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Newsletter - dein kreativer Journaling Kurs #23

Newsletter – dein kreativer Journaling Kurs #23

Schreibblockaden erkennen und liebevoll lösen

1. Warum wir manchmal blockieren

Die meisten Menschen, die regelmäßig schreiben, ob nun privat oder professionell, in Geschichten oder beim Journaling kennen dieses Phänomen, das wir gemeinhin „Schreibblockade“ nennen. Man sitzt vor dem leeren Blatt und irgendwie will es nicht richtig fließen. Dabei ist es häufig so, dass Schreibblockaden eben nicht aus der Leere entstehen, sondern aus der Fülle: Da sind Gedanken, Erwartungen, alte Stimmen oder einfach ein „Nein“, dass sich fest auf unsere Schulter legt, während wir es nicht halb so gut zu fassen bekommen wie es uns im Griff hat. Obwohl uns Schreibblockaden schnell wie ein Defekt vorkommen (eine Schreiberin, die nicht schreibt, kommt uns vor wie ein Kugelschreiber, der nicht schreibt), sind sie in Wirklichkeit oft ein Signal. Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich dieses innere Mauer empfunden habe und irgendwie einfach nicht konnte (oder nicht wollte) und mich selbst ermahnt habe mit gute gemeinten Anfeuerungsrufen „Komm schon, überwinde dich! Nur ein paar Sätze. Das kann doch nicht so schwer sein!“ Bevor ich registriert habe: Schreibblockaden sagen nicht „Nun reiß dich mal zusammen!“, sondern sie sagen eher „Hör erstmal richtig zu!“ So wie Gefühle immer eine Botschaft mitbringen und wir sie daher freundlich wie Gäste empfangen sollten, ist auch das innere „Nein“ zum Schreiben wie eine stumme Stimme, die uns etwas sagen will. Dabei hilft es mir, mein Verhältnis zum Schreiben wie eine Beziehung vorzustellen statt den Prozess wie in der Schule als Leistung oder das Abzuleistende zu verstehen. Wie jede Beziehung reagiert auch der Schreibprozess empfindlich auf Druck – sei es durch Bewertung, Eile oder das Gefühl von Druck, es müsste jetzt besonders schön, weise oder richtig werden.

Aus anderen Lebensbereichen kenne ich das schon: Meistens schützt eine Blockade etwas. Dieses innere „Nee, das geht jetzt nicht“ hat immer die freundliche Rückfrage verdient: „Hey, aber warum denn nicht?“ Und so wird der Moment, wenn die Gedanken und Buchstaben gerade nicht fließen wollen, zu einem Moment, wo die Selbstoptimierung gerne der mitfühlenden Selbstbeobachtung Platz machen darf. In diesem Sinne ist der erste Schritt stets, dass wir uns selbst entlasten: Es muss gerade nichts werden und nichts fließen – und es alles, was kommt, muss weder gut noch fertig sein. Psychologisch ist vielleicht wichtig zu wissen, dass Sicherheit den inneren Widerstand senkt, weil es ohne Sicherheit keine Offenheit gibt. Also gib dir selbst die Sicherheit, dass du gerade nicht abliefern musst. Blockaden erzählen eine Geschichte, die gerade noch keine Worte findet. Eine Geschichte von Grenzen, von Schutz und von innerer Klugheit. Und manchmal schützt sich mit einer inneren Blockade der Schreibprozess selbst: Ihr bleibt länger gute Freunde, wenn du dich von der Zwangsjacke müssen durch ein „okay, dann eben nicht“ frei machen kannst.

2. Genauer hinschauen: Was ist eine Schreibblockade wirklich?

In der Regel steht eine Schreibblockade nicht einfach nur vor dem Schreiben, sondern eher zwischen uns und dem Schreiben. Bei einer Blockade denkt man vielleicht an eine Mauer oder eine Hürde, die es zu überwinden gilt. Tatsächlich sind Blockaden aber eher wie Räume, in der Regel Räume, die zu voll oder zu kompliziert geworden sind. Manchmal können wir nicht schreiben, weil wir einfach nicht wissen, wo wir anfangen sollen, manchmal fehlt deswegen der Ansatz, weil wir nicht genau wissen, wo es hinführen kann. ZB weil wir ahnen, dass am Ende eine schmerzhafte Erkenntnis oder ein aufrüttelndes Fazit stehen könnte. Es schwarz auf weiß zu lesen konfrontiert anders, als Ahnungen, die bisher nur so halbbewusst sind. Ich erinnere mich, dass ich in der Phase kurz vor der Trennung wenig geschrieben habe – jedenfalls wenig zur Sache. Irgendwie hatte ich Angst, es auszusprechen, bzw. konnte erst darüber schreiben, als es endlich ausgesprochen war. So lässt sich die Blockade in die Worte „noch nicht“ kleiden – innerlich war ich einfach noch nicht zu weit. Das zeigt sehr schön, dass echte Blockaden (also ein gefühlter innerer Widerstand) oft kein Mangel an Disziplin sind. So wie man auf dem Wasser die Segel weder bei Flaute noch bei Sturm setzt, kann es auch beim Schreiben beide Richtungen geben: Es gibt Tage, an denen das Schreiben nicht fließt, weil es keine klare Richtung gibt, und andere Tage, an denen es nicht fließt, weil die Richtung zu scharf ist. Gibt dir in solchen Momenten Zeit, zum Innehalten, sortieren und zur Einkehr.

Zwischen dem Nicht-schreiben-können, dem Nicht-schreiben-wollen und dem Nicht-schreiben-dürfen gibt es nuancierte Unterschiede und es lohnt sich, an dieser Stelle genau hinzuhören, um was es sich handelt. Ein Nicht-können fühlt such oft an wie Leere: Man sitzt vor seinen Seiten und da ist …nichts oder aber zu viel, nur (noch) ohne Form: Gedanken sind diffus, Gefühle unsortiert und es tauchen Sätze auf wie „Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll“ oder „Es fühlt sich in meinem Kopf wie Watte an“. Hier braucht es nicht mehr, sondern oft weniger Anstrengung: Kleine Einstiege, Begrenzung und Entlastung: Vielleicht nur ein Satz oder ein Gefühl, das du gerade greifen kannst.

Nicht-schreiben-wollen ist eine Entscheidung, die du von ganz tief drinnen triffst. Das kann innerlich klingen nach „Nein, jetzt nicht“, „Ich kann mich damit gerade nicht befassen“ oder „mir ist alles zu viel“. Schreiben würde Dinge aufwühlen und Energie kosten, die gerade nicht da ist. Oder es würde Gefühle berühren, für die gerade noch kein Platz da ist .

Nicht dürfen ist mitunter die leiseste, aber auch die mächtigste Blockade, denn es verbietet uns ja niemand, außer wir selbst. Innere Verbote gehen oft einher mit alten Regeln oder Scham, mit Selbstzweifeln oder Unsicherheiten. Nicht-dürfen ist selten so richtig bewusst und daher für viele Menschen eher körperlich spürbar: Irgendwas sträubt sich in uns, weil wir Konsequenzen fürchten. Hier braucht es viel Metakognition und sich selbst auf den Grund gehen. Diese Blockade braucht keinen Mutakt, sondern manchmal eher eine geschützte Annäherung: Schreib in Metaphern oder Bildern. Schreib nicht in dein Journal, sondern auf Zettel, die du verbrennen kannst, oder schreibe Briefe ohne diese zu adressieren.

Manche Blockaden wollen gelöst werden, manche wollen einfach nur verstanden werden. Blockaden sind eine tricky Mischung aus Emotion, Kognition und Körperreaktionen. Verstehen steht immer an erster Stelle. Horche in dich hinein: Vielleicht kann die Blockade selbst das Thema sein, über das du gerade sanft den Einstieg ins Schreiben finden kannst.

3. Typische Formen von Schreibblockaden

Mit der grundsätzlichen Unterscheidung zwischen nicht-wollen, -können und -dürfen haben wir schon ein wesentliches Indiz, mit dem wir dem Grund für unser schriftliches Schweigen auf den Grund gehen können. Erkennen schafft verstehen und wenn das einzige, was du heute zu Papier bringst, der Satz „Ich fühle mich blockiert, weil...“ ist, dann ist das vollkommen in Ordnung.

Erkennen schafft Wahlfreiheit.

Hier sind einige weitere typische Gründe für Schreibblockaden, die wir auf dem Schirm haben sollten, um ihnen im Fall von „auf frischer Tat ertappt“ freundlich begegnen zu können:

Da ist die Bewertungsblockade, eine Schwester unseres inneren Kritikers, aber vielleicht weniger laut. Ihr kritisches „Das ist banal / peinlich / nicht klug genug“ äußert sich nicht in lauten Glaubenssätzen, sondern in dem stillen Unwillen, einfach anzufangen.

Die Perfektionsblockade wohnt in der gleichen Etage unserer stillen Überzeugungen und sie ist überzeugt, dass schreiben erst dann erlaubt ist, wenn alles klar ist. Ihr hilft man am Besten, wenn man seine Journaling Einheit beginnt mit dem Satz „Ich bin mir noch nicht ganz im Klaren über das Thema..., aber vielleicht hilft mir das Schreiben ja beim Verstehen“. Oder du notierst dir neue Glaubenssätze, die Selbstmitgefühl in sich tragen: „Was ich gleich schreibe, wird vermutlich wenig elegant und vollständig, aber das darf sein!“ Wenn du auf diesen Satz statt auf eine leere Seite starrst, wird sich mit der Zeit etwas zu lösen beginnen.

Die Überforderungsblockade scheut oft nicht den Akt des Schreibens an sich, sondern das dahinter liegende Thema. Es ist zu großes Thema, zu viel auf einmal, zu überwältigend. In diesem Fall kann es helfen, sich an allgemeinen Reflexionsfragen entlang zu schreiben. Oder deine Schreibblockade trägt den Ratschlag in sich, mit diesem sehr großen Thema nicht allein zu bleiben. Vielleicht brauchst du Hilfe beim inneren Sortieren oder einen professionellen Ratschlag. Psychologische Email Beratung kann ein hilfreicher Schritt sein, wenn in chaotischen Lebensphasen und schweren Themen deine Seele mit dem Alleinsein überfordert ist.

Dann wäre da noch die Loyalitätsblockade. Zu der kommt es meistens dann, wenn deine ehrlichen Worte und deine fundierte Analyse einen anderen Menschen verraten oder ihm in den Rücken fallen. Ich merke oft, dass ich über die Menschen, die ich liebe, zwar innerlich genervt sein kann, aber kaum je deutliche Worte zu Papier bringe. Hier kann es helfen, den Schreibprozess von deinem Journal, also von dem, was bleibt und was du wieder zur Hand nehmen wirst, zu treffen und die Gefühle, die du in dir trägst, von den Menschen zu trennen. Ich habe, wenn ich diese Blockade identifiziert habe, schon oft in mein Journal einfach nur ganz klar meine Gefühle notiert: „Ich bin tief gekränkt, ich bin unglaublich enttäuscht, ich bin verletzt, ich fühle mich überfordert, ich habe einfach überhaupt keinen Bock mehr auf diesen ganzen Mist!“ Und manchmal, wenn ich mir richtig Luft machen musste, habe ich Tacheles geschrieben auf ein Papier, das ich hinterher verbrannt habe. Das ist natürlich im Sinne der bewahrenden Funktion, die das Schreiben hat, kontraproduktiv, aber es tut dennoch etwas für deine Seelenhygiene und kann den Prozess des Schreibens wieder in Gang bringen. Wenn du das Gefühl hast, dass das Problem tiefer sitzt und dich rchtiggehend Ängste bezüglich bestimmter Menschen begleiten, dann kann es ratsam sein, dir Hilfe beim Bearbeiten dieser Gefühle zu holen. Das kann auch der Fall sein bei der nächsten Blockade, nämlich der:

Inneren Schutzblockade: Die äußert sich gegenüber Gefühlen, die noch nicht regulierbar sind und tritt oft abrupt auf. Gerade war noch schreiben möglich und dann plötzlich nicht mehr. Wie eine innere Handbremse. Hinter dieser Blockade steht oft eine Erfahrung, die noch nicht ausreichend reguliert und verarbeitet wurde. Das muss kein Trauma im klinischen Sinn sein, auch ganz normale Leiderfahrungen, wie der Verlust eines Menschen durch Trennung oder Tod, kann dieses plötztliche „Stopp, da kommen gleich zu viele unhandelbare Gefühle hoch!“ auslösen.

Wichtig: All diese Blockaden sind keine Typisierung im Sinne von Schubladen, sondern als vorübergehende Zustände zu verstehen.

4. Innere Stimmen sichtbar machen

Ihr habt schon gesehen, dass Blockaden sprechen. Oft sind das sehr alte Sprachen unbewusster Glaubenssätze oder auch nur ein wenig eloquentes „Nein! Stopp!“ Deine Blockaden gehen Hand in Hand mit kritische inneren Instanzen, inneren Antreibern und Verboten. Dabei sind Blockaden in vielen Fällen die ersten Signale dafür, dass innere Stimmen oder Wächter am Werk sind. Und da ist immer wichtig zu bedenken, dass wir gegen all diese inneren Instanzen nicht im Krieg sind, denn das wäre ein Krieg „Ich gegen mich“, bei dem es keine Gewinner geben kann. Innere Stimmen sollten sichtbar gemacht werden – und zwar immer freundlich. Denn egal, wie sehr dich deine alten Glaubenssätze und kritischen Stimmen einschränken, ihnen allen ist gemeinsam, dass sie nur dein Bestes (in der Regel Schutz) wollen oder es zumindest mal wollten, als sie sich bei dir eingenistet haben. Nochmal: oft sind es alte Stimmen, aber auch die haben Würdigung verdient. Erkannte und gewertschätzte Blockaden verlieren oft schon ihre Vehemenz und ihre Härte und werden damit leichter zu bearbeiten.

5. Der liebevolle Perspektivwechsel

Der liebevolle Perspektivwechsel vom Ärger über eine Schreibblockade hin zur freundlichen Rückfrage „Warum geht das nicht?“, „Wofür ist das gerade da?“ und „Was willst du mir sagen?“ oder „Wie kann ich dir helfen?“ nimmt das ursprüngliche Problem freundlich in den Arm und versucht sich zu verbünden mit ihm statt es zu hassen. Wenn wir Blockade als das sehen, was sie sind: Schutzreaktionen unseres Nervensystems – dann können wir ihre ursprüngliche Funktion würdigen und setzen damit einen sanften Lösungsprozess in Gang. Sanft ist in diesem Fall besonders wichtig, denn Blockaden mögen keinen Druck. Aus diesem Grund bitte ich euch, die folgenden Lösungsstrategien im Sinne von „alles darf, aber nichts muss“ zu verstehen.

6. Konkrete Schreibimpulse zum Lösen (ohne Druck)

Schreibe einfach trotz der Blockade, aber vielleicht etwas ganz anderes. Wenn du dich für das Thema „meine Schwiegermutter“ hingesetzt hast, aber dann spürt, dass irgendwas einfach nicht geht, dann sage dir selbst „das ist okay“ und lege dir selbst ein Thema vor, das dir leicht von der Hand geht. Einfach um in deiner Routine zu bleiben, um nicht zu verkrampfen, um die Freude am Schreiben wach zu halten. Das darf gerne komplett konträr zu dem Problem Thema sein. Entspanne dich beispielsweise durch etwas leicht beschwingtes wie „meine liebste Kindheitserinnerung, die ich gerne mal wiederholen würde“.

Schreibe in Sätzen, die nicht fertig sein müssen: Du weißt das, was du fühlst, nicht in exakte Worte, die sich schlüssig und plausibel anfühlen, zu kleiden? Erlaube dir Fragmente (gerne kannst du dazu auch nochmal die Lektion über die Fragmenttechnik lesen). Da darf dann sowas stehen wie „Meine Schwiegermama. Es ist schwierig. Keine Ahnung, wie erklären: Sie ist – dominant, - einschüchternd, - weiß alles besser. Fazit: Würde lieber ohne sie Weihnachten feiern.

Schreiben mit Erlaubnis zur Wiederholung. Vielleicht hast du gestern schon über dieses oder jenes Thema geschrieben und willst es nun schreibend entwirren und dir eine Taktik und Vorsätze für die Zukunft überlegen. Und dann ist da diese Handbremse, die dich angesichts der Herausforderung, schreibend Lösungen zu finden, wie blockiert sein lässt? Erlaube dir, einfach wie gestern nochmal das Problem zu beschreiben ohne die Auflage, es lösen zu müssen. Wiederholungen sind in Ordnung. Manchmal brauchen wir wiederholtes Aufschreiben, um Dinge bewältigen und abhaken zu können.

Schreiben im Präsens des Körpers: Manchmal ist es einfacher, den Fokus weg von der Sache und dem Thema hin zur eigenen Empfindung zu lenken. Wenn du eine Blockade verspürst, wende dich liebevoll deinem Körper zu und beschreibe, was du spürst und wie sich dein Körper anfühlt. Blockaden sind manchmal schwer als solche zu erkennen und zu durchschauen. Schriftlicher Bodyscan („Ich spüre gerade…“) ist handfester und greifbarer und verbindet dich mit dir selbst, auch wenn du noch noch nicht alles verstehst, was dir dein Unterbewusstsein da gerade sagen will.

Schreiben in Briefen, die nie abgeschickt werden. Manchmal blockieren wir, weil der Adressat unserer Worte nicht stimmt. Fühle mal in dich hinein: Du möchtest aus der Meta-Perspektive, analysierend und klärend, über deine Schwiegermutter schreiben, aber irgendwas hält sich zurück? Horche mal einen Moment in dich und frage dich, wie es sich anfühlen würde, MIT ihr, statt ÜBER sie zu schreiben. Vielleicht hält dich von deiner neutralen Verschriftlichung gerade das Bedürfnis ab, dass du dieser Frau gerne einmal richtig die Meinung sagen würdest. Vielleicht brauchen deine Gefühle ein Ventil, aber das deutenden Journaling ist gerade einfach zu zahm, zu brav. Nimm dir ein Blatt Papier und schreibe „Liebe Schwiegermutter [Name]...“ und erlaube dir, ihr jetzt mal alles „ins Gesicht zu schreiben“, was dir auf der Seele brennt. Fließen die Worte mit diesem Adressaten-Wechsel besser? Wichtig: Du musst diesen Brief niemals schicken, du kannst Dampf ablassen und dann den Brief verbrennen oder entsorgen. Es geht bei dieser Übung lediglich darum, wie deine Worte sanft wieder zu fließen beginnen.

Schreibe über das Nicht-Schreiben: Mit dem Satz „Ich schaffe es gerade nicht anzufangen“ oder „Mir fehlen an dieser Stelle die Worte“ hast du deine Blockade schon sanft umschifft. Mach dir bewusst, dass das Schreiben dir dienen soll und nicht umgekehrt. Möglicherweise hast du es dir zur Aufgabe gemacht, über das schwierige Verhältnis zu deinen Großeltern zu schreiben, aber vielleicht dient es dir mehr, heute einfach nur in den Blick zu nehmen, dass da tiefsitzende Blockade sind und du es verdient hast, angesichts dieser Schwierigkeiten liebevoll zu dir selbst zu sein. Schreiben ist dein Verbündeter und nicht dein Feind. Was dir gut tut ist immer wichtiger als das, was vermeintlich dran ist.

7. Körper und Rhythmus einbeziehen

Blockaden sind selten rein mental. Ich habe schon gezeigt, dass ein tiefsitzender Zusammenhang zwischen Schreibfluss und deinem Nervensystem besteht und manchmal hilft gegen die Blockade, dein Nervensystem auf rein körperlicher Ebene zu regulieren. Das kannst du tun, indem du dir eine Mikro-Pause gönnst, bewusst tief atmest und eine Haltung der Selbstfürsorge und – regulation übst. Wenn du eine Schreibblockade erlebst, nimm dich liebevoll in den Arm, massiere die verspannten Körperstellen oder versuche es mit Muskel Relaxation. Manchmal hilft auch tanzen oder ein flotter Spaziergang und frische Luft, um die Gedanken durchzupusten und um in Bewegung zu kommen. Eine Blockade bremst dich körperlich. Versuche diese Lähmung und Anspannung sanft zu lösen, indem du äußerlich in Bewegung kommst. Wenn deine Schreibhand die Handbremse angezogen hat, kann auch händisches „wieder in Bewegung kommen“ helfen: Nimm dir ein Blatt Papier und zeichne, kritzle, tobe dich mit Farben aus. Es handelt sich hierbei ebenfalls um „Selbstregulation mit dem Stift“, wenngleich viel roher und physischer als Journaling. Und dennoch sollten wir die Effekte nicht gering achten. Eine „Lösung“ unserer Schreibprobleme ist manchmal viel konkreter als wir denken: Lösen wir die Spannungen unseres Körpers und beobachten gespannt, ob die Seele nachzieht.

8. Ausblick

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Du findest die Kolumne unter: https://steady.page/de/feelslikesina/about

Ich würde dich gerne ermutigen, dich mit deinen Blockaden anzufreunden und sie als Teil des Prozesses und nicht als deinen Endgegner zu sehen. Blockaden sind häufig ein wichtiger Zwischenschritt, der unsere Aufmerksamkeit lenkt und unterm Strich Schreibprozesse vertiefen und Heilung ermöglichen kann. Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren und Entdecken!

Eure Sina

Argomento Journaling Kurs

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