Passa al contenuto principale

Schreibchallenge: 10K-Day statt Feiertag

“Qualität geht über Quantität.” Das gilt fast immer. Auch beim Schreiben.

Gleichzeitig haben Romane in der Regel zwischen 50.000 und 100.000 Wörter* - und die müssen irgendwann geschrieben werden.

[*Anm.: Novellen bzw. Kurzromane sind weniger umfangreich. Wie und welche Arten von Prosa man u. a. anhand der Länge unterscheidet, habe ich schon einmal in diesem Blogbeitrag (Si apre in una nuova finestra) erläutert.]

Der Plot allein macht keine Geschichte. Unterhaltungsliteratur wäre nicht, was sie ist, wenn man der Leserschaft statt sorgsam formulierten Beschreibungen und Dialogen nur einen schnöden Bericht oder gar eine stichpunktartige Handlungsabfolge hinknallen würde. Es macht keinen Spaß so etwas zu lesen, denn dabei kommt keine Spannung auf! Man fühlt sich nicht involviert, die Story ist schlicht nicht erlebbar. Das zu ändern ist die Arbeit, die Kunst und das Handwerk der Schriftsteller*innen.

Man kann ganze Tage damit verbringen an einem einzelnen Absatz herumzufeilen und die perfekte Formulierung zu finden. So habe ich schon oft gearbeitet. Ich bin eine eher langsame und ziemlich perfektionistische Schreiberin. Manchmal genieße ich es wirklich sehr, einfach die passendsten Worte zu finden. Und manchmal bin ich frustriert und möchte einfach vorankommen.

Viele erfahrene und erfolgreiche Autor*innen arbeiten nach dem Grundsatz: “Eine geschriebene Seite lässt sich überarbeiten. Mit einer leeren Seite lässt sich hingegen nicht arbeiten.” Sprich: Es ist okay einfach aufzuschreiben, was man erzählen will und das Geschriebene später (in der Überarbeitung und im Lektorat) zu perfektionieren, anstatt vor lauter Anspruch nicht weiter zu kommen.

Obwohl ich generell eher von der sturen Sorte bin, habe ich mir diesen klugen Rat nun endlich einmal so richtig zu Herzen genommen. Gemeinsam mit meiner Kollegin Lisa F. Olsen (Si apre in una nuova finestra) habe ich einen Plan ausgeheckt: Wir wollen bei unseren jeweiligen Schreibprojekten einfach mal richtig Strecke machen! Und dazu haben wir uns ein ziemlich hochgestecktes Ziel gesetzt: 10.000 Wörter an einem Tag!

Aber wie viel ist das überhaupt? 10.000 Wörter - oder “10 K” wie man so schön Denglisch sagt - entsprechen ungefähr 40 Normseiten. (Normseiten sind eine Einheit, die im Literaturbetrieb verwendet wird, hier (Si apre in una nuova finestra) kannst du mehr darüber erfahren.) Bei einem eher kurzen Roman, kann das schon ein Fünftel des Buches sein. Wenn man von einem 300-Seiten-Band ausgeht, ist es aber eher ein Siebtel. Nichtsdestotrotz: 40 Seiten an einem Tag sind keine Kleinigkeit!

Insbesondere nicht, wenn man normalerweise keine sehr hohen Wordcount (also Anzahl geschriebener Worte) an einem Tag hat. Meine Tagesleistung liegt eher im höheren dreistelligen Bereich, nicht im vier- oder fünfstelligen. 10.000 Wörter liegen also weit außerhalb meiner Komfortzone … Und genau das macht es so spannend, reizvoll und vielleicht auch ein bisschen wahnwitzig!

Damit ich mich nicht komplett unvorbereitet der Challenge stelle, trainiere ich schon seit ein paar Wochen. In einstündigen Schreibsession habe ich mich nach und nach an 1.250 Wörter herangetastet, was das Wortziel ist, das man pro Stunde erreichen muss, um sozusagen innerhalb eines Arbeitstags die 10.000 zu knacken. Auch wenn ich das Geschriebene in der Überarbeitung sicher noch einmal editiere, ist es mir tatsächlich gelungen so meinen Output zu steigern. (Und meine innere Perfektionistin zumindest vorübergehend im Zaum zu halten.)

Gleichzeitig haben Lisa und ich Mitstreiter*innen rekrutiert und ein Datum festgelegt: Schon morgen, am 1. Mai und Tag der Arbeit, stellen wir uns unserer großen Herausforderung. Zwischen 9:00 Uhr morgens und 20:00 Uhr abends wollen wir gemeinsam mit schon über 20 Kolleg*innen in die Tasten hauen. Und wenn du magst, kannst du quasi live dabei sein! Jede Stunde gehen wir auf Instagram in Zweierteams live, geben Updates und schreiben. Jede*r für sich und doch niemand alleine!

Aus einer persönlichen Challenge ist so ein Community-Event geworden, das uns schon jetzt allen richtig Spaß bereitet. Wir haben uns bereits untereinander ausgetauscht, Tipps zum Plotten und Vorbereiten unseres Arbeitsplatzes oder auch der richtigen Snacks für den langen Schreibtag gegeben. Selbst wenn am Ende nicht alle (und da schließe ich mich ausdrücklich mit ein) wirklich die 10 K erreichen, haben wir damit jetzt schon etwas Grandioses erreicht: Statt einsam am Schreibtisch und den eigenen Projekten zu sitzen, sitzen wir alle im selben Boot. :)

Hast du Lust reinzuschauen und mit uns in See zu stechen?

Ich würde mich freuen!

Wir lesen uns beim nächsten Mal!

Phillippa

0 commenti

Vuoi essere la prima persona a commentare?
Abbonati a Phillippa Penn e avvia una conversazione.
Sostieni