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An Barnabas die Sonne weicht, an Lucia wieder her sie schleicht

Volkssprichwort

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Liebe Kunstfreundin, lieber Kunstfreund,

wir kehren zur Serie „Gemalte Krimis“ zurück, um dir die Geschichte der Heiligen Lucia zu erzählen. Du denkst dabei wahrscheinlich an die schwedische Tradition, die Ikea weltweit bekannt gemacht hat: Eine junge Frau in einem weißen Kleid und mit einer Krone aus brennenden Kerzen auf dem Kopf geht von Haus zu Haus und verkündet das Licht und das Ende der dunklen Jahreszeit.

Die Geschichte, die ich dir heute erzähle, handelt jedoch vom Mord an Lucia von Syrakus. Dieser ereignete sich am 13. Dezember 304 n. Chr., mitten in der Verfolgung der christlichen Sekte durch Kaiser Diokletian. Lucia weigerte sich, ihrem Glauben abzuschwören, und wurde deshalb dazu verurteilt, in einem Bordell zu arbeiten. Der Legende nach konnte man sie nicht dorthin schleppen, da ihr Körper wie festgefroren war. Selbst mit Hilfe von Ochsen konnte man sie nicht bewegen.

Schließlich wurde sie zum Scheiterhaufen verurteilt, doch sie verbrannte nicht. Außerdem wurden ihr die Augen ausgestochen, sie wurde ausgepeitscht und schließlich mit einem Schwert die Kehle durchgeschnitten, bis sie verblutete. Trotzdem redete sie weiter und bekannte sich zu ihrem Glauben. Ihr Körper wurde in ihrer sizilianischen Stadt begraben, angeblich an der Stelle, an der später die Kirche Santa Lucia errichtet wurde.

Heute betrachten wir vier Kunstwerke, die diese makabere Geschichte zeigen. Sicherlich sind viele Teile erfunden, doch die Geschichte wurde dank mündlicher Überlieferungen und der „Legenda Aurea”, einem Bestseller aus dem Jahr 1260 von Jacobus de Voragine, in dem Geschichten von Märtyrern und aus der Bibel erzählt werden, von Generation zu Generation weitergegeben. Als Vorlage für einen Krimi ist diese Geschichte einfach großartig.

Die Geschichte, erzählt in Vignetten

Santa Lucía. 1300, aus der Kirche Santa Lucía de Mur. Kunstmuseum Katalonien, Barcelona.

Diese erzählenden Holztafeln zeigen dir in einer Abfolge die Geschichte der Lucia im 14. Jahrhundert. Auf der ersten Tafel ist zu sehen, wie die Frau vor dem Konsul steht, der sie verurteilt und ihren Tod anordnet. Auf der zweiten wird sie an einen Pfahl gebunden, um verbrannt zu werden. Auf der dritten wird sie mit Seilen zum Bordell geschleift und auf der letzten wird ihr mit einem Schwert die Kehle durchgeschnitten.

In der Legenda Aurea wird ein Großteil dieser Geschichte erzählt: Lucia wurde in Syrakus geboren, lehnte eine Ehe ab und ihr heidnischer Verehrer zeigte sie an. Der Richter schickte sie in ein Bordell, aber niemand konnte sie bewegen. Sie verbrannte nicht auf dem Scheiterhaufen und ein Soldat schnitt ihr die Kehle durch. Verwundet prophezeite sie den Sturz Diokletians und starb, nachdem sie die Eucharistie empfangen hatte.

Was in der Legenda Aurea nicht steht, ist, dass man ihr die Augen ausgestochen und sie mit Zugtieren geschleift hat, ohne sie bewegen zu können. Diese Details wurden im Laufe der Zeit hinzugefügt und spiegeln sich auch in der Kunst wider. Man muss bedenken, dass das Buch fast tausend Jahre nach den Ereignissen verfasst wurde – genug Zeit, um die Fakten nicht mehr überprüfen zu können.

Diese Art, Geschichten in Bildern zu erzählen, hatte einen pädagogischen Wert für die Bevölkerung, die nicht lesen konnte. Wie du siehst, wurde der Comic also schon ziemlich früh erfunden.

Im Folgenden zeige ich dir Werke von Rubens, Caravaggio und Francesco del Cossa, damit du sehen kannst, wie sie die Geschichte von Lucia aus ihrer Perspektive interpretiert haben. Dieser Inhalt ist exklusiv für Mitglieder. Werde jetzt Mitglied und lies weiter.

Argomento Ikonografie - Mythologie

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