
In Zeiten, in denen es schwierig sein kann, zeitnah einen Arzttermin zu bekommen, klingt das Angebot der Drogeriemarktkette dm verlockend. In einigen Filialen gibt es seit Kurzem Blutanalysen, Augenscreenings und Hautanalysen, für die zum Teil Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt wird. Je nach gebuchtem Paket kosten die Dienstleistungen zwischen 10 und 70 Euro.
Das Angebot ruft jedoch Kritik hervor. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg vergleicht die dm-Angebote mit IGeL (Si apre in una nuova finestra)-Leistungen, also Angeboten in Arztpraxen, für die Patient:innen selbst zahlen müssen. Die Verbraucherschützer fordern, dass die Drogeriekette klar benennt, was das Angebot leistet und was nicht, damit Verbraucher:innen keine falschen Erwartungen haben.
In unserem aktuellen Heft finden Sie neben der Analyse des Angebots von dm auch einen Beitrag über eine IGeL-Leistung, die vor Kurzem vom Medizinischen Dienst geprüft wurde.
Unser Newsletter widmet sich heute der Frage, welche Vor- und Nachteile IGeL haben und wie sich Gesundheitsangebote, für die man selbst zahlen muss, durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz verändern.
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dm bietet jetzt KI-gestützte Diagnosen an
Aktuell testet die Drogeriemarktkette dm in ausgewählten Filialen verschiedene Gesundheitsdienstleistungen: Augenscreenings und Hautanalysen in jeweils fünf Städten sowie Blutanalysen in zwei Städten. Die Hautanalysen können per Smartphone-App, aber auch ortsunabhängig erworben werden. Für das Augenscreening und die Hautanalysen werden KI-gestützte telemedizinische Dienste von Partnerunternehmen eingesetzt, für die Laboranalysen kooperieren die Märkte mit einem Laborunternehmen. Was ist von diesen Gesundheitsdienstleistungen zu halten?
Aus unserem aktuellen Heft: Diagnosen aus der Drogerie? (Si apre in una nuova finestra) (€)
Krankheitssymptome und Beschwerden per App deuten?
Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) (Si apre in una nuova finestra), auch Gesundheits-Apps genannt, haben immer häufiger diagnostische und therapeutische Funktionen. Symptomchecker wie Ada und Symptomate arbeiten mit Künstlicher Intelligenz und versprechen, die Beschwerden richtig einzuordnen. Aber wie gut klappt das? Und was passiert, wenn die Diagnose falsch ist?
Aus Heft 04/2025: Symptom-Checker: Diagnosen aus der App (Si apre in una nuova finestra)(€)
Der IGeL-Monitor bewertet Methode zur Nagelpilz-Behandlung
Die Lasertherapie bei Nagelpilz zählt zu den Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) – Patient:innen zahlen sie also selbst. Nagelpilz ist eine hartnäckige Pilzinfektion meist der Zehen-, aber auch der Fingernägel. Sie tritt recht häufig auf – in Deutschland sind etwa 12 von 100 Personen davon betroffen. Neben medikamentös-chemischen Ansätzen mit Tabletten, Lacken und Cremes ist auch die Lasertherapie eine Behandlungsmöglichkeit. Doch lohnt es sich wirklich, dafür Geld auszugeben?
Aus unserem aktuellen Heft: Nagelpilz mit Laser behandeln? (Si apre in una nuova finestra) (€)
Selbstzahlerleistungen in der Arztpraxis sind weit verbreitet
Rund 2,4 Milliarden Euro pro Jahr verdienen Arztpraxen mit individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) laut IGeL-Report 2024. In einer Umfrage an 2.000 gesetzlich Versicherten gab etwa ein Drittel an, dass in den letzten zwölf Monaten eine Arztpraxis ihnen beim Besuch IGeL angeboten hatte. Besonders häufig kam das in den Bereichen Frauenheilkunde, Allgemeinmedizin und Augenheilkunde vor. Ein Problem dabei: Gesetzlich Versicherte erhalten vielerorts weiterhin nur unzureichende Informationen zum oft geringen oder nicht belegten Nutzen und dem teils erheblichen Risiko von individuellen Gesundheitsleistungen. (Si apre in una nuova finestra) Was Patient:innen tun können, wenn es IGeL-Ärger gibt, erklären zwei Mitarbeiter:innen der Verbraucherzentrale in dieser Folge des IGeL-Monitor-Podcasts (Si apre in una nuova finestra).
Aus Heft 02/2025: IGeL: Viel Geld für fragwürdige Leistungen (Si apre in una nuova finestra) (€)
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Viele Grüße, Silke Jäger