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Entitlement

Mein Recht, hier zu sein + Was in deinem Leben ist nicht von Outside Validation abhängig?

»Ich wollte auch mal Künstler werden, aber dann habe ich irgendwann festgestellt, ich habe nichts zu sagen.« sagt Bela, Heiners bester Freund, eines Tages in einem Biergarten in Kreuzberg, die Sonne scheint, die Bienen summen, ich bin fast 22 und wurde gerade von der dritten Kunstschule abgelehnt. Laut der Kunstschule habe ich kein Talent und werde auch voraussichtlich in absehbarer Zeit keins entwickeln.

Heiner sagt feixend zu mir: »Und, was ist mit dir, hast du was zu sagen?«

Ich habe tatsächlich noch nie darüber nachgedacht, ob ich was zu sagen habe oder nicht. Ich habe nie geschrieben, weil ich der Meinung war, ich hätte etwas zu sagen. Ich schreibe, weil ich schreibe. Weil ich schreiben muss. Mir wäre nie eingefallen, dass ich auch auch damit aufhören könnte. Ich habe mich nie gefragt, ob ich relevant bin. Ich habe mich nie gefragt, ob andere Leute das, was ich mache, wollen oder brauchen könnten. Ich war immer viel zu sehr damit beschäftigt, den besten Weg zu finden, alles mögliche zu sagen. 

Vierzehn Jahre später habe ich mit einem anderen Boyfriend ein anderes Gespräch, das sich ebenso tief in mein Gedächtnis brennen wird wie die Konversation mit John und Heiner: Nick steht in Boxershorts und mit einem großen Softeis im Schlafzimmer unserer Luxus-Ferienwohnung in Marbella, ich habe ihn gerade gefragt, wie man das macht — denn er muss es ja wissen — wie man einfach losgeht und nach unanständig viel Geld fragt. Nick schlürft geräuschvoll angetautes Vanille Eis aus einem 0,5 Liter Becher, er hat offenbar nicht die Geduld, in die Küche zu gehen und sich einen Löffel zu holen, und sagt zwischen zwei Schlürfgeräuschen: 

»Entitlement. Du brauchst Entitlement.«

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