Jetzt ist es doch passiert: Ich habe Kingdom Come: Deliverance 2 gespielt. Ein Spiel, das von seinem Studio schon auf der dazugehörigen Website mit seinem “historisch korrekte[n], immersive[n] Kampfsystem” (Si apre in una nuova finestra) beworben wird und das in der Spielepresse schon vor Release für seinen angeblichen Realismus quasi in den Himmel gelobt wurde. Und wird das dem Spiel gerecht? Meine Antwort ist eher ein verhaltenes naja. KCD 2 hat vermutlich einige Qualitäten für eine sehr spezielle und nischige Zielgruppe, aber es wäre lächerlich, zu behaupten, diese Zielgruppe sei größer als sie ist - wie es in der Berichterstattung teilweise passiert ist. Tatsächlich ist es wie sein Vorgänger wirklich ein Spiel, das ich nicht vergessen werde, wie auch z.B. die GameStar in ihrem Test geschrieben hat (Si apre in una nuova finestra), nur ist das nicht wirklich etwas Positives.

Und damit meine ich nicht einmal den allgegenwärtigen Sexismus, der rein gar nichts mit dem Mittelalter als Epoche zu tun hat, oder die eher uninspirierten Geschichten, die das Spiel so erzählt, sondern eher das leicht verquere Realismuskonzept, das das Spiel an den Tag legt. Beide Kingdom Come-Spiele setzen Realismus und historische Authentizität in weiten Teilen mit Matsch und Mühsamkeit gleich. Ein realistisches Mittelalter, das ist hart und beschwerlich, und damit ich das als Spielerin auch wirklich immer im Kopf behalte, sind die Spielmechaniken ganz bewusst kleinteilig und frustrierend. Dazu muss man fairerweise sagen, dass es eine Zielgruppe gibt, die sich dafür offensichtlich begeistern kann, aber den unkritischen Hype, den beide Spiele und besonders der zweite Teil provoziert hat, rechtfertigt das noch lange nicht. Und Rezensent*innen, die verkünden, sie hätten ihre ersten 10 Stunden mit dem Spiel gehasst, aber dann würde es ja doch gut werden, also sei es ein Meisterwerk (Si apre in una nuova finestra) leiden – pardon my French – wirklich nur noch an einer ganz speziellen Marke Spielejournalismushype-Stockholmsyndrom. Ganz besonders, weil es schon wieder keine einzige Rezension geschafft zu haben scheint, mal endlich kritisch den Sexismus des Spiels – angefangen bei den Badehäusern über Frauen, die schon wieder Matsch und Regen kehren bis hin zur Handlungsebene – zu thematisieren. Es soll jede*r Spaß an KCD 2 haben, der*die möchte, aber der Hype und die Berichterstattung sind wieder einmal nur ein Zeichen dafür, dass auch der Spielejournalismus im Allgemeinen in einer schweren Krise steckt. Aber hey, immerhin haben sich die üblichen reaktionären Gamer darüber aufgeregt, dass es eine einzige schwule Romance gibt. – Aurelia
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Der Streaming-Release des Kino-Erfolgs Sinners wird auf HBO Max Black American Sign Language anbieten – Eine Premiere (Si apre in una nuova finestra)!
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