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Conan der Zerstörer (1984)

Conan und sein diebischer Freund Malak werden von der hinterhältigen Königin Taramis angeheuert, um ihre Nichte, Prinzessin Jehnna, auf einer gefährlichen Reise zu begleiten. Auf dieser Queste müssen zwei magische Artefakte gefunden werden: Ahrimans Herz, ein riesiger Diamant, der im Besitz des Zauberers Toth-Amon ist, und das Horn von Dagoth, mit dem der schlafende Gott erweckt werden kann. Auf der Reise schließen sich den Gefährten die Kriegerin Zula und der Zauberer Akiro an. Die böse Königin Taramis plant jedoch, Conan nach erfolgreicher Mission zu hintergehen und die liebreizende Jehnna an Dagoth zu opfern. Doch da unterschätzt sie den Cimmerier gehörig.

Der Fantasyfilm Conan der Zerstörer aus dem Jahr 1984 ist die Fortsetzung von John Milius´ Conan der Barbar (1982). Regie führte diesmal Richard Fleischer, der bekannt ist für Filme wie 20.000 Meilen unter dem Meer (1954), Die Wikinger (1958), Die phantastische Reise (1966) und Tora! Tora! Tora! (1970). Wieder bescherte uns der geniale Basil Poledouris die stimmungsvolle Filmmusik. Neben Arnold Schwarzenegger in der Titelrolle als Conan, spielen Grace Jones als Zula, Wilt Chamberlain als Bombaata, Tracey Walter als Malak und Mako als Akiro die Hauptfiguren. In weiteren Rollen sind Olivia d’Abo, Sarah Douglas, Pat Roach, Ferdy Mayne, Jeff Corey, Sven-Ole Thorsen und André the Giant zu sehen.

Fleischers Film basiert wieder auf Robert E. Howards Charakter Conan der Cimmerier. Howard war Autor von Fantasy-, Abenteuer-, Horror- und Westerngeschichten, und ein Brieffreund von H. P. Lovecraft. Die beiden Schriftsteller beeinflussten sich in ihren Geschichten gegenseitig, so tauchen Elemente aus Conans Welt Hyborien auch bei Lovecraft auf, während z.B. das in Lovecrafts Geschichten erwähnte Buch "Unaussprechlichen Kulten" ursprünglich von Howard erdacht wurde.

Das Werk greift die Verquickungen zwischen Howards Hyborischem Zeitalter und Lovecrafts Cthulhu-Mythos ebenfalls auf. So erinnert der im Film vorkommende "träumende Gott" Dagoth optisch und vom Namen her an den Gott Dagon, der in Lovecrafts Kurzgeschichte "Dagon" von 1917 vorkommt, während sein Titel auf niemand anderen als Cthulhu verweist, der ebenso der "träumende Gott" genannt wird und in der versunkenen Stadt R'lyeh so lange schläft, bis die Sterne richtig stehen.

Wie auch schon beim ersten Conan-Film war die Kritik damals nicht sehr begeistert. Conan der Zerstörer wurde als dümmlich, billig und langweilig bezeichnet. Andere sahen in ihm mehr Selbstironie als im Vorgänger und feierten eine vermeintliche Übersteigerung der fantastischen Elemente. Der zweite Conan-Film kommt tatsächlich weniger grimmig und mit mehr Humor daher, verliert aber auch dadurch ein wenig an Poesie und Tiefe.

Sicher ist Conan der Barbar der bessere Film, dennoch weiß auch der Nachfolger mich seit jeher zu überzeugen. Er war damals, als ich ihn Mitte der 90er-Jahre erstmalig sah, ein wichtiger Film für mich. Die Fantasy-Elemente begeisterten und das Prinzip einer zusammengewürfelten Abenteurergruppe - der Kern jeglicher Rollenspielwelten - war hier nun auch filmisch zu erleben. Ich kann mich noch gut erinnern: Wir spielten damals Conans Abenteuer mit "Midgard", dem ältesten deutschen Rollenspiel, nach.

Heute Conan der Zerstörer zu schauen, ist für mich wie eine Zeitreise in die eigene Vergangenheit. Doch auch abseits von nostalgischen Gefühlen finde ich darin einen unterhaltsamen und spannenden Barbarenfilm mit feministischer Message, tollen Kulissen, einem großartigen Soundtrack und einer fantastischen Story. So muss ein Fantasyfilm sein!

https://www.imdb.com/de/title/tt0087078/ (Si apre in una nuova finestra)
Argomento Film