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Vandalismus gegen Zara – und wie dieser Verein Hass im Netz bekämpft

Wer dieser Tage das Büro von Zara besuchen möchte, findet die Organisation womöglich etwas schwerer. Denn irgendjemand hat die Tafel beim Eingang, die zu Zara führt, gewaltvoll herabgerissen. Auch bekommt die Organisation Hassnachrichten zugesendet.

Und warum? Wohl weil sich Zara gegen Hasskommentare und gegen Rassismus einsetzt – die Organisation betreibt die wichtigsten Beratungsstellen auf diesem Gebiet in Österreich. Ich schreibe das, weil ich diese Woche Zara gemeinsam mit First Lady Doris Schmidauer (also Gattin des österreichischen Bundespräsidenten) besuchen konnte. Der Standard berichtete (Si apre in una nuova finestra) davon.

Zara erzählte über ihre Arbeit – und ich möchte Teile des Gesprächs wiedergeben, weil es aufzeigt, wie wichtig Opferschutz-Organisationen wie Zara in Österreich oder HateAid in Deutschland sind.

5 Beobachtungen und Tipps aus dem Gespräch mit Zara:

→ Es lohnt sich, Zara Hasskommentare von Social Media zu senden: Sie sind nämlich auch Trusted Flagger und wenn Zara rechtswidrige Hasspostings (zum Beispiel Verhetzung oder Cybermobbing) an Plattformen wie TikTok, Instagram, Facebook meldet, müssen diese Meldungen prioritär behandelt werden. Man kann solche Hasskommentare an tf@zara.or.at (Si apre in una nuova finestra) per Email senden. Sie dokumentieren auch, ob Plattformen gemeldete Kommentare entfernen – damit wir einen deutlicheren Einblick in die Vorgangsweise der Plattformen bekommen.

→ Die Arbeit von Zara ist so wichtig, weil sie mit Betroffenen wirklich zur Polizei gehen – und ihnen helfen, eine Anzeige zu erstatten. Im Gespräch erzählte Fiorentina Azizi-Hacker, die Leiterin der Beratungsstellen, dass bei ihnen häufig auch Leute landen, die bereits etwas anzeigen wollten. Doch auf der Polizeistube seien sie abgewiesen worden. Sowohl in der Beratungsstelle gegen Hass im Netz, als auch in der Beratungsstelle gegen Rassismus sitzen Jurist:innen, die einzelne Fälle rechtlich überprüfen: Und diese helfen dabei, zum Beispiel (fürs Gericht passende) Screenshots eines Postings zusammenzutragen und zu bestimmen, welcher Straftatbestand erfüllt ist. Sie gehen sogar mit zur Polizei, um gemeinsam die Anzeige zu erstatten.

→ Bisher wird nur die Beratung gegen Hass im Netz staatlich direkt gefördert. Hohe Wellen schlug ja, dass Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) diese Förderung für Zara plötzlich eingestellt hatte (Si apre in una nuova finestra). Mittlerweile sprangen das Medienministerium und das Frauenministerium ein und versicherten, den größten Teil der Förderung gemeinsam zu übernehmen (Zara bekommt dieses Jahr 300.000 Euro, vergangenes Jahr waren es 330.000 Euro – und beantragt hatte die Organisation 430.00 Euro). Auch gibt es eine Gesamtförderung für den Verein durch die Stadt Wien – viel davon fließt indirekt in die Beratungsstelle gegen Rassismus. Denn während die Beratungsstelle gegen Hass im Netz dezidiert als solche gefördert wird, wurde die Beratungsstelle gegen Rassismus (seit der Einrichtung im Jahr 1999) noch nie gesondert gefördert.

→ Enorm wichtig: Spenden. Wenn Zara nicht zusätzlich Spenden bekommt, müssen sie einen Teil ihrer Beratungsleistung abbauen. Denn die Förderungen finanzieren nur einen Teil des Personals und Aufwands, den die Beratungsstellen erfordern: Das Team der Beratungsstellen besteht aus 9 Personen (inklusive Leitung), und alle von ihnen arbeiten Teilzeit. Mein persönlicher Eindruck ist auch, dass das sehr engagierte Menschen sind – die sich diese Arbeit antun. Nicht weil sie gut bezahlt ist, ganz im Gegenteil, sondern weil diese Arbeit wichtig ist.

→ Oft auch: Akuthilfe. Zum Teil wenden sich auch Menschen an Zara, die in diesem Moment suizidal sind. Das ist ein Beispiel dafür, wie wichtig bei Zara auch die Vernetzung mit anderen Organisationen ist – zum Teil geht es dann daran, sich sofort an die Polizei zu wenden oder den Kontakt zu Einrichtungen herzustellen, die eine Person länger begleiten kann.

Wer sich an Zara wenden will: Hier findet man die Beratungsstellen gegen Hass im Netz und gegen Rassismus (Si apre in una nuova finestra).

Und wer Zara unterstützen will: Hier kann man spenden (Si apre in una nuova finestra).

Übrigens: Wer ähnliche Arbeit in Deutschland unterstützen will oder dort Hilfe sucht, kann sich an HateAid (Si apre in una nuova finestra) wenden. Auch sie sind übrigens von einem Umbau der Förderungen (Si apre in una nuova finestra) betroffen.

Das war ein kleiner Deepdive in die Arbeit von Zara – weil ich die Arbeit solcher Einrichtungen enorm wichtig finde. Wir lesen uns wieder in zwei Wochen!

Und hier ein paar aktuelle Termine

Nächste Termine
• Wien, 7.5.,
Heeresgeschichtliches
Museum, 18 Uhr
• Innsbruck, 8.5., Journalismusfest,
16.30 Uhr
• Graz, 13.5., Literaturhaus, 19 Uhr

Ebenso werde ich am Montag, 18.5., auf der re:publica in Berlin (Si apre in una nuova finestra) sprechen - über “Gegenstrategien zum Frauenhass”. Freue mich, wenn wir uns bei einem dieser Termine sehen!

Schönen Gruß

Ingrid Brodnig

Foto in der Web-Version: Peter Lechner/HBF

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