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Hecken, wir brauchen Hecken

Auf landwirtschaftlichen Flächen kann man hierzulande bis zum Horizont schauen. Acker- und Weidelandflächen werden bis auf den letzten Quadratzentimeter ausgepresst. Darunter leidet in erster Linie der ausgetrocknete, verwehte oder verschwemmter

Boden. Am Ende leidet darunter aber eben auch der oder die Landwirt*in und die Verbraucher*innen.

Jede*r sollte mitbekommen haben, dass Trockenperioden vermehrt und länger auftreten, dazu kommt es zu mehr und heftigeren Starkregenereignissen in unseren Breitengraden. Durch Verwehungen wird der fruchtbarste Teil des Bodens abgetragen, der Rest kann nur noch deutlich weniger Wasser aufnehmen.

Der Trend lässt sich umkehren, unsere Landwirtschaftsflächen brauchen dringend Hecken, Bäume und Gehölze. Streuobst, Hecken, Alleen und Agrorforstsysteme sorgen für eine Beschattung und die Befestigung des Bodens. Weniger Bode verschwindet im nirgendwo und Flächen werden beschattet. Das Aufheizen wird gebremst und der Wässerungsbedarf geht deutlich zurück.

Jede angelegte Hecke sorgt außerdem dafür, dass CO² gebunden wird. Bei einer Verdreifachung der Fläche käme man auf 64 Millionen Tonnen CO². Kaum eine Maßnahme im landwirtschaftlichen Sektor hätte einen höheren Wirkungsgrad.

Dass die Hecken die Feuchtigkeit im Boden halten, macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn die Temperatur steigt und lange Zeit kein Niederschlag fällt. Sie schützen den Boden vor Erosionen und brechen den Wind. Im Winter werden dazu die Frostschäden minimiert.

Hecken dienen, auch auf oder zwischen landwirtschaftlichen Flächen als Lebensrau. Im englischen Wolton beherbergte eine Heckenlandschaft auf 85 Metern 2.070 Arten! Historisch hat man Hecken verwendet um Weide- und Ackerflächen voneinander zu trennen, außerdem waren sie optische Grenzmarkierungen. In Süddeutschland sieht es anders aus, systematische Heckenpflanzungen gab es dort in der Regel nicht. Dort entstanden Hecken in der Regel durch Spontanvegetation.

Durch die Globalisierung haben Hecken ihre Bedeutung verloren, in den letzten 70 Jahren hat sich die Anzahl der Hecken halbiert, dabei sind sie nicht nur in wichtige Unterstützung für unsere Böden. Sie liefern Ressourcen durch Früchte, ihr Holz ist Energiequelle und ihr Laub kann als Tiernahrung verwendet werden.

Um Heckenpflanzung zu initiieren, wird in der Zukunft öffentliches Geld notwendig sein, wenn man will, dass die Landwirt*innen ihre Konzepte umstellen. Aktuell gibt es in Deutschland wegen des föderalen Systems verschiedenste Fördermöglichkeiten    

 

Argomento Botanik