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ADHS - Es-kommt-drauf-an-Syndrom

Eine kurze Feldstudie über ADHS, Extreme — und Fragebögen, die eigentlich verbrannt gehören

Stell dir vor, du sitzt vor einem ADHS-Fragebogen. Er fragt dich:

„Haben Sie häufig Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren?

☐ Nie

☐ Selten

☐ Manchmal

☐ Oft

☐ Immer“

Und dein Gehirn antwortet:

„Ja.“

Und gleichzeitig:

„Nein.“

Und gleichzeitig:

„Kommt drauf an.“

Und gleichzeitig:

„Was ist Konzentration überhaupt? Eine gesellschaftliche Konstruktion? Ein mythologisches Pferd? Ein vibrierender Zustand zwischen Kaffee und Katastrophe?“

Willkommen beim „Es-kommt-drauf-an“-Antworten-Syndrom, einer Störung des Raum-Zeit-Gefüges, die ausschließlich bei Menschen mit ADHS vorkommt, wenn sie gezwungen werden, lineare Antworten auf nichtlineare Innenwelten zu geben.

🎭 ADHS: Das Syndrom der Extreme

ADHSler leben in einer Welt, in der es 0 oder 100, Nebel oder Laserschwert, Lagerfeuer oder Vulkanausbruch gibt.

Kontext hängt alles an die Decke:

  • Bei Interesse 10/10: Fokus wie ein Chirurg mit eingebautem Mikroskop.

  • Bei Interesse 0/10: Konzentration wie ein Lama auf einem Trampolin.

Die Frage „Wie oft…?“ macht im ADHS-Universum ungefähr so viel Sinn wie: „Wie oft ist ein Tornado durchschnittlich windig?“

Warum Fragebögen für ADHSler eine Art seelischer Escape Room sind

1. Extreme sind schwer zu mitteln Wenn man abwechselnd Hyperfokussierter Jedi und Zerstreuter Hobbit ist, ergibt der Durchschnitt davon ein unsichtbares Wesen, das niemand kennt.

2. Kontext verändert ALLES Frage: „Können Sie Aufgaben beginnen?“ ADHS-Gehirn: „Welche? Heute? Gestern? Wenn jemand daneben steht? Wenn ich gerade emotional stabil bin? Wenn der Mond in Käse steht?“

3. Sprache ist zu grob für ADHS-Realität ADHS lebt in Submodalitäten, Mikrowahrnehmungen, Energie-Kurven. Ein 5-Punkte-Likert-Skala ist wie der Versuch, ein Gewitter mit Wachsmalern zu messen.

4. Masking verzerrt zusätzlich alles Viele ADHSler haben gelernt: „Ich funktioniere, egal wie viele innere Brände ich gleichzeitig lösche.“ Der Fragebogen fragt nach Verhalten – das ADHS-Gehirn antwortet nach Selbstkontrollleistung.

Wenn ein ADHSler einen Fragebogen ausfüllt, sieht das innerlich so aus:

„Ich habe Schwierigkeiten beim Organisieren von Aufgaben.“

Und irgendwo in der Ferne weint ein Evaluator.

Was tun?

Um ADHS wirklich zu verstehen, brauchen wir:

  • Kontextorientierte Diagnostik

  • Alltagsbeispiele statt Prozent-Schätzungen

  • Innensicht + Regulationsdynamik

  • Dialog statt Kreuzchen

  • Werkzeuge wie Timeline, Submodalitäten & Emoflex

ADHS ist kein Ja-Nein-Phänomen. Es ist ein Spektrum aus Reizreaktivitäten, Energieschwankungen, Stressmustern, Hyperfokusmagie und situativen Superkräften.

Fragebögen versuchen, das Gewitter einzufangen. ADHS lebt aber im Wetter.

Und jetzt du

Wie fühlt sich Fragebogen-Ausfüllen bei dir an?

  • „Ich weiß nie, was ich ankreuzen soll“

  • „Ich kreuze alles an“

  • „Ich kreuze gar nichts an und esse den Fragebogen“

  • „Ich brauche eine legale Option für ‚Kommt drauf an‘“

  • „Ich schreibe Nebenbemerkungen und niemand liest sie“

Teile es in den Kommentaren – lass uns gemeinsam das Es-kommt-drauf-an-Syndrom offiziell machen. Und vielleicht drucken wir irgendwann einen eigenen Fragebogen. Mit Kästchen für Wombats.

Oder spring noch besser in meine ADHSSpektrum Community auf Skool mit rein. Denn sonst prokrastinierst du es es ja doch wieder auf ewig...

☐ Jetzt

☐ Nie

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