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„Gerade junge Kulturschaffende werden bei uns besonders stark gefördert.”

(Si apre in una nuova finestra)

Du liest eine Sonderveröffentlichung der ”Post aus Dachau”, des wöchentlichen Kultur-Newsletter von Stadtführung mit Matthias (Si apre in una nuova finestra) in Dachau & München.

Als Gästeführer weiß ich was in der Stadt los ist.
Und was sich lohnt.

Für Menschen, die ihre Stadt genauso lieben, wie Du und ich.

exklusiv

Nachgefragt bei Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD)

Fragen an alle Kandidat*innen

 1. Dachaus Kulturszene nennt Raummangel als Kernproblem. Welche drei konkreten Schritte setzen Sie innerhalb der ersten 12 Monate Ihrer Amtszeit, um zusätzliche kulturelle Räume oder Zwischennutzungen zu ermöglichen?

Florian Hartmann: “1. Konsequente Fortsetzung der Sanierung der Kulturschranne, um diese baldmöglichst wiederzueröffnen.

2. Dialog mit Kulturvereinen fortsetzen mit dem Ziel, dass vorhandene Räume von mehr Vereinen genutzt werden.

3. Unterstützung von privaten Initiativen, die Leerstände oder Bestandsräume kulturell nutzbar machen (Musikheim der Knabenkapelle, Musikbote, Kunstwerke Dachau).

(Wer Ihnen antwortet, er werde in den nächsten Monaten dieses oder jenes neue städtische Kulturprojekt umsetzen, der erzählt Ihnen Unsinn. Denn der Haushalt für das laufende Jahr ist beschlossen.)”

2. Die städtischen Kulturmittel stehen seit Jahren unter Druck. Welche Maßnahmen planen Sie, um Kulturförderung abzusichern, ohne dass sie zum politischen Spielball oder Opfer künftiger Sparrunden wird?

Florian Hartmann: “An der Kulturförderung wurde in den vergangenen Jahren nicht gespart, sie war weder politischer Spielball noch Opfer von Sparrunden. Ich stehe dafür, dass das auch weiterhin so bleibt. Insofern stellt sich für mich Ihre Frage in der Realität nicht.”

3. Kulturinitiativen klagen über bürokratische Hürden. Was werden Sie innerhalb Ihrer Amtszeit organisatorisch verändern, damit die Stadtverwaltung stärker als Ermöglicherin wirkt?

Florian Hartmann: “Die Stadt Dachau ist bereits Ermöglicherin. Sie fördert Kulturveranstaltungen mit jährlich 200.000 €. Sie überlässt Kulturvereinen das Thoma-Haus und weitere städtische Veranstaltungsräume unentgeltlich. Sie saniert die Kulturschranne unter Hochdruck und mit Millioneninvestitionen. Sie fördert die Sanierung des Musikheims der Knabenkapelle. Sie fördert den Bürgertreff Ost. Sie stellt dem selbstverwalteten Jugendzentrum Freiraum dessen Räume zur Verfügung. Sie stellt den Wasserturm für kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung. Sie stellt Übernachtungsmöglichkeiten und Arbeitsateliers für Künstlerinnen und Künstler zur Verfügung. Wer von den Kulturschaffenden konkrete bürokratische Hürden beklagt, kann sich gerne und jederzeit an mich wenden.”

4. Welche langfristige Kulturvision verfolgen Sie bis 2031? Welche zwei strategischen Leitlinien sollen das kulturelle Profil der Stadt prägen?

Florian Hartmann: “1. Die Vielfalt der Kultur in Dachau erhalten und weiter fördern, nicht nur finanziell, sondern auch durch die Zurverfügungstellung von Räumlichkeiten und die Unterstützung von Um- und Zwischennutzungen.

2. Und durch Vorantreiben der Idee, auf dem ehemaligen MD-Gelände eine „Ideenfabrik“ als barrierefreien, generationenübergreifenden Kulturort für alle zu schaffen – mit Stadtbücherei, Räumen für Jugendkultur, einem weiteren Veranstaltungsraum und womöglich auch der Gemäldegalerie in unmittelbarer Nähe. Eine Realisierung ist aber nur möglich, wenn wir dafür in Aussicht gestellte staatliche Fördermittel erhalten.”

5. Wenn der Haushalt erneut unter Druck gerät: Welche kulturellen Bereiche haben für Sie absolute Priorität – und welche könnten, falls nötig, zurückstehen?

Florian Hartmann: “Kulturelle Vielfalt hat höchste Priorität. Und diese Vielfalt ist nur durch Vereine und andere kulturelle Akteure möglich. Auch in der Vergangenheit hat die Stadt Einsparungen immer nur bei sich selbst als Veranstalterin vorgenommen, nicht bei Zuschüssen für Kulturschaffende und Vereine.”

6. In München tritt 2026 erstmals ein kulturpolitisches Wahlbündnis („Bündnis Kultur“) an. Halten Sie ein solches Modell – Kultur als eigenständige politische Kraft – für Dachau für denkbar oder notwendig? Warum bzw. warum nicht?

Florian Hartmann: “Ich schätze es mehr, wenn sich politische Parteien und Gruppierungen ganzheitlich für die Stadt engagieren. Ein „Bündnis Kultur“ steht aktuell nicht zur Wahl, daher ist die Frage obsolet. Im Übrigen sind Kunst und Kultur bei der SPD-Fraktion und mir in den besten Händen.”

Individuelle Fragen zum Programm

(Diese drei Fragen sind speziell auf Florian Hartmanns öffentlich kommuniziertes Programm bzw. seine kulturpolitische Schwerpunktsetzung zugeschnitten.)

  1. Wie verhindern Sie, dass Clubs, Off‑Spaces oder junge Kulturakteur*innen weiter durch bestehende Förderschubladen fallen?

    Florian Hartmann: “Dies trifft in Dachau nicht zu, da sämtliche Kulturakteurinnen und -akteure gemäß unserer Kulturförderrichtlinien antrags- und förderberechtigt sind, sofern sie nicht kommerziell agieren und ein Defizit nachweisen. Gerade junge Kulturschaffende werden bei uns besonders stark gefördert: vom Freiraum und anderen jungen Kollektiven über die Künstlerateliers bis hin zur Reisekostenförderung zum Beispiel für Dachauer Bands.”

  2. Wo schaffen Sie Innovationsräume neben infrastruktureller Planbarkeit?

    Florian Hartmann: “Durch Zwischennutzungen, Zurverfügungstellung des öffentlichen Raums und Förderung innovativer Kulturschaffender. Ich setze mich zum Beispiel dafür ein, dass wir das alte Hallenbad vor seinem Abriss für kulturelle Zwischennutzungen durch KVD, Graffiti-Künstler und andere Kulturschaffende zur Verfügung stellen können.”

  3. Welche Budgetuntergrenze wäre für Sie im Kulturbereich nicht verhandelbar?

    Florian Hartmann: “Bei der Kulturförderung die aktuelle Förderhöhe.”

Ganz allgemein möchte ich nicht verschweigen, dass mich der etwas negative Tenor der Fragestellungen verwundert. Die Stadt Dachau ist sowohl was ihre eigenen kulturellen Angebote betrifft (Schlosskonzerte, Musiksommer, Dachau liest, Veranstaltungen der Stadtbücherei, Veranstaltungen der Abteilung Jugend und Integration, Angebote in den Jugendzentren, Ausstellungen in Gemäldegalerie und Bezirksmuseum etc.) als auch, was die finanzielle Förderung von Kulturvereinen angeht, ausgesprochen aktiv und engagiert. Des Weiteren stellt die Stadt z. B. mit den Räumen des Freiraums, dem Wasserturm, dem (bald wieder eröffnenden) Gramsci, der Kulturschranne (nach der Sanierung), der Kleinen Altstadtgalerie, dem Thoma-Haus, dem Bürgertreff Ost, dem Hölzel-Saal und dem Schützensaal Drei Rosen zahlreiche Räumlichkeiten zur kulturellen Nutzung zur Verfügung. Die Investitionen der Stadt Dachau in die Kultur betragen aktuell jährlich mehrere Millionen Euro.

Anmerkung der Redaktion:

In seiner Antwort auf meinen Fragenkatalog äußerte Oberbürgermeister Florian Hartmann, dass ihn der etwas negative Tenor der Fragestellungen verwundert.

Die Fragen sind bewusst journalistisch-kritisch formuliert.

Sie stellen keine persönliche Bewertung oder vorweggenommene Meinung von mir dar, sondern dienen dem professionellen Hinterfragen von Aussagen, Positionen und Einschätzungen, wie sie in der öffentlichen Debatte, bei Kulturschaffenden, Mitbewerber*innen oder in bisherigen Medienberichten geäußert wurden.

Als unabhängiger Kulturnewsletter gehört es zu den Aufgaben der «Post aus Dachau», auch kritisch einordnende Fragen zu stellen, die unterschiedlichen Perspektiven Raum geben und einen transparenten Vergleich ermöglichen.

Die Fragen wurden allen Kandidierenden in gleicher Weise gestellt.

Mein Ziel ist es, den Leser*innen von Dachaus beliebtesten Kulturnewsletter eine umfassende, faire und ausgewogene Informationsgrundlage zu bieten – und allen Kandidierenden die Möglichkeit, ihre Sichtweise klar darzustellen.

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Matthias Schüßler
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