
Bild: Cindy und Kay Fotografie
Hier auf Steady teile ich anonymisiert einige eurer langen E-Mails und meine ausführlichen, empathischen und recherchierten Antworten. Ich bin kein Coach und keine Psychotherapeutin und würde euch bei entsprechenden Fragen bitten, Fachpersonal zu konsultieren. Wenn es bei euch im Alltag an kleinen Dingen hakt und ihr gern meine Einschätzung hättet, schreibt mir gern an anna [punkt] brachetti [at] posteo [punkt| de.
Hallo liebe Anna,
Mein Mann und ich haben einen 3,5Jährigen Sohn. Bei uns ist gerade das Essen, vor allem morgens ein großes Thema. Unser Sohn braucht sehr lange zum Essen, meistens so eine Stunde für eine kleine Schale Müsli. Er hört gern noch ein Hörbuch, bevor er in den Kindergarten geht, aber meist reicht die Zeit eben nicht für das lange Essen und Hörbuch hören. Während dem Essen Hörbuch hören funktioniert leider gar nicht, weil er dann abgelenkt ist und gar nicht mehr isst. Wir planen den Morgen meistens schon sehr entspannt mit viel Zeit, aber ich habe das Gefühl, je mehr Zeit wir einplanen umso mehr trödelt unser Sohn und am Ende sind wir doch wieder alle gestresst, weil wir trotz der vielen Zeit irgendwann los zur Arbeit/Kindergarten müssen und die Zeit dann nicht mehr für alles reicht. Während dem Essen, sagen wir unserem Sohn auch, dass die Zeit nicht reichen wird, wenn er sich nicht ein bisschen beeilt. Wir wollen nicht drohen, aber das ist eben die Realität. Unser Sohn möchte auch unbedingt zu Hause frühstücken, er hätte auch die Möglichkeit im Kindergarten zu frühstücken, aber wenn wir ihm das vorschlagen, verweigert er das total.
Ich merke bei mir selbst, dass ich in solchen Situationen (gibt es nicht nur morgens, sondern auch allgemein, wenn wir von unserem Sohn einfordern, dass er sich anziehen lässt, sein Spielzeug wegräumt,...) irgendwann dazu neige total Druck aufzubauen und laut zu werden, das stört mich, aber ich schaffe es nicht, das abzustellen. Hast du einen Tipp oder Ratschlag, wie ich mich anders verhalten könnte?
Liebe Grüße,
Jasmin*