) Ausgaben (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) geschrieben). Diese Verbindung jedenfalls nutzte Hohm 2021, als er Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen in Cottbus organisierte und teilweise selbst anführte. Dazu heißt es bei der Rechercheplattform:

“2021 steuerte Hohm per Megafon die Coronademos in #Cottbus, die von der örtlichen Mischszene aus Neonazis und rechten Hooligans dominiert wurden.” [5]

Es gibt noch weitere Organisationen, mit denen Hohm eng verbunden ist. Eine ist der “Jungeuropa Verlag”, der wie “Ein Prozent” von Philip Stein geleitet wird. Der Verlag bringt nicht nur extrem rechte Literatur heraus, sondern zeigte Anfang 2023 mit einer ganzseitigen Anzeige in der Zeitschrift “N.S. heute” auch “seine Offenheit zum militanten Neonazismus” - so steht es im “Diss-Journal” des Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung. Dort wird der Jungeuropa Verlag “auf dem radikalsten Flügel der Neuen Rechten” verortet [6].

Jean-Pascal Hohm war wohl auch im September auf einer Veranstaltung des Jungeuropa Verlags in Freital, an der laut “Pixelarchiv” neben Personen aus dem neurechten Vorfeld auch “Mitglieder der Identitären Bewegung, von Burschenschaften, der neonazistischen Partei ‘Der III. Weg’, der ehemaligen Kameradschaft ‘Skinheads Sächsische Schweiz’ und der ‘Jungen Nationalisten’” teilnahmen. In der Fotostrecke von Pixelarchiv, die das Treffen dokumentiet hat, taucht Hohm zumindest auf [7].

→ Die Muster sind immer gleich: Hohm bewegt sich dort, wo die extreme Rechte Nachwuchs rekrutiert, Ideologie produziert und Gewaltpotenziale bindet. Seine Netzwerke sind kein Zufall.

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Vor allem in Cottbus, wo Hohm lebt und für die AfD im brandenburgischen Landtag sitzt, tritt er als zentraler Vernetzungsakteur auf.

Der Verfassungsschutz nennt Hohm deshalb einen “aufstrebenden Jungpolitiker, der in Brandenburger Hochburgen des Rechtsextremismus politisch sozialisiert” wurde, persönlich vernetzt sei und “privat Anteil an einer rechtsextremen Subkultur” nimmt, welche die Partei “zunehmend in sich aufzunehmen” bereit sei.

Was das bedeutet, zeigt sich am Beispiel von “Zukunft Heimat e.V.”. Den Verein nennt Correctiv eine “Pegida-Schwester”, der Verfassungsschutz schreibt dazu:

Eine seit 2020 gesichert rechtsextremistische Bestrebung, die “insbesondere in der Anfangsphase auch aus neonationalsozialistischen, völkisch-rechtsextremen und militanten Gruppen wie dem verbotenen ‘Widerstand Südbrandenburg’ rekrutierte”.

Weiter heißt es, dass der Verein nach außen hin ein “bürgerliches Auftreten” pflege, um so “rechtsextremistische Inhalte und Positionen zu bagatellisieren und versucht, diese gesellschaftlich anschlussfähig zu machen”. Das Ziel: eine “Entgrenzung des Rechtsextremismus”.

In Zukunft Heimat e.V. ist Hohm auch Mitglied und nutzt ihn “als organisatorische Plattform für die AfD”, die in “auffälliger Weise Akteure der AfD via Social-Media oder im Rahmen von Veranstaltungen” unterstützen [8].

Das sind extreme Aussagen von Hohm

Wie eingangs gezeigt, äußert sich Hohm meist in ruhigem, sachlichem Ton, wählt ruhige Worte. Der Inhalt aber ist es nicht. Das zeigen die vielen Äußerungen, die es in diverse Verfassungsschutzberichte geschafft haben. Eine Auswahl:

  • Schon in der Einordnung der AfD als rechtsextremer Prüffall taucht Hohm auf. So soll er 2017 auf Twitter “ein Video der rechtsextremistischen Band ‘Hassgesang’ verlinkt und dabei die verbotenen Doppelsiegrunen verdeckt haben” [9]. An anderer Stelle bezog sich Hohm positiv auf einen rechtsextremistischen Rapper [10] und Anfang 2025 unterlegte er eine Instagram-Story mit einem Lied des rechtsextremistischen Labels “Neuer Deutscher Standard”. Das zeigt, dass Hohm Musik als popkulturellen Code nutzt, um rechtsextreme Identität als Lifestyle zu normalisieren.

  • Hohm hat außerdem, so schreibt es der Verfassungsschutz, “Selbstjustiz und Gewaltszenarien” zur “Wehrhaftigkeit und Selbstverteidigung verklärt”, indem er in einem Video dazu aufrief, “sich wehrhaft zu machen, insbesondere zur Verteidigung gegenüber Migranten”. Er sagte: “Bis eine neue Regierung diese Maßnahmen umsetzt, sollte für jeden deutschen Jugendlichen klar sein: Macht Sport, werdet wehrhaft und bildet Gemeinschaft, um euch im Ernstfall verteidigen zu können.” [11] Hohm erzeugt hier nicht nur Angst durch die pauschale Kriminalisierung von Migrant:innen und normalisiert Gewalt. Der Anwalt Chan-jo Jun schreibt auf X sogar, dass dieses “Gewaltelement” zur Durchsetzung der Ziele bislang in der Politik der AfD gefehlt habe [12]. Hohm trägt also zur Radikalisierung der AfD bei.

  • Hohm vertritt zudem einen ethnischen Volksbegriff - er hat also ein verfassungswidriges Verständnis davon, wer “deutsch” ist. Für Hohm ist nicht die Staatsbürgerschaft entscheidend, wie es das Grundgesetzt vorgibt, sondern die biologische Herkunft. Damit “unterscheidet er implizit Staatsbürger einer ersten und zweiten Klasse” - Kernideologie der extremen Rechten. 2022 sagte Hohm beispielsweise, “das deutsche Volk als ethnische und kulturelle Gemeinschaft ist nicht verhandelbar.” Und 2024: “Der, der eigentlich abstammungstechnisch aus Syrien kommt und jemanden in der Innenstadt absticht, ist dann auf einmal deutscher Staatsbürger.”

  • An anderer Stelle erklärte Hohm, dass Brandenburg das “Land der Brandenburger” und “Deutschland das Land der Deutschen” bleiben müsse, weshalb es auch nicht “Takatuka-Land” heiße. Das ist eine leicht variierte Version von “Deutschland den Deutschen” - ein deutschvölkischer Spruch mit langer Geschichte [13]. Er wurde beispielsweise 1900 auf eine Postkarte gedruckt [14], auf der antisemitische Vertreibungsfantasien dargestellt waren. Auch Adolf Hitler hat den Spruch genutzt und später rechtsextreme Akteure wie die NPD. Er wurde auch von einem rechtsextremen Mob gerufen, als dieser 1990 in Eberswalde, Brandenburg, den damals 28-jährigen Amadeu Antonio tötete und zuletzt wurde “Deutschland den Deutschen” 2024 zum extrem rechten Meme [15].

  • 2024 äußerte sich Hohm, ebenfalls typisch für die extreme Rechte, geschichtsrevisionistisch und nahm Bezug auf den NS: “Von den Schlachten des 30-jährigen Krieges bis zur Wiedervereinigung Deutschlands haben die Generationen vor uns jede Herausforderung gemeistert.” Hohm habe laut Verfassungsschutz ganz bewusst nicht die Zeit des Nationalsozialismus ausgespart [16].

  • Außerdem vertritt Hohm die extrem rechte Verschwörungserzählung des “Großen Austauschs”. Auf X schrieb er: “Wer also das #Staatsvolk sukzessive durch #Einbürgerung ersetzt, verändert Deutschland nicht, sondern schafft es ab. Ohne Deutsche kein Deutschland. Widerstand ist darum Pflicht. Für Deutschland.”

  • Wenn Hohm deshalb über Migrant:innen spricht, nennt er sie oft “Fremde, die sich nicht wie Gäste, sondern wie Eroberer verhalten” oder “Kulturfremde”, die “unser Land, unsere Städte millionenfach fluten und sich wie Eroberer verhalten” [17].

→ Hohm verwendet oft eine Sprache, die aus drei Bausteinen besteht: ethnischer Volksbegriff, Bedrohungsnarrativ, Kampfmetapher. Das erzeugt ein Wir-gegen-sie-Schema, das an die Tradition rechtsextremer Mobilisierung anschließt.

Die Professionalisierung des Rechsextresmismus

Das alles zeigt, Jean-Pascal Hohm ist keineswegs bürgerlich, er ist keineswegs gemäßigt. Er will in der breiten Öffentlichkeit so wahrgenommen werden. Dabei ist er seit Jahren erfolgreicher Netzwerker, ein Scharnier, das völkische, extrem rechte, identitäre und neonazistische Strukturen und Personen verbindet. Und das macht er seit Jahren professionell und erfolgreich.

Deshalb schreibt Correctiv:

“[Hohm] könnte die neue Jugendorganisation sogar noch weiter radikalisieren - und auf eine gefährliche Art und Weise professionalisieren.“ [19]

Professionalisierung bedeutet hier nicht Distanzierung von Extremismus, sondern dessen strategische Verdichtung und Tarnung. Das zeigt sich beispielsweise darin, dass er laut Correctiv die neue AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland eine “Kaderschmiede” und einen “Raum für Vernetzung mit dem Vorfeld” nannte, aus dem künftige Amtsträger:innen der AfD kommen sollen.

Offenbar ist da auch die Identitäre Bewegung gemeint, weil Hohm ergänzte, dass es “zwar formell den Unvereinbarkeitsbeschluss der AfD mit der Identitären Bewegung gebe”, er aber noch nie mitbekommen habe, dass es “ein Veto von Landes- oder Bundesvorstand gegeben habe, wenn junge Leute Parteimitglied werden wollten”.

Auch die Amadeu Antonio Stiftung sieht das ähnlich. Sie schreibt unter dem Titel “Rechtsextremismus für die Massen”:

Gefährlich ist Hohm, weil er rechtsextreme Inhalte strategisch anschlussfähig machen will. Er setzt auf Disziplin, taktische Mäßigung und klare Unterordnung unter die AfD-Führung. Nicht, um zu deeskalieren, sondern um rechtsextreme Positionen wirksamer, professioneller und weniger angreifbar in die Breite zu tragen.” [20]

An dieser Stelle noch ein kleiner Ausblick auf die kommende Ausgabe: Jean-Pascal Hohm bezeichnet sich selbst und seine Rolle immer wieder als Teil eines “patriotischen Mosaiks”. Das ist ein zentraler Begriff der Neuen Rechten. Hohm benennt also sich selbst und seinen Platz in einer strategisch angelegten Arbeitsteilung des extrem rechten Lagers. Und genau darum geht es kommende Woche!

Dialog

Aussage:

“Hohm wirkt vernünftig. Der ist nicht so radikal, wie manche behaupten.”

Gegenrede:

“Das ruhige Auftreten ist Teil seiner Strategie. Die Inhalte bleiben eindeutig rechtsextrem: Hohm spricht vom ‘Land der Deutschen’, nutzt einen ethnischen Volksbegriff und verbreitet die Verschwörungserzählung des ‘Großen Austauschs’. Er rahmt Radikalität als ‘Mitte’, um sie normal erscheinen zu lassen. Demokratische Politik basiert aber auf gleichen Rechten - nicht auf Abstammung. Hohms Stil soll von seinen Inhalten ablenken.”

Aussage:

“Er sagt doch selbst, er sei kein Rechtsextremist. Warum soll man ihm das nicht glauben?”

Gegenrede:

“Selbstbeschreibung ersetzt keine Fakten. Hohm hat langjährige Verbindungen zur Identitären Bewegung, zu ‘Ein Prozent’, wohl auch zu Neonazi-Hooligans. Er fordert ‘Wehrhaftigkeit’ gegenüber Migrant:innen, relativiert NS-Geschichte und widerspricht nicht, wenn es um verfassungswidrige ‘Remigrationsfantasien’ geht. Wenn jemand solche Positionen vertritt, reicht ein bürgerlicher Satz im Spiegel nicht aus, um das zu relativieren.”

Aussage:

“Er redet einfach nur zugespitzt.”

Gegenrede:

“Hohm nutzt gezielte Sprachverschiebungen: scheinbar harmlose Formulierungen wie ‘Takatuka-Land’ knüpfen an rechtsextreme Parolen wie ‘Deutschland den Deutschen’ an. Aus ‘Zuspitzung’ wird so Normalisierung. Gleichzeitig spricht er von ‘Fremden, die fluten’ und von ‘Eroberern’ - klassische rechtsextreme Feindbilder, die Gruppen entmenschlichen. Eine Demokratie lebt von Streit, aber nicht von Sprache, die Menschen ausgrenzt und Gewalt legitimiert. Genau deshalb sind solche Begriffe keine Nebensache.”

Quellen
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