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Reisezeit bei Hypotheses: Der Juni-Newsletter

Der Sommer ist da und damit auch die Reisezeit – auch bei Hypotheses. Wie eine französische Kapitänsfrau als Mann verkleidet ihren Mann nach Australien begleitete, was Bordbücher über die Ambitionen von Seeleuten der Frühen Neuzeit verraten und ob Forschende in Zeiten der Klimakrise zu Konferenzen reisen sollten: Das und mehr lesen Sie in unserem Juni-Newsletter.

Wir wünschen spannende Lektüre!

Beiträge des Monats: Unsere Hingucker

Eine Frau in weißem Kleid und ihr Mann in Kapitätsuniform gehen an Land und werden dort von asiatisch gezeichneten Menschen mit Schirmen begrüßt (Si apre in una nuova finestra)

Wie eine französische Kapitänsfrau Australiens Herz und Nationalgeschichte eroberte

In Australien wurde sie zur Heldin, in Frankreich ist sie fast vergessen: Die französische Kapitänsfrau Rose de Freycinet schmuggelte sich 1817 als Mann verkleidet an Bord eines Expeditionsschiffes. In einem Tagebuch für ihre Cousine und in Briefen an ihre Mutter schilderte sie den Alltag an Bord und ihre Beobachtungen an Land. Cassandra Dostert zeigt, welch seltenen Einblick diese Quellen in das Leben einer Kapitänsfrau auf Expeditionsreise geben.

Gründungsmitglieder der Baath-Partei, Logo der Baath-Partei Links und Rechts

Arabischer Sozialismus jenseits eurozentrischer Perspektiven

War der arabische Sozialismus nur eine Kopie europäischer Ideen? Annelie Thies blickt auf Syrien und zeigt: Die frühe Baath-Partei verstand Sozialismus anders als Marx. Für ihre Gründer stand nicht der internationale Klassenkampf im Zentrum, sondern die Überwindung kolonialer Abhängigkeit und die politische Einheit der arabischen Welt.

Schloss Grafeneck (Si apre in una nuova finestra)

Schloss Grafeneck im Nationalsozialismus

Im abgelegenen Schloss Grafeneck auf der Schwäbischen Alb, rund 60 Kilometer südlich von Stuttgart, wurden 1940 mehr als 10.600 Menschen im Rahmen der NS-“Euthanasie” ermordet. Thomas Stöckle, Leiter der Gedenkstätte und des Dokumentationszentrums Grafeneck, zeichnet nach, wie sich der Ort von einer Behinderteneinrichtung zur Tötungsanstalt und später zum Heim der Kinderlandverschickung wandelte.

Stich zeigt Gebäude der Compagnie des Indes mit Schiffen im Hafen (Si apre in una nuova finestra)

Erwartungen auf Kurs gebracht. Was Schiffstagebücher über Ordnung, Wissen und Karrieren verraten

Auf ihren Seereisen mussten die Kapitäne der französischen “Compagnie des Indes” nach strengen Vorgaben über den Verlauf der Reise Buch führen. Während einige so ihre Karriere strategisch vorbereiteten, nutzten andere die Freiheit auf hoher See, um den Kontrollansprüchen der Compagnie zu entgehen. Marius Müller zeigt, wie Bordbücher zu Mitteln der Wissensproduktion, aber auch der Selbstverortung von Seeleuten wurden.

Aus den englischsprachigen Blogs

Flugzeug der Air Canada vor blauem Himmel (Si apre in una nuova finestra)

Should I Stay or Should I Go? On Conferencing Well in Times of Climate Catastrophe

Should researchers still attend international conferences in times of climate catastrophe – and if so, how many, and under which conditions? What would “conferencing well” mean once the planetary dimension is taken seriously? Stefan T. Siegel reflects on three myths that keep us flying.

Aus den sozialen Medien

Auf dem Instagram-Account der Max Weber Stiftung (Si apre in una nuova finestra) kommt unsere Community zu Wort: Bloggende erzählen, welche Entdeckung sie mit ihrem Wissenschaftsblog verknüpfen.

"Wir fanden es spannend, niedrigschwellig erste Texte zu schreiben und dann zu sehen, wohin uns das im gemeinsamen Denkprozess führt." Christoph Streb, Kulturhistoriker und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut Paris

Wie haben Menschen in vergangenen Zeiten ihr eigenes Jetzt erlebt? Mit welchen Metaphern, Medien und Emotionen machten sie die Gegenwart zum Problem? Das untersucht die Forschungsgruppe “Drängende Gegenwarten” am DHI Paris. “Um auszutesten, was die Quellen aus unseren jeweiligen Forschungsprojekten für das gemeinsame Thema hergeben, haben wir eine kleine Blog-Serie gestartet”, berichtet Christoph Streb.

In der mehrsprachigen Blogserie hält die Gruppe ihre Diskussionen fest – und denkt gemeinsam weiter: über die Kolonialkrise auf Martinique im 18. Jahrhundert, über Jugendkriminalität im 19. Jahrhundert, die Krisen der Weimarer Republik und die Angst vor Ghettoisierung in den 1970er Jahren.

Neu bei de.hypotheses: Willkommen!

Grafik eines Fußballfeldes mit den Worten "DENK ANSTOSS" (Si apre in una nuova finestra)

Dings Da!

Das Blog “Dings Da!” versteht sich als Plattform für den Austausch und die Sichtbarmachung des Forschungsfeldes der materiellen Kultur und möchte dieses Themenfeld stärker in den Fokus kulturwissenschaftlicher Debatten rücken. Zur Fußball-WM der Männer startet das Blog mit einem Beitrag zur materiellen Kultur des Fußballs – und liefert visuelle Denkanstöße im Postkartenformat.

Workshops zum Wissenschaftsbloggen

Sommer, Sonne, Wissenschaftsblog: Im Juli bieten wir wieder unser zweiteiliges Online-Schulungspaket zum Wissenschaftsbloggen mit WordPress an. Der Basics-Workshop findet am 2. Juli statt, der Fortgeschrittenen-Kurs am 8. Juli. Infos und Anmeldung gibt es im Redaktionsblog.

Neugierig auf mehr Wissenschaftsblogs? Dann schauen Sie auf unserer Startseite vorbei: