Passa al contenuto principale

Die Hohepriesterin verkörpert genau das, was viele Menschen mit dem Tarot verbinden:

Einen Hauch von Mystik und Hellseherei.

Dabei sind viele der großen Arkana eigentlich recht bodenständige Gestalten, viel näher am Alltagsleben normaler Menschen verhaftet, anstatt als unnahbare Ideale irgendwo im esoterischen Äther herumzuschweben.

Wenn man es aber einer von ihnen zutrauen würde, ein bisschen über uns allen zu schweben, dann ist es die Hohepriesterin. Dabei stimmt das so eigentlich gar nicht, wie wir gleich sehen werden.

Ich freue mich immer, wenn die Hohepriesterin erscheint.  Denn wenn sie in unseren Alltag kommt, dann versilbert sie ihn stets ein wenig, als würde sie ein bisschen Mondlicht über alles streuen.

Und uns damit die Augen für das öffnen, was wir eigentlich sehen wollen: Nämlich das, was tief in uns verborgen liegt. Und „innere Wahrheit“ heißt.

Nun, wir wollen es eigentlich gar nicht immer so genau sehen, das gebe ich gern zu. Wir finden „innere Selbsttäuschung“ manchmal eigentlich ziemlich gut.

Aber an einem Tag, an dem die Hohepriesterin erscheint, da spüren wir ganz genau, dass diese innere Wahrheit gehört werden will. Und „spüren“ ist dabei ein wichtiges Wort.

Mit der Hohepriesterin erlauben wir es uns, ganz still zu werden. Einfach mal zu spüren, wie es uns gerade geht. Zu fühlen, was wir gerade brauchen. Was gerade in uns gehört werden will.

Wir wenden uns von der lauten, bunten Außenwelt ab, in der jeder Influencer und jeder Werbespot ganz genau weiß, was angeblich das Beste für uns ist.  In der Millionen von Informationen um unsere Aufmerksamkeit kämpfen und uns manchmal mehr verwirren als uns bei einer Entscheidung zu helfen.

Die Hohepriesterin schweigt.

Wenn sie überhaupt etwas sagt, dann ist es ein leises „Pssst“. Und dabei lächelt sie uns so an, als würde sie es uns zutrauen, bereits zu wissen, was stimmig für uns ist und was nicht.

Und damit hat sie Recht.

Ein Tag, den wir mit der Hohepriesterin verbringen, ist ein friedvoller Tag. Vielleicht passiert nicht viel. Vielleicht innendrin dann doch.

Wir zünden eine Kerze an und möglicherweise auch ein Räucherstäbchen. Wir lauschen unserem eigenen Atem und schauen aus dem Fenster und merken erst später, dass wir dabei eigentlich uns selbst gelauscht und angeschaut haben. Und dass das wirklich, wirklich nötig war.

Weil wir auf einmal wissen, dass wir ein neues Projekt doch lieber nicht schon jetzt beginnen wollen. Einfach, weil es sich nicht richtig anfühlt.

Oder dass wir ein starkes Ja für eine andere Person spüren, gegen die möglicherweise einige vernünftige Argumente sprechen. Und dabei merken, dass diese vermeintlich vernünftigen Argumente nichts weiter waren als unsere eigenen Ängste und damit alles andere als valide.

Manchmal fühlt es sich sogar so an, als könnten wir an einem Tag mit der Hohepriesterin tatsächlich hellsehen. Weil in dem Moment das Telefon klingelt und die Freundin anruft, die wir schon seit Monaten nicht mehr gesprochen haben und an die wir gerade denken.

Weil wir unserem Kind aus dem Supermarkt seine Lieblingsschokolade mitbringen, genau an dem Tag, an dem Streit mit seinem besten Freund hatte und ein bisschen Trost gebrauchen kann.

Aber was ist Hellsehen anderes als eine gesunde Intuition?

Und was, wenn nicht personifizierte Intuition, ist die Hohepriesterin?

Wenn du dann aber übermütig wirst, und versuchst, die Lottozahlen aus dem Kaffeesatz zu bestimmen, dann wird es Zeit, die Hohepriesterin weiterschweben zu lassen.

Immerhin schenkt sie uns die innere Wahrheit nicht einfach so, sondern um sie praktisch anzuwenden.

Wenn du mehr über die Hohepriesterin und ihre allgemeine Bedeutung erfahren möchtest, höre gerne meine Podcast-Folge dazu.

Was dir die Hohepriesterin als Tageskarte mitgibt in einem kurzen Satz:

Sei still und du wirst alles Wesentliche hören!

Argomento Tageskarten

0 commenti

Vuoi essere la prima persona a commentare?
Abbonati a Deutungsspielräume e avvia una conversazione.
Sostieni