
Meine lieben Buddys,
es ist Montag, und weiter geht's mit einem Auszug aus meinem nächsten Programm.
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Und wenn die AfD die deutsche Kultur fördern will, dann heißt das, und zwar ganz konkret für mich, wir stehen vor ganz neuen Herausforderungen für die deutsche Satire. Denn wenn es etwas gibt, das die AfD und ihre Anhänger ganz besonders auszeichnet, dann ist es ihr ausgeprägter Sinn für Ironie.
Und was einige ihrer Anhänger ganz besonders auszeichnet, ist
jetzt nicht verstanden zu haben, ob das jetzt von mir Ironie gewesen sein könnte.
Aber wenn es etwas gibt, dass die Anhänger der AfD von allen anderen unterscheidet, dann ist es ihre Fähigkeit zur Selbstironie, auch mal Fünfe grade sein zu lassen und herzhaft über sich selbst lachen zu können. Humor
Ist nur noch eine Frage der Zeit, und Beatrix von Storch bekommt im Aachener Karneval den Orden wider den tierischen Ernst verliehen. Und wie etliche andere Politiker vor ihr, hält sie dann da ne Büttenrede.
Stellt Euch das vor.
Stellt Ihr Euch das vor?
Ja, so viel Phantasie muss man erst mal aufbringen.
Ich jedenfalls kann es kaum erwarten.
Beatrix von Storch hält eine Rede.
Und die Kapelle spielt: TaTaa TaTaa TaTaa.
Humor
Aber von wegen Herausforderungen für die deutsche Satire, mal ein Beispiel.
Als Alice Weidel mal den Satz sagte: „Die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte.“ Da hat ein deutscher Kabarettist das kommentiert mit dem Satz: „Da hat sie recht, die alte Nazi-Schlampe.“ Da hatte die Weidel so viel Humor, dass sie deswegen vor Gericht zog.
Als mal ein Grünen-Politiker wegen einer Beleidigung Anzeige erstattet hat, sagte Frau Weidel: "Das ist eine mimosenhafte politische Klasse, die die Justiz missbraucht, um aufsässige Bürger zum Schweigen zu bringen."
Aber wenn sie selber sowas tut, dann tutet sie nicht dasselbe. Das ist ganz was anderes. Und zwar ist der Unterschied…. hm…. also….naja.. also ganz was anderes.
Wie auch immer, als Frau Weidel gegen die alte Nazischlampe klagte, sagte das Gericht, dass die alte Nazischlampe im Kontext ihrer eigenen Aussage eine zu Ende gedachte Überspitzung des von ihr selbst geforderten Endes der politischen Korrektheit darstellte. Weshalb sie den Prozess verlor.
Das waren die Zeiten, da ist sowas noch als Satire durchgegangen.
Ewig her.
Das waren die Zeiten, da hat Schalke noch schlechten Fußball gespielt.
Und nach diesem Gerichtsurteil musste die Weidel so laut lachen, so laut, dass sie sich sagte: Das wolln wir doch mal sehn. Wer zuletzt lacht, …
hat erst hinterher den Witz kapiert.
Und je größer der Einfluss der AfD wird…
Schon heute kommt es vor, dass in einigen Orten die Kulturentscheider AfD-kritische Inhalte abändern oder komplett streichen.
Und zwar nicht auf Druck, sondern freiwillig und vorauseilend. Unter dem Motto: Nicht über die AfD scherzen, um es sich nicht mit ihr zu verscherzen.
Was ich ja richtig finde!
AfD guuuuuut. LinksGrün schleeeecht! AfD guuuuuut. LinksGrün schleeeecht!
Denn wenn etwas in Deutschland schon immer gut funktioniert hat, dann ist es die Obrigkeitshörigkeit. Und wenn die AfD sagt, dass sie daran etwas ändern will, dann natürlich nicht die Hörigkeit, sondern sie selber will die Obrigkeit sein. Alter Wein in neuen Schläuchen. Hauptsache, blau.
AfD guuuuuut. LinksGrün schleeeecht!
Und das Schönste: Die AfD braucht dazu dann nicht mal gegen die Verfassung zu verstoßen oder geltendes Recht zu brechen. Es reicht, wenn sie die entsprechenden Schlüsselpositionen z B von Redakteuren oder Kulturamtsleitern mit den entsprechenden Personen umbesetzt. Und wer jetzt denkt: Das is ja ne Sauerei!
Die SPD kennt das als Filz, Die Union als Amigos. Die FDP als Klientel. Und die Grünen als Habecks bucklige Verwandtschaft.
Und wenn die AfD sagt, dass sie dieses Postengeschacher ändern will im Land, dann natürlich nicht das Geschacher, sondern sie selber will die Posten besetzen. Merke: Die Fliegen ändern sich! Die Scheisse bleibt die gleiche!
Äh…
AfD guuuuuut. LinksGrün schleeeecht! AfD guuuuuut. LinksGrün schleeeecht!
Und wenn deutsche Kulturämter dann von AfD-Leuten geleitet werden, dann werden unerwünschte Künstler einfach nicht mehr engagiert. Das wolln wir doch mal sehn.
Und dann sagt die Weidel: Wer zuletzt lacht, hat Humorfrüherkennung.
Und sollte es dann noch vereinzelt Theater in einer Kommune geben, die solchen Künstlern doch noch eine Bühne bieten wollen, ja, das wolln wir doch mal sehn, woher solche Theater dann noch Subventionen oder öffentliche Fördergelder herbekommen. Da grüßt die Weidel unter dem Motto: Wer zuallerletzt lacht, da hat der Humor bereits gestreut.
Und sollten solche Künstler dann als letzte Zuflucht in der Fußgängerzone auftreten wollen, tja, dann gibt es natürlich eine behördliche Verordnung, die das Auftreten solcher Künstler in der Fußgängerzone verbietet und an den Stadtrand verdrängt. Da kommt die Weidel aus dem Lachen gar nicht mehr heraus, und sagt: Das ist Humor im Endstadium.
Bis nächste Montag,
Euer HG.