Hallo in die Runde, ich hoffe es geht euch gut (und wenn nicht ist natürlich auch ok in allerherzlichster Drinnie-Manier).
Im Juni ist vieles im Hintergrund passiert, Dinge mussten pausiert werden, andere Dinge weitergeführt werden. Ich hinterfrage auch ständig die Nützlichkeit von Social Media, den Sinn dahinter, die eigenen Ressourcen ständig für Inhalte zu gebrauchen, anstatt Dinge zu produzieren. Wozu kostenlose Bildungsarbeit auf Social Media leisten, wenn es sowieso “nur” an die gleiche Peer Group gestreut wird? Aber wozu dann auch nur Recaps posten? (Die Ironie folgt, weil es später genau 2 Recaps gibt, haha)
Jedenfalls überlege ich immer häufiger, welche Stories, Posts usw. sich überhaupt noch lohnen, wenn ich die Zeit lieber in die Überarbeitung des Leitfadens stecken könnte oder in die Vorbereitung weiterer Vorträge. Es ist ein Abwegen, weil auch ich nicht unendlich Zeit habe, schon gar nicht im Ehrenamt.
In diesem Sinne, steigen wir ein:
Aufruf zur Teilnahme: Offener Brief: Für eine Gesundheitsversorgung, die gut tut – für alle.

Aktuell initiiert die gemeinnützige Organisation Queermed Deutschland die Kampagne „Gut gefühlt“, mit der wir gemeinsam für eine diskriminierungssensible, zugängliche und respektvolle Gesundheitsversorgung für alle eintreten.
Im Zentrum der Kampagne stehen zwei Dinge:
Ein offener Brief, der sich an Praktizierende und Entscheidungsträger*innen im Gesundheitswesen richtet und konkrete Forderungen für eine diskriminierungsarme, selbstbestimmte Versorgung formuliert.
Eine begleitende Social-Media-Aktion, in der queere, intersektional marginalisierte Menschen persönliche Erlebnisse teilen, in denen sie sich in medizinischen Kontexten gut, sicher oder gesehen gefühlt haben.
Uns ist wichtig, dass der offene Brief von möglichst vielen Organisationen, Institutionen und Fachpersonen mitgetragen wird – als gemeinsames Zeichen für Veränderung und Haltung im Gesundheitswesen.
➡️ Hier können Sie den offenen Brief einsehen
[ (Si apre in una nuova finestra)Link (Si apre in una nuova finestra)zum Queermed-Blog und dem offenen Brief] (Si apre in una nuova finestra)
Falls Organisationen und Initativen Interesse haben, am offenen Brief teilzunehmen, reagiert bitte gerne auf diese E-Mail oder schreibt mir an s.grzybek@queermed-deutschland.de (Si apre in una nuova finestra)
Der Gipfel der Vielfalt - Ein kleiner Recap zu den Deutschen Antidiskriminierungstagen

Letzten Monat durfte Queermed-Gründer*in Samson Grzybek auf den Deutschen Antidiskriminierungstagen zusammen mit Awa Naghipour, Prof. Dr. med. Mandy Mangler und Gianni Jovanovic auf einem Panel unter dem Titel “Diagnose Diskriminierung” miteinander sprechen. Moderiert wurde das Panel von Teresa Bücker.
🔥Gesprochen wurde unter anderem darüber, dass die Gesundheitsversorgung in Deutschland weiterhin nicht ganzheitlich betrachtet wird und entsprechend Patient*innen nicht angemessen versorgt werden können.
Häufig werden soziale Determinanten übersehen, intersektionale Ebenen und Lebensrealitäten nicht mit bedacht. Damit werden Patient*innen im Stich gelassen. Individuell als auch Strukturell. Diskriminierung findet auf unterschiedlichen Ebenen statt: durch das System, durch Gesetze, durch fehlende Studien & Wissen und auch direkt durch Praktizierende.
Wir brauchen eine nachhaltige Verbesserung der Ausbildung und Weiterbildung von Praktizierenden, einen besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung und einen besseren Schutz für Patient*innen bei Diskriminierungserfahrungen in der Gesundheitsversorgung.
Es bleibt abzuwarten wie sich die politische und gesellschaftliche Lage für uns alle in Deutschland als auch darüber hinaus in den kommenden Monaten und Jahren ändern wird.
4 Jahre Queermed - ein Recap
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“Ich wache auf und manchmal vergesse ich, wie groß Queermed eigentlich geworden ist. So wirklich. Bis ich den Queermed Otter Sam auf dem Rücken von meinem Laptop sehe. Oder die Veranstaltungsposter von Queermed an der Tür. Oder die ganzen Preise auf einem kleinen Regal in meinem Wohnzimmer. Wow. Uff.
Natürlich hat es viel damit zu tun, dass Queermed hauptsächlich digital funktioniert. Es gibt kein eigenes Büro, es gibt kein hauptamtliches Team. Ich mache es zum größten Teil immer noch alleine von zuhause aus neben meinem Vollzeitjob (und aller Hobbies, Projekte und sonstiger Geschichten während ich mich bemühe meine sozialen Kontakte zu halten).
Queermed wäre nie zu dem geworden, was es heute ist, hätte ich mich selbst nicht so getrieben. Getrieben dazu, Strukturen, Labels, Institutionen täglich zu hinterfragen. Mich selbst zu hinterfragen. Und selbst immer wieder meine eigenen körperlichen und mentalen Grenzen und Kapazitäten zu missachten und mehr zu tun.
So viel zu arbeiten, jeden Tag, selbst im Urlaub nur Zeit dafür aufzuwenden, um an neuen Ideen zu arbeiten, neuen Kollaborationen, Austauschen zu Forschungsprojekten und so vieles mehr. Ich reise so viel wie bisher nie zuvor. Um Vorträge und Workshops zu geben, auf Podien mit zu sitzeb, neue Kontakte knüpfen kann, mich alleine an Tische mit Queermed Material zu stellen, eigene Events veranstalten…. “
Den ganzen Beitrag findet ihr im Queermed Blog
Das erste Mal beim Charity Stream
Letzten Samstag war ich das erste Mal bei einem Charity-Stream dabei. Eingeladen wurde ich von dem Twitch-Streamer Speckobst, der die ersten drei Teile der Spielreihe Resident Evil spielen wollte und nebenbei Geld für Queermed sammeln wollte. Wenige Tage zuvor haben eine Gruppe Gamer*innen während ihrer Streams über 3000 Euro für Queermed gesammelt.
Im Stream dürfte ich Queermed vorstellen und auch über die Erfahrungen, die ich in Vorträgen, Workshops als auch von persönlichen Gesprächen mit Patient*innen sprechen.
Es hat mich sehr gefreut, wie immens freundlich das Gespräch als auch die Teilnehmenden im Chat war. Da ich früher selbst viel gezockt habe (ich durfte auch vor knapp 1 ½ Jahren selbst einen Beitrag über queere Spielecharaktere für einen Sammelband zu Critical Gaming beisteuern), habe ich es als eine kleine Nostalgie-Reise empfunden. Gleichzeitig finde ich es sehr stark, wie viele Gamer*innen ihre Ressourcen dafür nutzen, um zivilgesellschaftliche Organisationen auch zu unterstützen und ihnen einen Raum zu geben.
Ich hoffe sehr, dass es nicht mein letzter Stream war. :)
Queermed liest
Wie seit den letzten beiden Newslettern gibt es auch dieses Mal wieder eine Buchempfehlung aus der Queermed-Bücherliste.
Die Queermed-Bücherliste auf der Website, auf der eine Menge handverlesene Empfehlungen zu Büchern zu allen möglichen Themen dabei sind. Hierbei handelt es sich um unbezahlte, freiwillige Buchnennungen, die im Rahmen von persönlicher Weiterbildung gelesen wurden. In dieser Rubrik gebe ich euch eine meiner neuesten Empfehlungen:

Asal Dardan - Eine Spurensuche in deutscher Vergangenheit und Gegenwart
Was heißt es, dazuzugehören – in einem Land, das sich selbst als Heimat erzählt, aber viele immer wieder ausschließt? Und wie fühlt es sich an, immer wieder gefragt zu werden, woher man wirklich kommt?
Identität ist nie einfach. Und sie ist nie nur privat. Wer sich zwischen Sprachen, Geschichten und Zuschreibungen bewegt, kennt das Spannungsfeld zwischen Sichtbarkeit und Fremdzuschreibung, zwischen Herkunft und Projektion.
In Traumaland verwebt Asal Dardan persönliche Erinnerungen mit politischen Analysen, essayistische Reflexion mit poetischer Klarheit. Sie schreibt über Migration, Rassismus, Erinnerungskultur – und über das große Versprechen von Deutschland, das für viele nie ganz eingelöst wird.
Es ist ein leises, zugleich kraftvolles Buch, das Fragen stellt, ohne einfache Antworten zu liefern. Ein Buch, das zeigt, wie politisch der Alltag sein kann – und wie schmerzhaft das Schweigen der Mehrheitsgesellschaft.
(Hinweis: Dieses Buch ist privat erworben worden.)
Kommende Termine
Für das Ende des Jahres als auch das kommende Jahr erhalte ich bereits einige Anfragen. Fest stehen bereits diese Termine bzw. Blocker:
25.09.2025 - Save the Date. 3. re:Respekt im Altenberger Hof, Köln
20.11.2025 – Online Vortrag zum Thema “Gesund. Queer. Selbstbestimmt? Intersektionale Perspektiven auf Alltag, Versorgung und Rechte” an der Universität zu Köl
Sobald es mehr Informationen zur Anmeldung oder weiteren Veranstaltungen gibt, werden diese zeitnah auf der Website hinterlegt:
Bei Interesse an Webinaren, Workshops, Vorträgen oder was auch immer ihr euch wünscht, hier eine kleine Übersicht an Themen, die bisher das größte Interesse hatten:
Vorstellung und Funktionalität von Queermed
Queere Lebensrealitäten und Versorgungsbedarf von queeren Menschen im Gesundheitswesen
Sensibilisierte Gesundheitsversorgung
Medical Gaslighting
Patient*innenempowerment
Kritische Selbstreflektion / Privilegien bei der Arbeit mit Patient*innen
Machtstrukturen im und außerhalb des Gesundheitswesens
Intersektionale Lebensrealitäten und deren Versorgungsbedarfe im Gesundheitswesen
Diskriminierungsebenen im Gesundheitswesen
Empowerment von Kindern und Jugendlichen / "Das erste Mal allein beim Arzt"
(mentale) Belastung von Diskriminierungserfahrungen
Meldet euch gerne jederzeit mit eurer Anfrage unter Angabe von Datum, Formatwunsch, Länge, Honorar (mit Übernahme von Reise- und Übernachtungskosten unter: info@queermed-deutschland.de (Si apre in una nuova finestra) )

Das war es wieder für diesen Monat. Danke, wenn ihr bis hierhin gekommen seid. Passt auf euch auf!
Solidarische Grüße
Euer Samson
Steady Support
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