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Von guten Nachrichten und A-Bären

Hi! Hier schreibt Laura. Für den heutigen Newsletter habe ich ausschließlich gute Nachrichten gesammelt. Also sagen wir, ich hab’s versucht. Ehrlich!!!

Ein Braunbär im Wald
Foto: Zdeněk Macháček auf Unsplash

💜💜💜

In Spanien könnte das Recht auf Abtreibung womöglich bald durch die Verfassung geschützt sein 🤞

Die spanische Regierung unter Premierminister Pedro Sánchez plant, das Recht auf Abtreibung in der Verfassung zu verankern. (🔗 Der Standard (Si apre in una nuova finestra))

Mit dem Vorstoß reagiert sie auf neue Angriffe der konservativen Volkspartei (PP) und der rechtsextremen Vox, die in der Region Madrid ein Gesetz durchgesetzt haben, das Kliniken verpflichtet, Frauen vor einem Schwangerschaftsabbruch über ein angebliches „Post-Abtreibungstrauma“ zu informieren – ein Syndrom, das laut Weltgesundheitsorganisation nicht existiert. Auch in Deutschland geht das Gespenst vom „Abtreibungssyndrom“ um: 2020 wollte der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn die psychischen Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen untersuchen lassen. Turns out: Nicht der Abbruch an sich ist belastend – die Kriminalisierung und das damit verbundene Stigma von Abtreibungen ist es. (🔗 Heinrich-Böll-Stiftung (Si apre in una nuova finestra))

Ziel der Verfassungsinitiative in Spanien ist es, die sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung der Frauen (bzw. von Menschen mit Uterus) dauerhaft zu schützen und zu verhindern, dass ein zukünftiger Regierungswechsel das geltende Abtreibungsrecht wieder bedroht. In Spanien ist der Schwangerschaftsabbruch seit 2010 in den ersten 14 Wochen erlaubt. 2023 bestätigte das Verfassungsgericht die Verfassungsmäßigkeit dieser Regelung und wies eine Klage der Konservativen ab. Sollte die Reform angenommen werden, wäre Spanien nach Frankreich (das 2024 einen Verfassungszusatz zum Abtreibungsrecht verabschiedete) das zweite Land, das das Recht auf Abtreibung explizit in seiner Verfassung verankert.

Und damit zum A-🐻:

Politisch bleibt die Hürde hoch: Für eine Verfassungsänderung ist eine Drei-Fünftel-Mehrheit erforderlich. Unwahrscheinlich, dass PP und Vox mitziehen. (Düdüm.) Trotzdem macht Spanien in Sachen Frauenrechte und reproduktive Gerechtigkeit so einiges richtig – und vielen Menschen Mut. (🔗 Weltspiegel (Si apre in una nuova finestra))

Japan könnte bald zum ersten Mal von einer Frau regiert werden 🫣

Sanae Takaichi hat im dritten Anlauf die Wahl zur Vorsitzenden der japanischen Liberaldemokratischen Partei (LDP) gewonnen, der stärksten Kraft im Parlament. Am 15. Oktober könnte sie zur ersten Premierministerin des Landes gewählt werden – ein symbolischer Schritt in einem Land, das in internationalen Gleichstellungsrankings regelmäßig hintere Plätze belegt. (🔗 taz (Si apre in una nuova finestra), RP (Si apre in una nuova finestra))

Takaichi spricht offen über ihre Wechseljahre und fordert, Männer stärker über Frauengesundheit aufzuklären. In ihrem Kabinett will sie einen Frauenanteil nach skandinavischem Vorbild. Die Kosten für Babysitter sollen steuerlich absetzbar sein und auch Unternehmen sollen steuerliche Vorteile bekommen, wenn sie deutlich mehr Frauen beschäftigen.

Und damit zum A-🐻:

Hinter der progressiven Fassade verstecken sich erzkonservative Einstellungen: Gleiche Gehälter für Männer und Frauen gefährden in ihren Augen die traditionelle Familie, eine Kaiserin ist ebenso ein No-Go wie die Ehe für alle oder wenn Paare sich unterschiedliche Ehenamen wünschen. Ihrer Ansicht nach sollten Frauen nach der Heirat ihren sogenannten Mädchennamen abgeben.

Ein besseres Leben ist möglich! Studie zur Vergesellschaftung von Sorgearbeit erschienen 🤝

Feministische Bewegungen aus Lateinamerika machen vor, was möglich ist: Sie schaffen Orte, an denen die Bedürfnisse der Menschen im Zentrum stehen – und nicht Profite. Als Teil des Projekts „Sorgende Städte“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung ist die Studie „Sorgezentren in Lateinamerika“ erschienen. (🔗 RLS (Si apre in una nuova finestra)) Darin werden drei Beispiele vorgestellt: die Utopias in Iztapalapa, einem Stadtbezirk von Mexiko-Stadt (Mexiko), das Bezirkliche Sorgesystem in Bogotá (Kolumbien) und das Haus der Gleichstellung in Santiago de Chile (Chile).

🗓️ Passend dazu gibt es am 14. Oktober in Berlin und online zwei Panels (Si apre in una nuova finestra) bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

In eigener Sache: We work hard for our money 💜

Eine gute Nachricht in eigener Sache zum Schluss: Viele von euch wissen, dass der Lila Podcast ein vergleichsweise kleiner Indie-Podcast ist, produziert von hauseins – der Podcastfirma, die Katrin zusammen mit Susanne gegründet hat.

Wir Hosts vom Lila Podcast sollen ab dem kommenden Jahr ein höheres Honorar bekommen, damit unsere Arbeit in einem fairen Verhältnis zu der Arbeit steht, die in jede Podcastfolge fließt. Aber das geht nur, wenn ihr uns unterstützt! Wenn ihr unabhängigen feministischen Journalismus supporten wollt, dann schaut unbedingt hier (Si apre in una nuova finestra)vorbei für alle Infos. Ein fettes Danke an alle, die schon dabei sind.

Und wer weiß, vielleicht können wir alle zusammen dafür sorgen, dass es in Zukunft noch viel mehr gute Nachrichten gibt, ganz ohne A-🐻.

Alles Liebe!

Laura

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