Liebe Macherinnen und Macher,
zwei Lager dominieren gerade die Debatte um Künstliche Intelligenz. Die einen feiern jedes neue Tool wie eine Erleuchtung. Die anderen malen Apokalypse – und fragen sich, ob KI bald der menschlichen Kontrolle entgleitet (The Economist, Juni 2026 (Si apre in una nuova finestra)). Beides nervt mich ehrlich gesagt.
Ich möchte heute über etwas anderes sprechen. Über uns.
Das Babel-Syndrom
Papst Leo XIV. hat im Mai 2026 in seiner Enzyklika "Magnifica Humanitas" (Si apre in una nuova finestra) etwas geschrieben, das mich nicht loslässt. Er sagt: Technologie ist niemals neutral. Sie trägt immer die Handschrift derer, die sie bauen, finanzieren und nutzen.
Er nennt es das "Babel-Syndrom" – die Anmaßung, alles in Daten übersetzen zu wollen. Auch das, was uns als Menschen ausmacht.
Martin Heidegger hat das 1954 so formuliert: Wenn wir uns der Technik bedingungslos unterwerfen, werden wir selbst zum "Bestand" – zur bloßen Ressource. (Die Frage nach der Technik, in: Vorträge und Aufsätze, 1954) Das klingt abstrakt. Schau dir an, wie HR-Systeme heute Bewerbungen filtern. Dann klingt es nicht mehr abstrakt.
(Si apre in una nuova finestra)Was Maschinen nicht können
Eine KI erkennt Muster. Sie berechnet Wahrscheinlichkeiten. Sie schreibt Texte…