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Feria: Dunkles Licht / Staffel 1 (2022)

Spanien in den 90er-Jahren. Die Schwestern Eva und Sofia sind mehr als schockiert: ihre Eltern sollen die Anführer einer gnostischen Selbstmordsekte sein und mehr als 20 Menschen auf dem Gewissen haben. Dieser Kult der "Kinder des Lichts" hat sich in Evas und Sofias Heimatdorf Feria in den andalusischen Bergen festgesetzt. Ihre Eltern bleiben zunächst spurlos verschwunden. Für die jungen Frauen ist das nur der Anfang einer mystischen Reise, die sie bestreiten müssen. Hinter dem Schleier dieser Welt, die nicht von Gott geschaffen wurde, verbirgt sich eine unbegreifliche Dimension, in der der löwenköpfige Jaldabaoth auf seine Chance wartet, in unsere Welt zu treten.

Die spanische Horror-Mystery-Thriller-Serie nach einer Idee von Agustín Martínez und Carlos Montero wurde 2022 auf Netflix veröffentlicht und war wohl einer der Versuche des Streamingdienstes mit europäischen Mystery-Serien an den Erfolg der deutschen Serie Dark (2017) anzuknüpfen. Die acht Episoden machen einiges richtig, sie sind gut produziert, anständig gespielt und haben eine wirklich originelle und außergewöhnliche Story. Die Geschichte um die gnostische Sekte der Kinder des Lichts ist spannend erzählt und erinnert ein bisschen an die realen Sonnentempler, einem apokalyptischen Rosenkreuzer-Orden, der sich auf die Tempelritter bezog und weltweit für Aufsehen sorgte, als in den Jahren 1994, 1995 und 1997 insgesamt 74 Mitglieder der Sekte bei vier rituellen Mord- und Suizid-Handlungen starben.

Obwohl auch hier wieder die Netflix-typischen Serienelemente, wie zu viele Protagonisten und ein etwas wirrer Plot, zu beobachten sind, hat mir die Idee der Serie ganz gut gefallen. Hätte man sie auf vier Folgen gekürzt, wäre sie dramaturgisch besser gewesen. Ich habe mich auf jeden Fall sehr darüber gefreut, dass sich endlich jemand an der reichhaltigen Mythologie der Gnosis bedient, die während des ersten bis vierten Jahrhunderts im gesamten Römischen Reich florierte und die der Ursprung westlicher Esoterik ist. Die Serie schöpft aus den Lehren des christlich-gnostischen Kultführers Valentinus mit seinen Ideen von der Einteilung der Menschen in Hyliker, Psychiker und Pneumatiker, dem Königreich außerhalb der materiellen Welt, den Archonten und dem bösen Weltenschöpfer Jaldabaoth. Dabei gefiel mir die Darstellung des kleinen Katzenarchonten mit der Echsenhaut und den winzigen menschlichen Händen am besten. Typisch für Netflix ist leider auch, dass solch eine originelle Serie, obwohl eine Fortsetzung geplant war, nach einer Staffel abgesetzt wird.

https://www.imdb.com/de/title/tt13323004/ (Si apre in una nuova finestra)
Argomento Serie