Im März sind die Eichhörnchen deutlich seltener auf meinem Balkon zu sehen. Das liegt sehr wahrscheinlich daran, dass für sie jetzt eine arbeitsintensive Zeit beginnt. Die ersten Würfe des Jahres stehen an, und entsprechend sind sie damit beschäftigt, ihre Kobel zu bauen, auszubessern und für den Nachwuchs vorzubereiten.
Eichhörnchen nutzen dabei nicht nur ein einzelnes Nest, sondern gleich mehrere. Häufig sind es zwei bis fünf Kobel gleichzeitig, die sie parallel instand halten. Diese kugelförmigen Bauten aus Zweigen, Blättern und Moos dienen nicht nur als Schlafplatz, sondern auch als Schutz vor Witterung und als Rückzugsort bei Gefahr oder Parasitenbefall. Durch den Wechsel zwischen den Nestern bleiben sie flexibel und erhöhen ihre Überlebenschancen.


Mein Balkon bleibt dennoch ein fester Bestandteil ihres Reviers. Hier finden sie weiterhin Futter und in trockeneren Phasen auch Wasser. Auch wenn die Besuche im Moment kürzer und seltener ausfallen, lohnt sich das Beobachten immer noch. Vom Schreibtisch aus sehe ich hin und wieder, wie eines der Tiere vorbeischaut, prüft, ob sich ein schneller Snack lohnt, und dann wieder verschwindet.


Mit dem März kehrt auch langsam der Frühling zurück. Die Sonne zeigt sich öfter, die Tage werden länger, und ich habe begonnen, den Balkon wieder etwas zu bepflanzen. Das sorgt für mehr Farbe und Leben, zumindest aus meiner Perspektive.

Die Eichhörnchen sehen das etwas anders. Für sie ist frische Erde in erster Linie ein perfekter Ort, um Vorräte zu verstecken. Kaum ist etwas gepflanzt, wird auch schon geprüft, ob sich dort nicht eine Nuss vergraben lässt. Es entsteht eine Art Wettbewerb um jeden Zentimeter Erde. Ich pflanze, sie buddeln um.
Am Ende finden wir aber immer eine Art Kompromiss. Ein Teil bleibt bepflanzt, ein Teil wird zur Vorratskammer umfunktioniert. Und genau das macht den Balkon zu einem gemeinsam genutzten Raum, der sich mit den Jahreszeiten und seinen Bewohnern ständig verändert.
Ich halte euch weiter auf dem Laufenden. Ich bin gespannt was die Hörnchen im April so anstellen.
Grüße aus dem Atelier
Janine