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Kurzgeschichte TROPES & PLACES 6/12

Das Titelbild zeigt den Projektnamen "Tropes & Places" vor einem aufgeschlagenen Buch. Darunter steht: Kurzgeschichte 6 von 12. Friends to Lovers in Dänemark.

Mit ein wenig Glück, entdeckst du die E-Mail mit dieser Juni-Kurzgeschichte noch vor dem Frühstück … am 5. Juli. Dieses Mal habe ich es nicht rechtzeitig geschafft die monatliche Ausgabe von Tropes & Places fertigzustellen. Das ärgert mich, denn ich habe einen gewissen Ehrgeiz rund um dieses Kurzgeschichtenprojekt, das ich mir für 2026 vorgenommen habe. Gleichzeitig waren die letzten beiden Juniwochen bei mir vollgepackt und – wie bei dir vermutlich auch – viel zu heiß. Meine Konzentrations- und Leistungsfähigkeit hatte einen Tiefpunkt erreicht und es hat mehrere Tage gedauert, mich daraus wieder herauszuschreiben und etwas zu Papier zu bringen, dass sich richtig und präsentabel anfühlt.

Es war eine Geduldsprobe, aber ich denke, es war richtig dieser Geschichte, dieses Extra an Zeit zu geben. Ich glaube, das Ergebnis meiner Arbeit, könnte dir gefallen! :)

In dieser Kurzgeschichte treffen wir auf Emilia und Oliver, die seit ihrer Kindheit den Sommer im selben Ferienhaus in Dänemark verbringen. Und tatsächlich verbindet sie weit mehr als nur das Feriendomizil: Sie sind beste Freunde. Sie haben zusammen schon etliche Abenteuer erlebt und einander immer die Stange gehalten. Das zeigt sich auch jetzt wieder, als beide als Erwachsene (und frischgebackene Singles) im Ferienhaus eintrudeln. Und wie du dir bei der Trope Friends to Lovers vielleicht schon denken kannst, hat dieser Aufenthalt noch ein paar emotionale Überraschungen in petto.

(Anm.: Diese Geschichte umfasst 7.091 Wörter, was ca. 28 Buchseiten entspricht. Bei einem durchschnittlichen Lesetempo, wirst du sie in etwa 30 Minuten lesen. Viel Spaß!)

Emilia & Oliver: Friends to Lovers in Dänemark

Das Klirren des Schlüsselbunds ist mir so vertraut wie das Rascheln der Birkenblätter im Wind und das nie ganz verstummende Summen der Insekten in der Blumenwiese. Es ist genau diese Geräuschkulisse, die ich am meisten mit dem Sommer verbinde. Seit Jahren habe ich vor, sie einmal aufzuzeichnen, damit ich sie in den tristen Wintermonaten anhören und gedanklich hierher reisen kann. Nach Dänemark. In unser Ferienhaus auf der Lichtung.

Seit mehr als zwanzig Jahren komme ich her. Also streng genommen nicht nur ich, sondern auch meine Eltern – und dann sind da noch die Leute, mit denen wir uns dieses Domizil teilen: Bettina und Mikkel stehen mir so nah wie Verwandte, obwohl sie keine sind. Sie sind einfach diejenigen, mit denen Mama und Papa vor einer halben Ewigkeit dieses 4-Zimmer-Häuschen inmitten der dänischen Wildnis gekauft und renoviert haben. Und sie sind diejenigen, die mir meinen Lieblingsmenschen geschenkt haben: Meinen besten Freund Oliver. 

Wie viele Sommertage haben wir hier zu sechst verbracht? In diesem lindgrün gestrichenem Holzhaus? In dem Wald drumherum? Oder unten, an dem kleinen Bach? 

Wie viele Frösche haben Olli und ich hier schon am Ufer gefangen? Wie viele Waldgeister haben wir zwischen den Bäumen gejagt? Wie oft haben wir nachts durch das Fenster unserer Koje im Spitzboden auf die Wiese geschaut, Glühwürmchen beobachtet und den Gesprächen der Erwachsenen gelauscht?

Jeder Winkel hier ist voller Erinnerungen. Und voller Geräusche. Das Knirschen der Bodendielen als ich jetzt über die Schwelle trete, ist ein weiteres davon. Ich setze es auf die Liste der Sommergeräusche, die ich dieses Mal vielleicht wirklich endlich von hier mitnehme, wenn ich wieder abreise.

Aber nun muss ich erst einmal ankommen. 

Argomento Tropes & Places

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