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Lerchenberg / Staffel 1-2 (2013)

Die junge ZDF-Redakteurin Billie, die moderne und innovative Produktionen für den Sender entwickeln möchte, bekommt von ihrer Vorgesetzten Dr. Wolter den gealterten und in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Schauspieler Sascha Hehn vor die Nase gesetzt und den Auftrag, eine neue Fernsehshow mit dem sich selbst überschätzenden ehemaligen Frauenschwarm zu machen. Zunächst kann sie mit dem Relikt aus einer längst vergangenen Fernsehzeit überhaupt nichts anfangen, doch sie bemerkt auch positive Seiten an ihm und die beiden werden ein Team.

Lerchenberg ist eine zum 50. Geburtstag des Zweiten Deutschen Fernsehens produzierte satirische Mini-Serie mit Sascha Hehn, der sich selbst spielt, und Eva Löbau als Billie in den Hauptrollen. Die insgesamt nur acht Folgen sind wahrscheinlich zu Recht fast vollkommen unbekannt geblieben. Hier versucht der öffentlich-rechtliche Sender mit ironischer Selbstkritik die Fernsehgeschichte des ZDF zu beleuchten und immer wieder zu betonen, dass sie ein alterndes Publikum hat. Das gelingt an manchen Stellen ganz gut, und als jemand, der mit dem TV-Trash der 80er-Jahre aufwachsen musste, konnte ich an einigen Stellen durchaus schmunzeln.

Viele TV-Stars und B-Promis haben in der Serie Gastauftritte. Dass so Leute wie Wayne Carpendale, Gundula Gause, Roberto Blanco, Jan Böhmermann, Andrea Kiewel und Sascha Hehn bei sowas mitmachen, wundert nicht, dass aber eine ernstzunehmende Schauspielerin, wie Eva Löbau, die wir aus Requiem (2005), Inglourious Basterds (2009), Tigermilch (2017) und Das Lehrerzimmer (2023) kennen, sich für sowas hergibt, erschließt sich mir nicht.

Die Serie lief von 2013 bis 2015, d.h. die berechtigte Selbstkritik, die hier formuliert ist, wurde bis heute nicht umgesetzt. Das macht das ganze im Nachgang extrem unglaubwürdig. Außerdem hat sich das ZDF mit Lerchenberg keinen Gefallen getan angesichts der immer wieder aufwallenden Kritik an den öffentlich-rechtlichen Medien. Wenn die Arbeitsweise in den Büros des von Abgaben finanzierten Senders nur zur Hälfte so ist, wie sie hier dargestellt wird, kommt das einem Skandal gleich. Bestechung, sexuelle Übergriffe, unappetitliche Verflechtungen mit der Politik, Intrigen und Vetternwirtschaft werden hier als witzig dargestellt.

Wenn man mit ZDF-Produktionen wie Das Traumschiff (1981) oder Die Schwarzwaldklinik (1985) aufgewachsen ist, kann man sich hin und wieder unterhalten fühlen, aber ich würde auf keinen Fall so weit gehen, das Ganze als produktionstechnisch, schauspielerisch, storymäßig oder sonstwie gelungen zu bezeichnen. So ist sich das ZDF als Spezialist für peinliche TV-Produktionen wieder einmal treu geblieben.

https://www.imdb.com/de/title/tt2756792/ (Si apre in una nuova finestra)
Argomento Serie