Der junge Erwachsene Eric Stehfest nimmt seit er vierzehn Jahre alt ist Crystal Meth und rutscht immer tiefer in eine zerstörerische Spirale aus Rauschgiftsucht und Gewalt. Nach einer kurzen Zeit, in der er von den Drogen lassen kann, weil er eine Freundin findet und an der Schauspielschule angenommen wird, gipfelt seine Drogensucht in einem neuntägigen Rausch ohne Schlaf, auf den ein psychotischer Schub und ein Selbstmordversuch folgen. Schließlich gelingt es ihm durch eine langwierige Therapie, die Sucht unter Kontrolle zu bekommen und einen Neuanfang als Schauspieler zu wagen.
9 Tage wach ist eine deutsche Filmbiografie aus dem Jahr 2020, die von Damian John Harper inszeniert und für ProSieben produziert wurde. Das TV-Drama erzählt aus dem Leben des Crystal-Meth-abhängigen Schauspielers Eric Stehfest und basiert auf dem gleichnamigen Buch von Stehfest und Michael J. Stephan. In der Titelrolle sehen wir Jannik Schümann als Eric Stehfest. Weitere Rollen sind u.a. mit Heike Makatsch, Peri Baumeister, Benno Fürmann, Martin Brambach und Gitta Schweighöfer besetzt.
Eric Stehfest ist ein Trash-TV-Promi, der in den Serien Gute Zeiten, schlechte Zeiten (1992), Unter uns (1994), Weissensee (2015) und einigen TV-Krimis spielte und durch seine Teilnahme an Let’s Dance (2016), Ich bin ein Star - Holt mich hier raus! (2022), Das Sommerhaus der Stars - Kampf der Promipaare (2023), Promis unter Palmen (2026) und vielen weiteren hirnverblödenden Bullshit-Shows bekannt wurde. Ich habe von diesem Menschen bisher noch nie etwas gehört oder gesehen. Die Tatsache, dass er ein eigenes Biopic bekommt, liegt sicher nicht an seiner Bedeutung als Künstler, sondern eher an seinem bewegten Leben und der Drogensucht.
9 Tage wach floppte und erzielte keine guten Einschaltquoten; ein düsteres Biopic über Drogensucht trifft wohl nicht so den Geschmack von Eric Stehfests Zielgruppe - das hätte man vorher wissen können. Obwohl der Film prominent besetzt und schauspielerisch in Ordnung ist, entwickelt er zu keinem Moment einen wirklichen Sog. Das könnte daran liegen, dass hier alles extrem abgedroschen und schablonenhaft ist. Drogenklischees, Beziehungsklischees, Spießerklischees, Schauspielschulklischees - hier wirkt nichts wirklich authentisch, alles ist gekünstelt und furchtbar konventionell.
Wenn ein Film im Jahr 2020 Drogenkonsum mit “White Rabbit” von Jefferson Airplane untermalt, weiß man, dass man es mit einem Werk auf unterstem TV-Niveau zu tun hat, dem jeder originelle Gedanke fehlt.
https://www.imdb.com/de/title/tt11330188/ (Si apre in una nuova finestra)