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Ich leuchte jetzt (Heilung in Pastell)

Pastellfarbenes Cover. Knutschendes Paar vor Bergpanorama. Mein neues Buch sieht aus wie eine zuckersüße Rom-Com, ist aber so viel mehr als das - wegen des Inhalts, ja, aber vor allem, weil es mit einer Leichtigkeit daherkommt, die für mich nicht selbstverständlich ist.

Vor ein paar Jahren fing ich wieder an zu schreiben. Das klingt banal, ist es aber nicht. Damals hätte ich nie gedacht, dass ich mal bei einem Großverlag veröffentlichen würde. In meinem Kopf existierte dieses Szenario nicht einmal, nicht als Wunsch, nicht als Ziel, gar nicht. Alles, was ich wollte, war leben.

Mir war eine mittelgradige Depression diagnostiziert worden, obwohl ja eigentlich alles gar nicht so schlimm war. (Doch.) Mein näheres Umfeld wusste davon, aber niemand sprach mit mir darüber, nicht wirklich. Das Thema war wie ein Monster im Raum, dem man bloß nicht zu nahe kommen wollte. Ich hatte damals keine Freundinnen, mit denen ich darüber hätten reden können. Also schrieb ich.

Die Pandemie kam, ich hatte ein kleines Kind, einen neuen Job, alles wuchs mir über den Kopf, aber ich war Mutter, ich sollte das doch können, es lag in meinen Genen, oder nicht? Und überhaupt sollte ich dankbar sein, dass ich trotzdem arbeiten durfte. Ich war eine moderne, starke, unabhängige Frau! Niemand wollte hören, wie ich jammerte. Also schrieb ich.

Jahrelang wurde ich einmal im Monat krank. Ob es nun die Kita-Keime waren oder mein Immunsystem, das der chronischen Überlastung erlag, wer weiß. Meine aktive Mitwirkung im Chor hatte ich zu Beginn meiner Depression bereits aufgegeben, irgendwann akzeptierte ich, dass kein Wiedereinstieg stattfinden würde. Meine Energie reichte an den meisten Tagen bis mittags - abends noch weggehen? Unvorstellbar. Also schrieb ich.

Man sagte mir, ich solle besser auf mich achten. Mehr Pausen machen. Und das war sicher lieb gemeint, doch es fühlte sich an wie eine weitere Aufgabe. Selbst in Teilzeit hatte ich nicht weniger zu tun, ich fühlte mich nur ungenügender, weil ich nicht alles schaffte (wie denn auch?), aber trotzdem immer gestresst war. Das nervte, klar. (Mich übrigens auch.) Was ich eigentlich brauchte, war eine Pause vom Funktionieren. Also schrieb ich.

Schreiben ging immer. Es wurde mein Herzschlag, es machte mich wieder lebendig. Es war die Freundin, die mir zuhörte. Der Ort, an dem ich alles sein durfte, aber nichts sein musste. Ein Raum, wo jene Themen Platz hatten, die sonst in meinem Kopf blieben, weil sie zu anstrengend waren, zu schwierig, zu unbequem. Für manche mag das traurig klingen, mir hat es Macht gegeben - über mich selbst, vor allem.

Statt darauf zu warten, dass Situationen besser wurden, eignete ich sie mir an. Ich tobte herum. “Ich bin euch zu viel?” - Ich schrieb umso lauter. Und es passierte ein Wunder: Menschen wollten das lesen. Mein rohes, ungefiltertes Ich. Mehr noch, ich erhielt eine Antwort. Es war Liebe, und sie wuchs aus Ehrlichkeit. Da wusste ich, das Schreiben und ich, das wird immer etwas Echtes sein.

Mit “Ein Blick von dir” halte ich ein Buch in der Hand, bei dem ich nichts als Freude verspüre. Eine leichte Sommerromanze sollte es werden, mit gerade so viel Tiefe, dass es rüttelt, aber nicht wehtut. Klingt, als hätte ich mich dem Mainstream verschrieben, doch in Wahrheit war es eine bewusste Entscheidung.

Denn ich will keine gebrochene Künstlerin sein. Ich will diese Liebe leben, wie sie es verdient - mit Freude und Sanftheit und dem Wissen darum, welche Stärke dem innewohnt. Ich kann jetzt die Person sein, die ich damals gebraucht hätte; jemand, der Mut schenkt und in die Risse schaut und sagt: Sieh mal, wie du leuchtest!

Für mich ist “Ein Blick von dir” sehr viel mehr als nur eine leichte Geschichte. Es zeigt mir, wie ich gewachsen bin. Wie laut ich wieder lachen kann. Wie bunt das Leben wird, wenn Schreiben mehr ist als mein Rettungsanker. Es steht für Heilung. Denn ich leuchte jetzt.

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