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Drei Gedanken zum Play-off-Tag (3.5.26)

von Bernd Schwickerath und Christoph Fetzer

Zu jedem Play-off-Tag in der DEL gibt es von uns drei kurze Gedanken.

Das Ergebnis von Sonntag, 3. Mai:

DEL-Finale:
Adler Mannheim - Eisbären Berlin 1:4 (Serie: 1:4)

Mit Tobi auf dem Rücken: Andy Eder bekam den Pokal als Erster. Bild: City-Press

1. Kein Ende der Eisbären-Dominanz in Sicht

Deutscher Meister zu werden, ist schwer. Den Titel zu verteidigen umso mehr. Für einen Titel-Hattrick und fünf Meisterschaften in sechs Jahren gibt es im Sport ein Wort: Dynastie. Wie zwischen 2005 und 2013, als sie schon einmal drei Meisterschaften in Serie gewannen und sieben Titel in neun Jahren holten, dominieren die Eisbären Berlin die DEL.

Und das in einer Saison, in der sie enormes Verletzungspech hatten, in der mit Kai Wissmann der Kapitän und einer der besten Verteidiger der Liga lange ausfiel, mit Ty Ronning der MVP der Play-offs 2024/25 zwischenzeitlich fehlte, am Ende mit Jake Hildebrand die eigentliche Nummer eins. Drei Verletzungen auf drei Positionen, die die Eisbären aber kompensieren konnten. In der Hauptrunde mit Ach und Krach, in den Play-offs mit Bravour. „Jeder Rückschlag, jede Verletzung – wir sind einfach weitermarschiert. Der Nächste ist gekommen“, fasste Jonas Stettmer die Saison bei Magenta Sport treffend zusammen.

Was bedeutet das für die Liga, dass eine Mannschaft, die derart gebeutelt wurde, in den Play-offs so durchmarschieren kann? 4:2 gegen Straubing, 4:2 gegen Köln, 4:1 gegen Mannheim. Drei der fünf Niederlagen gab es in der Overtime. In 17 Play-off-Spielen verlor Berlin also nur zweimal nach 60 Minuten.

Ist das gut für die Liga? Die Frage haben wir vor der Saison mit „jein” beantwortet. Schließlich pushen die Eisbären mit ihrer Dominanz auch die anderen Spitzenteams, in Mannheim, Köln und München musste sich etwas tun. Und es hat sich ja auch was getan. Nur: Obwohl die anderen stärker waren und obwohl die Eisbären geschwächt waren, reichte es am Ende recht locker für die nächste Meisterschaft. Das ist keine gute Entwicklung, der Liga droht allen Zuschauerrekorden und all der Überraschungen in der Hauptrunde zum Trotz genau dann Langeweile, wenn es drauf ankommt: in den Play-offs.

Vielleicht ist für die anderen Mannschaften aber doch Rettung in Sicht. Denn in die Feierlichkeiten zur Meisterschaft platzte die Nachricht, dass Serge Aubin die Eisbären in Richtung Bern verlässt. „Eismeister” Klaus Zaugg beruft sich bei Watson (Si apre in una nuova finestra) auf  „absolut verlässliche Gewährsleute aus Deutschland”. Schon vor drei Monaten sei der Vertrag unterschrieben worden.

Im Laufe des Montagvormittags verdichteten sich die Anzeichen, dass in Berlin eine Ära zu Ende geht. „So ist das Geschäft“, sagte Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer gegenüber dem Tagesspiegel (Si apre in una nuova finestra). Noch ist der Wechsel aber nicht offiziell verkündet worden.

Für die Eisbären Berlin wäre das ein Schlag, für alle anderen DEL-Klubs eine gute Nachricht. Denn die Play-offs haben wieder einmal gezeigt: Serge Aubin ist der beste Trainer der Liga. Für Richer sogar der beste Europas. Ein Wechsel in die Schweiz wäre auch irgendwie verständlich. In Deutschland hat Aubin alles gewonnen und sogar in dieser schwierigen Saison wieder triumphiert. Auf dem Höhepunkt abzutreten, das schaffen nur ganz wenige.

Die Frage ist nur, ob es dadurch wirklich besser für die Konkurrenz wird. Denn wenn die Berliner in den vergangenen Jahren eins konnten: Allen Widrigkeiten trotzen und sie sogar dafür nutzen, um noch enger und besser zu werden. Der Abgang ihres Startrainers wäre wieder so eine Widrigkeit. Es sollte uns alle nicht wundern, wenn die Eisbären sie wieder in positive Energie umwandeln würden.

2. Vom Backup zum Final-MVP

MVP und Meister: Jonas Stettmer vor den Eisbären-Fans.

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