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Blatt für Blatt.

Vor ein paar Tagen. Wir kommen zurück, von unserer Nachmittagsrunde.

Remo (mein Feelgood-Manager) wartet geduldig, dass ich ihm die Pfoten sauber mache. Ich knie mich hin, hebe eine Pfote nach der anderen und bürste dann noch sein Fell - alles wie immer.

Ich stehe noch halb kopfüber, irgendwo zwischen Hund und Fußmatte ... mein Blick bleibt hängen: „Huch, was ist das denn?“

In meiner Topfrose hängt ein Blatt. Es ist ziemlich groß und irgendwie fehl am Platz. „Wie kommt das dahin?“, schießt es mir durch den Kopf.

Also sehe ich es mir genauer an, ziehe es vorsichtig zwischen den stacheligen Stielen der Rose heraus – es ist nur noch das Skelett von einem Blatt.

Hauchzart.
Durchsichtig.
Ein feines Netz aus goldenen Linien,
das einmal ein ganzes Blatt war.

Blattskelett liegend auf einem weißen Blatt im Sketchbook.
Blattskelett vermutlich von einem Walnussbaum

Dann dämmert es mir, woher es stammen könnte: vom Walnussbaum hinter dem Haus. Der Wind muss es hergetragen haben, als es am Tag davor so gestürmt hat. Und jetzt hängt es einfach so in meiner Rose. Was für ein schönes Geschenk. Wow!

Ja, ich kann mich tierisch über solche kleinen Dinge freuen. Wenn so etwas plötzlich vor mir auftaucht. Ein besonderer Moment für mich.

Was mich so anzieht und mich fasziniert, sind die feinen Strukturen, die Linien, das Zarte. So filigran und leicht.

Ich glaube, man könnte sagen, ich sammle solche kleinen Dinge und Momente. Nicht bewusst. Oder vielleicht finden sie mich einfach. Oder ich habe einfach einen Blick für die kleinen Schönheiten, die andere oft übersehen.

Und dann landen einige dieser Fundstücke als schnelle Skizze in meinem Sketchbook. Andere bekommen mehr Zeit und Aufmerksamkeit, wie dieses Ahornblatt zum Beispiel …

Gezeichnetes Ahornblatt in gelben Herbsttönen.
Ahornblatt. Zeichenwerkzeug: Buntstift und Marker

Jetzt im Frühling, wenn es überall sprießt und grünt und sich die Natur wieder entfaltet, das ist die schönste Zeit des Jahres – das inspiriert mich immer wieder – für Fotos und Zeichnungen.

Dieses filigrane Walnussblatt begeistert mich noch immer. Es liegt neben mir auf meinem „Kreativtisch“.

Später habe ich noch in meinen Sketchbooks geblättert und da tauchen sie alle wieder auf. Meine kleinen Blatt-Sammlungen. Schnelle Skizzen, spontane Ideen und manchmal auch detaillierter ausgearbeitete Zeichnungen – meist mit Fineliner und Buntstift, meine Lieblingsmedien.

Div Blattzeichnungen im Sketchbook
Einfache Kritzeleien im Sketchbook

So entstehen einerseits Blätter in wenigen Sekunden. Ein kurzer Blick, ein paar Striche – mehr nicht. Andere begleiten mich länger und werden feiner ausgearbeitet.

Wenn ich so drüber nachdenke, vielleicht zeichne ich Blätter nicht nur, weil ich sie schön finde. Vielleicht ist es dieses Zusammenspiel von: sehen, staunen, festhalten. Details entdecken.

Foto Tulpen in Rotorange und Gelb, Draufsicht.

Wie auch immer: Ich liebe Blätter. Egal welche. Auch Blütenblätter – natürlich. Und ich werde nie müde sie zu fotografieren und zeichnen. Oder auch einfach der Fantasie freien Lauf lassen und schauen, was dabei herauskommt …

Buntstiftzeichnung im Sketchbook. Große Blätter in Türkis im Hintergrund. Im Vordergrund eine erfundene Topfpflanze auf einem Hocker.
Spontane Zeichnung mit Fineliner und Buntstift



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