Weil der Januar noch nicht vorbei ist, das alte Jahr noch spürbar nachpulsiert, schicken wir einen letzten Jahresrückblick in den Raum. Auch die Neustarts der Woche blicken ausnahmslos zurück, um in der Vergangenheit zu finden, was uns in der Gegenwart fehlt. Und dann sind da noch die Oscars und die frisch hereingekommenen Nominierungen, die allerdings auch eine ganze Menge Vergangenheit mit sich bringen.
Cinema Moralia:
Warum gehen wir ins Kino? (Si apre in una nuova finestra)
Diversität und Totalität: Exponentialfunktionen und was die Oscar-Nominierungen über die Filmbranche verraten – Cinema Moralia, Tagebuch eines Kinogehers, 375. Folge – von Rüdiger Suchsland
Neue Kritiken:
Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (Si apre in una nuova finestra) (D 2025)
Lachen und Leiden: Simon Verhoeven verfilmt Joachim Meyerhoffs autobiografische Romanwelt als leicht-konzentriertes Kino über Herkunft, Schauspiel und familiäre Prägung. Ein Film über Übergänge, über das Aushalten von Leere – und über die produktive Spannung zwischen Literatur und Bild – Kritik von Axel Timo PurrHamnet (Si apre in una nuova finestra) (GB/USA 2025)
Innenansichten eines Abschieds: Chloé Zhaos Drama verweigert die Biografie und sucht die innere Logik des Verlusts. Ihr Film zeigt, wie Kunst nicht aus Inspiration, sondern aus Erfahrung entsteht – Kritik von Axel Timo PurrLittle Trouble Girls (Kaj ti je deklica) (Si apre in una nuova finestra) (SLO/I/HR/SRB 2025)
Erotisches Frühlingserwachen im Kloster: Eine Teenagerin sammelt bei einem Probenwochenende ihres Mädchenchors im Kloster erste erotische Erfahrungen und ringt um ihre sexuelle Orientierung – Kritik von Reinhard KleberScham (Si apre in una nuova finestra) (D 2025)
Die raue Textur der Gewalt: Lukas Röder lotet in Scham (Si apre in una nuova finestra) Kino als psycho-ästhetischen Erfahrungsraum aus – und manifestiert eine radikale neue Stimme des deutschen Films – von Dunja Bialas
»Kannst Du mal aufhören mit Deiner Jammerei...«: Ungewohnt und visuell aufregend: Lukas Röders preisgekröntes Mutter und Sohn-Drama Scham (Si apre in una nuova finestra) – von Rüdiger Suchsland
Neue Videokritik:
Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (Si apre in una nuova finestra)
Ich bin nicht so eine Heulsuse wie du! Bei Simon Verhoevens Adaption des dritten Bandes von Joachim Meyerhoffs autofiktionaler Romanreihe »Alle Toten fliegen hoch« können sich Stefan Rutz und Axel Timo Purr trotz Senta Berger in der Hauptrolle nicht so recht einigen, ob der Film ein Top oder Flop ist.
Neue Podcasts: (Si apre in una nuova finestra)
Das Filmquartett: Der Jahresrückblick 2025
Über das Politische in künstlerischen Filmen, das Experimentelle in Spielfilmen und den Gap zwischen Arthouse und Mainstream diskutieren im Filmquartett (das diesmal ein Sextett ist): Dunja Bialas, Benedikt Guntentaler, Amelie Hochhäusler, Noah Mrosczok, Chris Schmuck, Wolfgang Lasinger. Besprochene Filme: A House of Dynamite (Si apre in una nuova finestra), Sehnsucht in Sangerhausen (Si apre in una nuova finestra), Yes (Si apre in una nuova finestra), Henry Fonda for President (Si apre in una nuova finestra), In die Sonne schauen (Si apre in una nuova finestra), Unterwegs im Namen der Kaiserin (Si apre in una nuova finestra), Herz aus Eis (Si apre in una nuova finestra) und mehr...Sollte man Nazis besser erschießen oder besser mit ihnen reden?
Erinnerung an die Gerechtigkeit: Im neuen artechock-podcast spricht der Filmwissenschaftler Benjamin »Ben« Seyferth mit Rüdiger Suchsland über seinen Großvater, den großen Dokumentarfilmregisseur Marcel Ophüls und dessen Lieblingsfim, den großartigen, aber schwer zu beschaffenden Memory of Justice (Si apre in una nuova finestra), der jetzt beim »Festival Max-Ophüls-Preis« in restaurierter Version aufgeführt wurde. Es geht auch um Ophüls' Blick auf das Leben, das Kino und die Geschichte; über persönliches Filmemachen und die direkte Begegnung mit den NS-Tätern.